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Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeit (2004)

Eine Kritik von niklas90 (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 14.03.2008, seitdem 298 Mal gelesen


Reese Witherspoon spielt eine junge Frau, die Anfang des 19. Jahrhunderts ihre Eltern verlor und schon immer vom gesellschaftlichen Aufstieg träumte. Durch ihr Aussehen und ihre Intelligenz schafft sie diesen Aufstieg auch und landet in der oberen Gesellschaftsschicht. Allerdings werden bereits diverse Intrigen um sie gesponnen und ihr Versuch noch weiter aufzusteigen misslingt schließlich.

Die Story ist ordentlich. Die Charaktere, vor allem die Hauptfigur werden sehr realistisch und glaubwürdig konstruiert. Darüber hinaus gibt man sich Mühe, sie mit charakterlicher Tiefe zu konstruieren. Die Handlung an sich, die im Übrigen unvorhersehbar ist und ebenfalls realistisch verläuft, ist durchaus solide, verläuft für meinen Geschmack aber zu höhepunktslos auf das Ende zu. Es gibt einfach zu viele Intrigen und Machenschaften, sodass man schnell den Überblick verliert und der Film recht einseitig wirkt. Der Film basiert übrigens auf einem Roman von 1848, der ursprünglich sehr gesellschaftskritisch gedacht war, doch leider fällt diese Kritik im Film viel zu harmlos aus und hat bei weitem nicht den beißenden Sarkasmus, den man sich als Zuschauer erhofft.

Der Film läuft langsam an und kann leider kaum unterhalten. Das Problem der Höhepunktslosigkeit lässt den Film wie einen roten Faden auf das Ende zulaufen, ohne den Zuschauer gut unterhalten zu können. Die liebevolle Charakterkonstruktion geht also auf Kosten des Unterhaltungswerts. Der Mittelteil wird zwischenzeitlich mal spannend und teilweise emotional, ist aber größtenteils einseitig und langweilig. Hier und da ist vielleicht auch mal ein Schmunzeln drin, da wenigstens ein bisschen der Gesellschaftskritik zum tragen kommt. Das Finale ist ebenfalls langweilig und kann leider überhaupt keine Spannung aufbauen. Ich persönlich hätte mir ein schnelleres Erzähltempo und einen schnellern Schnitt erhofft, da der Film doch sehr langatmig ist.

Die Umsetzung gelingt Regisseurin Mira Nair, die bisher kaum durch größere Projekte in Erscheinung treten konnte, gut. Die Filmmusik ist gut gewählt und passt mit ihren meist melancholischen und getragenen Tönen gut zur Handlung. Die Kulisse ist ebenfalls gut. Die Gebäude und Schauplätze wirken historisch authentisch und bieten einiges fürs Auge. Auch die Garderobe ist gut gewählt und wirkt realistisch. Das einzige Manko bleibt hier, dass Nair, wie bereits erwähnt, nicht auf den Unterhaltungswert geachtet hat.

Reese Witherspoon spielt die Hauptrolle hervorragend. Sie spielt die Rolle die ganze Zeit über mit Hingabe und gibt sich sichtlich Mühe, ihre Figur realistisch zu verkörpern. Sie wirkt die ganze Zeit über charmant, manipulativ, elegant und intelligent, wie man es von ihrer Figur erwartet. Darüber hinaus geizt die Oscar-Preisträgerin nicht mit ihren Reizen und zeigt nach ihrer Rolle in "natürlich Blond 2", dass sie auch in ernsthaften Rollen gut aufgehoben ist. Sie ist die absolute Idealbesetzung.
Auch der übrige Cast ist gut besetzt und liefert zum Großteil solide Leistungen ab.

Fazit:
Dieser Film ist definitiv Geschmackssache. Wer sich an hübschen Kostümen und an diversen Intrigen und Beziehungen erfreuen kann, wird diesen Film mögen. Mir persönlich gefällt er jedoch nicht, da er trotz seiner guten Story und seiner hervorragenden Darsteller kaum unterhalten kann. Deshalb gibt es von mir auch nur 4 Punkte, obwohl der Film objektiv betrachtet sicherlich mehr verdient hat.


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