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Harry Potter und der Gefangene von Askaban (2004)

Eine Kritik von cheministry (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 06.06.2004, seitdem 3115 Mal gelesen


Der Film könnte auch "Das dritte Jahr" heißen; der Aufbau der Filmserie um den inzwischen älter gewordenen Zauberer geht in die dritte Runde. Und es gibt einige Änderungen. Am auffälligsten dürfte da wohl sein, dass es einen Wechsel auf dem Regiestuhl gab, was man dem Film stark anmerkt. Vorbei ist es mit den bunten Welten eines Chris Columbus. Alfonso Cuaróns Hogwarts ist um einiges düsterer ausgefallen (natürlich ist das auch ein Verdienst der Autorin der Bücher).
Der Film beginnt wieder bei den Dursleys; hassenswert wie eh und je. Doch schon auf der Fahrt nach Hogwarts gibt's mysteriöses zu bestaunen. Harry macht die Bekanntschaft mit einem Dementor, einem Wächter aus Askaban. Wie sich später rausstellt ist dieser (und noch einige Andere) auf der suche nach dem entflohenen Sirius Black (Gary Oldman). Dieser überaus gefährliche Zauberer, der vor Jahren Harrys Eltern an Voldemort verriet, ist nun auf der Suche nach dem Überlebenden, um ihn zu töten. Mehr würde zu viel verraten. Es sei aber gesagt, dass die Story einige Wendungen parat hat.

Bis auf den verstorbenen Richard Harris ist die bekannte Darstellerriege wieder im Einsatz. Dabei hat man dieses Mal einigen Figuren mehr Platz eingeräumt, die in den ersten beiden Teilen nicht so viele Szenen hatten. Man bekommt zB mehr von Hagrid zu sehen, den Robbie Coltrane wieder auf knuffig-liebenswerte Weise darstellt. Auch neue Charaktere sind dabei. So auch Professor Lupin; David Thewlis (D.N.A.) war eine gute Wahl.
Harry, Ron und Hermine sind sichtlich gealtert und so kommt auch der Film insgesamt nicht mehr so kindgerecht daher wie Teil 1. Gerade gegen Ende häufen sich die düsteren Szenen, in denen vor allem die Dementoren an der Gruselschraube drehen. Und was der Vollmond so anrichten kann ist Horrorfilmguckern wohl auch bekannt. Auch gibt es wieder einen ganzen Haufen neuer Sachen zu entdecken. Die neuen Unterrichtseinheiten, der Subplot mit dem Hippogreif oder der dreistöckige Bus sind da nur Einige. Auch dem Zeitreisethema nahm man sich an, was auch wieder einige Logikfragen aufwirft. Diese werden aber mit etwas Ironie entkräftet. Der Humor ist stellenweise böse ausgefallen. Putziger Zwitschervogel + Trauerweide... aua.
Das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch. Das obligatorische Quidditchspiel ist diesmal recht kurz ausgefallen. Trotzdem ist es mal wieder anders als gewohnt und besitzt einen der spannendsten Momente im Film. Bis auf ein paar kleine Ausnahmen legt der Film auch ein ordentliches Tempo vor. Man merkt auch als nicht-Leser, dass das Buch komprimiert werden musste. Leider bekommt Gary Oldman nicht gerade viel Screentime. Die nutzt er dafür für eine überragende Performance und lässt gepflegt den Irren raushängen. auch die Special Effects, von denen es an jeder Ecke welche gibt, wissen zu überzeugen und passen prima in die Fantasywelt.
Einige Ungereimtheiten gibt es aber trotzdem. So sieht die Landschaft um Hogwarts herum doch verändert aus, Hagrid hat eine andere Hütte und die Weide steht irgendwie auch ganz woanders. Gegen Ende geht dem Film storymäßig auch etwas flöten; man musste wohl zum Ende kommen und wollte noch so viel sagen. Der Soundtrack von John Williams enthält wieder die gewohnten Themen und, ohne das negativ zu meinen, erfüllt solide die Erwartungen.

Fazit:
Mit Teil 3 entwächst die Serie zunehmend den Kinderschuhen. Es wird dunkel in Hogwarts. Optisch wieder eine Pracht ist der Gesamtlook des Filmes dreckiger ausgefallen als bei den Vorgängern. Zwar ist der Plot gegen Ende etwas ungerade und man muss sich an des Regisseurs Stil gewöhnen. Dafür bekommt man trotzdem einen herrlich phantasievollen und höchst unterhaltsamen Fantasyfilm, der ungeduldig auf die Fortsetzungen warten lässt. Trotzdem nicht ganz so gut wie Die Kammer des Schreckens. 8,5/10


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