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Harry Potter und der Gefangene von Askaban (2004)

Eine Kritik von Der Sittenstrolch (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 07.06.2004, seitdem 744 Mal gelesen


Ich habe schon einige Kritiken gehört (von Freunden), daß man Harry Potter Teil 3 - Der Gefangene von Askaban nicht verstehen kann, wenn man das Buch nicht gelesen hat. Ich habe das Buch nicht gelesen und kann dazu nur sagen: stimmt nicht.

Zu Beginn des Films ist Harry (Daniel Radcliffe) wie gewohnt bei den Dursleys und wird schlecht behandelt. Dieses Mal kommt eine Tante zu Besuch, die besonders unfreundlich zu ihm ist und Harry dazu treibt, seine Zauberkräfte in der realen Welt einzusetzen. Dies führt zum offenen Bruch mit den Dursleys und Harry packt seine Sachen und zieht aus. Schon auf dem Weg nach Hogwarts muß Harry erfahren, daß ein gefährlicher Zauberer namens Sirius Black (Gary Oldman) aus dem Gefängnis Askaban ausgebrochen ist. Das ist nicht gut für ihn, denn Sirius gilt als Verräter von Harrys Eltern und will nun offenbar sein Werk vollenden...

Ich fand den Film sehr gut. Selten fühlt man sich im Kino so gut unterhalten. Wie man es bei einem so hohen Budget erwarten kann, waren die Special Effects, die Atmosphäre und die Musik erste Klasse. Der Film unterschied sich allerdings von der Machart her stark von den ersten beiden Teilen, was wohl größtenteils am Wechsel des Regisseurs liegen dürfte. Die Geschichte war spannender erzählt und wesentlich düsterer als in den ersten beiden Teilen. Es gab überraschendere Wendungen. Und das Augenmerk wurde mehr auf die Charaktere gelegt. Die Entwicklung der Charaktere im Vergleich zu den ersten beiden Filmen war viel besser zu erkennen. Die wird schon in den ersten Minuten deutlich, wenn Harry den Dursleys gegenüber ungewohnt aufmüpfig ist. Das paßt auch zur Pubertät, in der Harry und seine Freunde inzwischen stecken. Die Schauspieler sind eh klasse. Sie hatten ganz offensichtlich eine Menge Spaß an der Sache.

Wie in den ersten beiden Teilen gab es auch im dritten eine Menge Humor. Die Autorin hat eine großartige Phantasie und man ist immer wieder überrascht, was für tolle Ideen sie hat. Das beginnt bei den verschiedenen Unterrichtsfächern (dieses Mal gibt es u.a. Wahrsagerei mit Emma Thompson als durchgeknallter Professorin), geht über die vorkommenden Fabelwesen (Hippogreife und Dementhoren) und endet bei einer Reise durch die Zeit. Gerade die Zeitreise hat mir sehr gut gefallen. Ich fühlte mich teilweise sogar an Filme wie Zurück in die Zukunft erinnert.

Schade nur, daß man nicht erfährt, wie Sirius Black aus Askaban entkommen ist. Auch einige andere Details hätte man gerne im Film erfahren. Da wird man dann wohl doch aufs Buch zurückgreifen müssen, das laut Erzählungen wesentlich ausführlicher ist.


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