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Fahrenheit 9/11 (2004)
Eine Kritik von The Moth (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 09.08.2004, seitdem 376 Mal gelesen
Polemisch? Zum Teil.
Populistisch? Auf jeden Fall.
Propaganda? Die Demokraten werden sich hüten dies allzu vehement zu bestreiten.
Dennoch. Michael Moore hat es geschafft seine politischen Anliegen zu formulieren und darüber hinaus dem durchschnittlichen Kino-Konsumenten schmackhaft zu machen. Gegen den finanziellen Erfolg von "Fahrenheit 9/11" nimmt sich "Bowling..." wie ein ganz kleiner Film aus...alles andere als dass war er ja.
Zum Film. Dokumentation? Nicht ganz, viel mehr pendelt Moore, wie eigentlich schon seine ganze Karriere lang, zwischen Doku und non-fiktionaler Satire, hin und her. Er versteht es meisterhaft an Hand von Archivmaterial einen neuen, eigenen Blick auf die Zusammenhänge zu erschaffen.
Hier bemerkt man allerdings auch schon die erste Schwäche. Im Gegensatz zu seinen vorigen Arbeiten kann Moore nur bedingt die Rolle des Kämpfers für den kleinen Mann einnehmen. Zu komplex ist das Thema und deshalb ist er auch, mehr als sonst, auf die Arbeit seines Teams angewiesen.
Die Bilder und Interviews aus dem Irak lassen die Temperatur tatsächlich steigen. Offen liegende Wunden an kleinen Kindern sind nicht wegzuleugnen.
Doch schon kommt die zweite Schwäche. "Fahrenheit 9/11" stützt sich zu sehr auf sein Buch "Dude, Where's My Country" und lässt für Moore-Kenner und wache Beobachter der politischen Szene Amerikas auch nicht sehr viel Neues übrig.
Die Art und Weise wie Moore die trockenen Informationen aber neu aufbereitet flößt Respekt ein und sorgt für einen neuen, noch wacheren, Umgang mit der Berichterstattung in den USA und auch in Europa, welche auch weit weg von Objektivität und seine Berichte sehr nah am Wasser des Anti-Amerikanismus gebaut hat.
Wer Moore jedoch vorwirft nicht zu unterhalten und keine neuen Witze zu liefern, verkennt die ernste Thematik und scheint auch bei "Bowling for Columbine" mit seinen Gedanken außerhalb des Kinos gewesen zu sein.
"Fahrenheit 9/11" ist bewusst provokant und spaltet, ohne Frage. Die Qualitäten des Filmemachers Moore zu untergraben und dessen Ideale ernsthaft als Basis für einen Verriss zu nehmen, stellt diese "kritischen Kritiker" auf eine Stufe mit der Bush-Administration.
Niemand MUSS mit diesem Film übereinstimmen, aber man soll die Qualitäten von Michael Moore und "Fahrenheit 9/11" anerkennen und sich, gemäß den Ideen von Moore, zur offenen Diskussion bereit erklären und diese nicht stur und einseitig aufgrund fadenscheiniger und oberflächlicher "Argumente" vermeiden.
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