Eine Kritik von DerPate (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 13.08.2004, seitdem 359 Mal gelesen
"Bowling for Columbine" machte den Dokumentarfilmer Michael Moore weltberühmt und brachte ihm den Oscar für den besten Dokumentarfilm ein. Auch "Fahrenheit 9/11" brach einige Rekorde und konnte als erste Dokumentation über 100 Millionen Dollar allein in den Staaten einspielen.
Doch an die Genialität von "Bowling for Columbine" kann Moore diesmal nicht anknüpfen. Fast der gesamte Film besteht nicht aus eigenen Bildern und selbstgeführten Reportagen, sondern lediglich aus Archivmaterial anderer. Es gibt viel mehr Text als bei seinem vorherigen Werk und der Zuschauer muß ungewöhnlich viel mitlesen.
Doch trotz der Informationsflut kann der Film auch von seiner Struktur und seiner Intention nicht gefallen. Zu verwirrend wirkt er manchmal und versucht den Zuschauer vollzustopfen, so dass hier weniger wirklich mehr gewesen wäre. Auch die Intention ist keineswegs objektiv (obwohl gerade dieser Aspekt bei "Bowling for Columbine" nicht so wichtig gewesen ist, da es sich dort um aneinandergereihte Tatsachen gehandelt hat). Der Film dreht sich die Wahrheit so wie er es benötigt und wenn man die Aussagen Moores genauer betrachtet ist Saddam Hussein kein schlechter Mensch, denn es wird erwähnt dass den Amerikanern nichts böses getan hat und man sich somit auch nicht einmischen solle. Was aber mit dem Menschen im Irak teilweise gemacht wurde wird völlig verschwiegen.
Für einen intelligenten Menschen ist dieser Film sicherlich interessant zu gucken, doch wer alles glaubt was man ihm zeigt und wer sogar RTL-Panikmachen (Explosiv usw.) im Fernsehen guck, der sollte hier lieber die Finger von lassen. Eigentlich ein subjektiver Hetzfilm, der einige interessante Details und Informationen beherbergt, aber mit Sicherheit nicht für die breite Masse geeignet ist. 6/10 Punkte.