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Hillside Strangler, The (2004)

Eine Kritik von horror1966 (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 26.11.2009, seitdem 478 Mal gelesen


Es war eine der furchterregendsten und schmerzhaftesten Kapitel in der Geschichte von Los Angeles. Zwischen 1977 und 1979 ermorden Kenneth Bianchi und sein Cousin Angelo Buono insgesamt 10 Frauen in Hollywood auf grausamste Weise. Ihre Leichen legten sie in verhöhnenden Stellungen an Straßenrändern und in den Hügeln von L.A. ab.

Dies ist die wahre Geschichte der HILLSIDE STRANGLER.



Regisseur Chuck Parello hat im Bereich des Serienkillerfilms einen guten namen, stammen von ihm doch auch Werke wie "Ed Gein" oder "Henry - Portrait of a Serial Killer". So ist es auch keineswegs weiter verwunderlich , das man auch in vorliegendem Film mit einer sehr realitätsnahen Verfilmung über den "Hillside Strangler" konfrontiert wird. Doch haben eben diese Verfilmungen auch zumeist den Nachteil, das es eine ganze Zeit dauert, bis sich ein wirklich konstanter Spannungsbogen entwickelt. Dabei sollte man aber fairerweise erwähnen, das gerade das erste Drittel des Films, in dem die Vorgeschichte erzählt wird und man einen guten Überblick darüber erhält, warum es überhaupt zu den späteren Prostituiertenmorden kam, keineswegs langweilig gestaltet ist. Ganz im Gegenteil, gerade der Charakter von Bianchi wird einem sehr nahe gebracht und man kann es kaum nachvollziehen, wie aus diesem doch eher stillen und unsicheren Mann eine reissende Betie wird, der etliche Frauen auf dem Gewissen hat. Dabei ist es insbesondere der glanzvollen Darstellung von C. Thomas Howell zu verdanken, das der hier entstehende Eindruck von Bianchi sich sehr glaubwürdig und authentisch darstellt.

Besonders die Veränderung seines Charakters, die hauptsächlich durch den Einfluss seines Cousins Angelo Buono (Nicholas Turturro) entsteht, wird ganz besonders gut herausgearbeitet. Die beiden Männer könnten eigentlich nicht unterschiedlicher sein, auf der einen Seite der eher ruhige und manchmal sogar in sich gekehrt wirkende Bianchi, und andererseits der agressive und bestimmende Buono, dem es nicht schwerfällt, seinen mental schwachen und leicht beeinflussbaren Cousin zu manipulieren und für seine Zwecke zu gewinnen. Die Charakterzeichnung der beiden Hauptfiguren ist äusserst gut gelungen und wird durch die excellenten schauspielerischen Leistungen noch zusätzlich unterstrichen.

Durch den ständigen Kontakt zu seinem Cousin verspielt Bianchi alles, sogar seine recht glückliche Beziehung zu seiner schwangeren Freundin Ckaire nähert sich dem Ende, da sein Verhalten immer agressiver wird. Als die beiden Männer dann ihre Mordserie starten, bei der sie die Opfer vollkommen willkürlich aussuchen, scheint der Weg zurück unmöglich zu sein. In diesen Passagen des Films kommt die Wesensveränderung Bianchis besonders gut zum Ausdruck, denn rät sein Cousin zur Vorsicht und will eine sogenannte "Mordpause" einlegen, da die Polizeipräsenz im Rotlichtviertel immer stärker wird, merkt man ganz eindeutig, das sich bei Bianchi eine Art Sucht entwickelt hat, er will töten, um seinen aufgestauten Frust loszuwerden und lässt dabei alle Vorsicht ausser acht. Selbst nachdem er sich mit Claire wieder versöhnt hat und Los Angeles verlassen hat, überkommt ihn immer wieder der Mordtrieb, was letztendlich auch zur Überführung der beiden Serienmörder führt.

Nun ist die vorliegende Fassung des Films leider um gut 7 Minuten gekürzt, wobei es sich zwar lediglich um 2 durchaus geschickt gesetzte Schnitte handelt, wodurch aber 2 Morde praktisch vollkommen unter den Tisch fallen. Allerdings ist dieses Werk trotzdem absolut sehenswert und auch, wenn es nicht besonders viel visuelle Härte beinhaltet, so entwickelt sich doch gerade im Kopf des Betrachters ein nicht zu unterschätzender Härtegrad, der insbesondere durch die Kaltblütigkeit der beiden Killer ausgelöst wird und nicht spurlos an einem vorbeigeht. Insgesamt gesehen hat man es hier mit einer der besten und eindrucksvollsten Verfilmungen über reale Serienkiller zu tun, die ganz besonders durch ihre brillanten Charekterdarstellungen beeindruckt und so einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.


Fazit:

"The Hillside Strangler" ist ein sehr atmosphärischer Film, der zwar einige Zeit braucht, um die richtige Spannung aufzubauen, dabei aber zu keiner Zeit auch nur ansatzweise langweilig erscheint. Durch die besonders gut Darstellung der Hauptcharaktere bekommt der Zuschauer einen sehr authentischen Eindruck des Geschehens geboten und erhält einen tiefen Einblick in die tiefsten seelischen Abgründe der Killer, die sichtliche Freude an ihren abscheulichen Taten haben. Trotz der Kürzung um gut 7 Minuten bin ich der Meinung, das man dieses Werk bedenkenlos weiterempfehlen kann.


7/10


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