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Gesetz bin ich, Das (1974)
Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 25.03.2004, seitdem 2088 Mal gelesen
Die Filmografie Charles Bronsons war in den Siebzigern von den ewig sich wiederholenden Selbstjustizmustern geprägt, in denen er, rot sehend, für sich selbst seine Ansicht von Gerechtigkeit offenbarte, dabei aber nicht immer ein glückliches Bild abgab. Unter der Regie von Richard Fleischer („Soylent Green“, „Conan the destroyer“) reichte so ein simples Skript jedoch aus, um einen guten Genrefilm nach diesem bewährtem Muster zu produzieren – nicht zuletzt dank Charles Bernsteins („Nightmare on Elm Street“, „Gator“) Musikbegleitung.
Vince Majestyk (Charles Bronson) ist ein Melonenfarmer, der vor Jahren mal in einer Kneipenschlägerei provoziert worden ist, seine Zeit jedoch absaß und nun ein friedliches Leben führen will. Da die erste Ernte ein Reinfall war, muss diese nun anstehende zweite Gewinn abwerfen. Als er sich aber mit einem lokalen Arbeitervermittler anlegt, der ihm den Einsatz eigener Kräfte untersagen will, schon bald in den Knast wandern muss und bei der Flucht die Unterweltgröße Frank Renda (Al Lettieri „Getaway“, „Plattfuß in Hongkong“) übers Ohr haut, ist er auf sich allein gestellt.
„Mr. Majestyk“ ist ein Film nach altbewährtem Bronson-Muster, hat storytechnisch natürlich auch nichts Neues zu bieten und zeigt die Figur Majestyks eben wie man sie damals von Bronson forderte. Wortkarg und zynisch gibt er sich, kuscht vor niemanden und legt in der Not ungeahnten Mut und Einfallsreichtum an den Tag. Ohne einen Anflug von Angst, sondern offensiv stellt er sich dem Profikiller und dessen Anhang. Er ist ein Mann mit Prinzipien, der zur falschen Zeit am falschen Ort ist und war - dem Hilfe versagt blieb. Nun nimmt er die Sache eben selbst in die Hand. Die dabei auftretende, kaum ausgebaute Lovestory zur Mexikanerin Nancy (Linda Cristal) ist dabei nur nettes Beiwerk. Doch seien wir ehrlich, als Liebhaber will man Bronson als Letzten sehen.
Stattdessen ist Action gefragt, die bis zum Ende aber nur sporadisch vorhanden ist. Ob der Ausbruch oder der überlange Showdown – Fleischer zelebriert hier ungemein spektakuläre Autostunts, die es, gemessen am Alter des Films, in sich haben und besonders im Finale einige Achsen gekostet haben dürften. Fliegende, sich überschlagende Autos sind hier genau so eine Selbstverständlichkeit, wie brennende Wracks und Blechschaden en masse. Fleischer zerschrotet hier einiges. Hinzu kommen ein paar hübsch inszenierte und recht blutige Shootouts. Dabei haben es vor allem die letzten Minuten in sich, als das Geschehen aus Majestyks Haus in nur wenigen Minuten komplett verdreht wird und sich der Gejagte zum Jäger entwickelt.
Auch wenn das Skript ohne Überraschungen auskommt, gibt es ein paar Szenen die für knisternde Spannung sorgen. Das liegt zum einen an der menschenverachtenden Brutalität, mit der ab und zu Werke gegangen wird, aber auch an überraschenden Szenen wie dem plötzlichen Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten in einer Bar und der daraus resultierenden Reaktion Majestyks. Insbesondere die finale Konfrontation ist diesbezüglich schon ein kleines Meisterstück – auch wenn Bronsons Strategie doch sehr vom Glück und Zufall begünstigt wird. Andere nennen es auch Können. Na ja…
Fazit:
Dank Richard Fleischer ist „Mr. Majestyk“ ein guter Bronson mit typischer Selbstjustiz, der nur erzählerische Schwächen im Mittelteil offenbart. Auch wenn der Film sich linear am bewährten Schema hält, lohnt ein Einschalten, da die Action wirklich erstklassig ist und Bronson kalt und spröde seine Tour durchzieht. Politisch nicht sonderlich korrekt, aber wer fragt hier schon danach. Die Fans bestimmt nicht.
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