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Football Factory, The (2004)

Eine Kritik von Dr. phil. Zank (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 18.12.2005, seitdem 299 Mal gelesen


Inhalt
Tommy Johnson (Danny Dyer) ist Mitglied in einer Gang von Hooligans, ständig bereit sich mit den Anhängern des Gegners zu schlagen. Angeführt wird die Truppe von Billy Bright (Frank Harper) und Harris (Tony Denham), die selbst verfeindet sind. Durch einen missglückten One Night Stand mit der Schwester des rivalisierenden Bandenchefs, beginnt die Geschichte für Tommy und seine Gang erst richtig schwierig zu werden…

Darsteller
Die Darsteller verkörpern ihre Charaktere glaubhaft, ihr Profil ist allerdings zu unausgereift – was mehr am Skript als an den Darstellern liegen dürfte.

Atmosphäre
Wenn die Kamera um die Massenschlägereien fährt, hat man teilweise das Gefühl mitten im Tatort des Geschehens zu stehen. Die Art und Weise, wie der Protagonist auf seine Gefühlsmisere aufmerksam gemacht wird – nämlich mit Sprüchen auf Plakatwänden oder Graffitis auf Mauerwerken, ist ebenfalls sehr atmosphärisch: Der Zuschauer nimmt Schriftzüge wie “Is it really worth it?“ oder “Turn back or die!“ zwar wahr, vergisst diese aber im nächsten Augenblick wieder. An dieser Stelle ist es gelungen die Scheuklappensicht von Tommy perfekt vom Bildschirm auf den Betrachter zu übertragen.

Musik
Ivor Guest liefert passend zu den Schlägerszenen soliden britischen Underground-Sound, der die Szenen optimal unterstützt. Das Spektrum variiert dabei von Rock bis Techno. Ein Meisterwerk ist der Score nicht, verrichtet aber seinen Dienst.

Impressionen
Man ist es ja mittlerweile gewohnt, dass die Medien pünktlich vor fußballerischen Großereignissen von Ausschreitungen berichten. Oft hat man aber ein falsches Bild von den Leuten, die man als verrückt und irre abstempelt. 'Football Factory' versucht zu zeigen, dass diese Leute auch oft Geschäftsleute sind, die Familie haben und ein ganz normales Leben in der Reihenhaussiedlung nebenan führen und eine Schlägerei nur als Ventil sehen. Nicht alle Hooligans sind abgestumpft und gefühlstot. Die Demonstration gelingt dem Film auch, aber nur ganz schwach: Um eine tief greifende Message zu senden, sind die Charaktere letztendlich zu unausgereift. Man merkt, dass hier und da noch der letzte Schliff fehlt.

Fazit
'The Football Factory' ist ein unterhaltsamer Film für Leute, die sich in irgendeiner – wenn auch nur assoziierten – Weise mit dem Thema Fußball bzw. Hooligans beschäftigen. Der Film kann aber weder mit 'Trainspotting' noch 'Fight Club' konkurrieren – angeblich sollte 'The Football Factory' ja die Symbiose aus diesen beiden Referenztiteln sein. Für ein Drama sind viel zuwenig Elemente vorhanden, die das Genre Drama rechtfertigen. Da Handwerklich alles in Ordnung ist, holt der Film noch einen Punkt raus. 5 / 10


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