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Rashomon - Das Lustwäldchen (1950)

Eine Kritik von manhunter (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 31.05.2006, seitdem 525 Mal gelesen


Drei Fremde suchen in einem verfallenen Haus Unterschlupf vor dem Regen. Zwei von ihnen (ein Holzfäller und ein Priester) sind früher am Tag vor Gericht gewesen und erzählen: Ein Mann namens Takeshiro ist ermordet worden, seine Frau Masako und der Bandit Tajomaru waren in den Fall verwickelt. Alle drei kommen zu Wort (der Tote über ein Medium!)...und erzählen drei völlig verschiedene Geschichten. Doch es gibt noch einen weiteren Zeugen, der die wahre Story kennt…
Kurosawa inszeniert den Film teilweise sehr gemächlich und lässt den Schauspielern öfters mal viel Platz, andererseits gibt es im Film richtig rasante Stellen: Vor allem die Schwertduelle sind sehr schnell choreographiert (allerdings bodenständig und ohne Wire Fu) und es gibt einige beeindruckende Kamerafahrten; ausserdem tendiert Kurosawa ab und an zu einer gewitzten, assoziativen Montage. Manchmal wird’s auch etwas theatralisch-abstrakt, nicht zuletzt durch die simplen Kulissen. Langweilig ist es nie.
Das Spiel der sehr guten Darsteller variiert von subtil bis exaltiert; vor allem Toshiro Mifune als durchgeknallter Bandit kratzt beinahe am Overacting – sehr toll! Aber auch die Vorstellung des Mediums (wo der Film einen hübschen kleinen Schlenker ins Phantastische macht) ist eine bemerkenswerte Schau.
Die Geschichte wird teils etwas unlogisch in den Erzählungen der drei am Verbrechen beteiligten, allerdings soll so wohl darauf hingewiesen werden, dass sie ihre Erzählungen eben bloss zusammenlügen: Sie alle stilisieren die Geschehnisse um den Mord zu einem hehren Konflikt um Niedertracht (der anderen) und Ehre, die Wahrheit ist dann aber längst nicht so rühmlich und entlarvt die geradezu sinnlos wirkende menschliche Verkommenheit, die Thema des Filmes ist. Etwas schade, dass gegen Ende die bis dahin konsequent düstere, fast schon zynische Stimmung des Filmes gebrochen wird zugunsten eines recht kitschigen (und ziemlich weit hergeholten) "Happy Ends", durch das der Glauben an die Menschheit erhalten werden soll.
Aber alles in allem ist RASHOMON ein sehr guter Film um Lüge und Wahrheit und menschliche Schwäche, von Kurosawa so einfach wie packend inszeniert. Überzeugt auch nach mehr als fünfzig Jahren noch.


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