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Freitag der 13. - Das letzte Kapitel (1984)

Eine Kritik von Tool (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 24.09.2002, seitdem 425 Mal gelesen


Wenn die ersten drei Teile so erfolgreich und beliebt waren wie bei der "Freitag der 13."-Reihe, bleibt es nur eine Frage der Zeit, bis ein drittes Sequel ansteht. So war es auch bei "Halloween" und auch bei "Nightmare on Elm Street". Der Unterschied zwischen diesen beiden Filmreihen und den "Freitag der 13." Filme ist aber, dass letztere insgesamt gesehen mit Abstand am unterhaltsamsten und besten sind. Zwar kommt keiner der Filme an den ersten Teil von "Halloween" ran, doch bei dieser Serie gab es zu viele schwächere Filme, sieht man allein die Teile 3-5. "Nightmare on Elm Street"-Fan war ich sowieso noch nie so unbedingt, daher finde ich die "Freitag der 13." Filme am besten. Komischerweise halte ich die Teile, die allgemein für gut empfunden werden, für eher nicht so gelungen. Mir hat "Und wieder ist Freitag der 13." natürlich auch gefallen, aber bei weitem nicht so gut wie der 2. Teil. Teil 4, "Das letzte Kapitel" knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an, das heißt, er spielt in der gleichen Nacht bzw. den Tag darauf. Das wäre schon mal die erste Stärke des Films. Durch den Aspekt, dass der Zuschauer mitbekommt, wie Jason, angeblich tot, ins Leichenschauhaus gebracht wird, und aus diesem sofort wieder ausbricht, nachdem er zwei Ärzte grausam getötet hat, bekommt der Filme eine gewisse Intensivität. Somit wird Jasons Hass und Rachefeldzug besser beschrieben. Wie sehr er nach dem Töten verlangt.
Am nächsten Morgen muss dann gleich mal eine unschuldige Tramperin dran glauben, der von hinten in den Hals bzw. in die Kehle gestochen wird. 6 Freunde, darunter 4 Männer und 2 Frauen, sind gleichzeitig unterwegs zu einem Ferienausflug nahe eines Hauses, in dem Trish samt Bruder und Mutter wohnen. Erstere beiden lernt der Zuschauer bald als eigentliche Hauptpersonen kennen. Ein unbekannter und recht mysteriöser Mann, der anscheinend auf der Suche und Jagd nach Jason ist, gesellt sich noch mit in die Nähe des Ganzen, um erstens Trish Hilfe zu gewähren und zweitens den Bodycount zu erhöhen. Zu diesem tragen auch zwei weitere Frauen bei, die in einem Waldstück von den 6 oben beschriebenen Freunden aufgegabelt und mit in die Ferienhütte "geschleppt" werden. Wäre ja auch unfair, ein Verhältnis von 4 Männern und nur 2 Frauen. Na ja, das hätte dem Film aber wohl besser getan, denn in diesem Punkt offenbart sich ein eher negativer Aspekt. Es ist zwar typisch und üblich für die "Freitag der 13." Filme, sexsüchtige Teenager darzustellen und zu portraitieren, aber es ist echt nervtötend, den Leuten zuzuschauen, wie sie sich gegenseitig um die Frauen streiten. Wer da mit wem ins Bett steigt oder wer mit wem tanzt. Das kann mal kurz angespielt werden, muss aber nicht. Dass das Ganze aber dann so ausgebreitet und in den Mittelpunkt gestellt wird, nervt. Das nimmt den Film ein wenig von der sowieso schon geringen Ernsthaftigkeit. Ein weiteres Manko habe ich aber eigentlich nicht entdecken können. Außer am Ende hat der kleine Junge, Tommy sein Name, noch ein wenig genervt, weil er mit seiner neuen Frisur noch bescheuerter aussieht, als er es sowieso schon tut. Ansonsten ist "Freitag der 13. - Das letzte Kapitel" ein solider Nachfolger der drei ersten Teile. Wie schon im direkten Vorgänger sind auch diesmal wieder die blutigsten und brutalsten Effekte der Reihe vorhanden. Die Beschlagnahmung bleibt mir wie so oft dennoch ein Rätsel, aber Szenen, in denen z.b. einem Mann der Kopf mehr oder weniger abgesägt und -gerissen werden oder wie zum Schluss die Machete in Großaufnahme ganz langsam in Jasons Kopf schneidet, noch dazu mit viel Blut, zählt schon zu den brutaleren Effekte der legendären Horrorreihe.
Dass "Freitag der 13." und sämtliche Nachfolger nicht unbedingt zu den Suspense-Klassikers des Genres gehören, ist hoffentlich auch jedem bekannt. Somit erwartet uns auch diesmal kein nervenzerrendes Erlebnis, das großartig auf Atmosphäre baut. Es gibt zwar die ein oder andere bedingt spannende Szene, doch alles ist wie in den anderen Teilen irgendwie offensichtlich. Vielen anderen Filmen werden solche Punkte zum Verhängnis, aber bei den "Freitag der 13." Filmen ist das eher nebensächlich. Handwerklich ist alles ok, die Goreeffekte von Tom Savini sind realistisch und gut inszeniert und Kurzweile erstreckt sich eigentlich über den ganzen Film. Der Stil, den man von den Filmen einfach kennt, ist beibehalten worden, auch der 4. Teil hat irgendetwas, was den Film zum Kult macht. Vorhersehbar, nicht innovativ, eintönig. Aber trotzdem unterhaltsam und stilvoll. Das macht die Filme zu Klassikern. Meines Erachtens zählt "Freitag der 13. - Das letzte Kapitel" schon zu den besseren Teilen der Reihe, sind aber irgendwie alle fast gleich gut. 7/10 Punkte


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