Eine Kritik von PJP (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 04.03.2005, seitdem 347 Mal gelesen
Hans Weingartner - einer der überragendsten nicht-deutschen deutschen Regisseure überhaupt - schafft es mit "die fetten Jahre sind vorbei" einen weiteren Treffer zu landen.
In einer im Grunde schon banalen Geschichte versucht Weingartner die verrosteten 68er und die in die Talk- und Soapserien hineingeborenen Mewnschen unserer Generation an das zu erinnern, wofür man früher auf die Straße gegangen ist.
Ein über weite Teile sehr guter Daniel Brühl, ein fast durchwegs hervorragende Julia Jentsch, ein zugegebenermaßen in vielen Szenen überforderter Stipe Erceg (siehe Rolex-Szene) und ein erstaunlich flexibler Burghart Klaußner können durchwegs überzeugen.
Die Dialoge sind teilweise erstaunlich gut ausgearbeitet, sprühen vor Humor und Sarkasmus und warten mit so mancher Überraschung auf.
Der Film selbst besitzt einige unerwartete Wendungen, von welchen der Film aber eindeutig profitieren kann.
Und doch beschleicht einem wohl doch zumindest bei den Gesprächen in der Hütte wohl oft das Gefühl, dass es sich hierbei um Phrasen handelt. Um hohle Worte, tausendmal gesprochen und vernommen. Und dass der Zeigefinger vielleicht ein wenig zu hoch in die Luft gehalten wird.
Aber egal - vielleicht ist Weingartner ja wirklich ein moralisch hochtrabender Mensch. Ich bin gespannt ob er 1000 Kinder in der dritten Welt mit seinem Verdienst (er war auch Produzent) vor dem Verhungern rettet.
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