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Freitag der 13. - Das letzte Kapitel (1984)
Eine Kritik von Lloyd (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 18.10.2004, seitdem 371 Mal gelesen
ACHTUNG SPOILER
Wer nicht über diverse Details des Films informiert werden möchte, sollte hier aufhören zu lesen.
(Hinweis: Dieses Review beruht auf der ungeschnittenen R-Rated version, nicht auf der geschnittenen deutschen Fassung)
FREITAG DER 13. - DAS LETZTE KAPITEL
Story:
Nachdem er von Chris eine Axt in den Kopf geschlagen bekommen hat, liegt Jason Voorhees leblos in der Scheune, in welcher der Showdown des dritten Teils stattfand. Der Körper des wahnsinnigen Mörders wird in die Pathologie verfrachtet; dass es Jason, der natürlich noch immer lebt, nicht lange da hält, ist logisch. Nachdem er zwei Ärzte übelst zugerichtet hat, macht sich der Mann mit der Hockeymaske wieder auf gen Crystal Lake. Dort, in aller Einsamkeit gelegen, wohnt die Familie Jarvis, die ein geräumiges Ferienhaus an sechs junge Leute vermietet hat. Weder die Teens noch die Jarvis’ bemerken Jason, der die Urlaubs-Idylle einmal mehr zum Schlachtkabinett werden lässt. Am Ende wagt es nur einer, sich ihm zu stellen: der 12-jährige Tommy…
Teil 2 hatte knapp $22 Mio., Teil 3 dann über $36 Mio. eingespielt. Dieser Erfolg schrieb eine weitere Fortsetzung der Reihe regelrecht vor. Der Titel THE FINAL CHAPTER wurde nicht umsonst gewählt – ursprünglich sollte die Akte Voorhees mit diesem Film ein für allemal geschlossen werden. Als Teil 4 dann aber mit $33 Mio. US - Kinogewinn zu einem weiteren großen Erfolg wurde, war auch diese Idee zum scheitern verurteilt. Die Handlung um Jason Voorhees, den schier unzerstörbaren Killer mit Schwäche für Urlauber am Crystal Lake, hat sich auch in Part 4 nicht verändert. Das Geschehen wurde dieses Mal auf die Kulisse von zwei Ferienhäusern übertragen, ansonsten ist alles beim Alten geblieben – erfreulicherweise auch die überzeugende (Slasher-) Qualität, die bislang jeder der Vorgänger zu bieten hatte. Wenn man mal einen genauen Blick auf die zeitliche Linie der Reihe wirft, so stellt man fest, dass Teil 2,3 und 4 innerhalb von sechs Tagen spielen – alle hintereinander; und das ist spätestens mit diesem Teil, eigentlich schon in Teil 3, unglaubwürdig geworden, da vor Ort am Crystal Lake wie schon im Vorgänger nichts von den Vorfällen, die sich dort ereignet haben, gezeigt wird (außer halt wenn gerade jemand Fernsehen guckt). Des weiteren hab ich noch nichts davon gehört, dass sechs Mal direkt hintereinander Freitag der 13. ist.
DAS LETZTE KAPITEL greift die Atmosphäre aus den ersten beiden Teilen wieder mehr auf als Teil 3: der dichte Wald und die sehr einsam darin gelegenen Häuser stellen in Verbindung mit einigen Shots vom Crystal Lake die altbekannte, coole Location dar. Die Grundstimmung wirkt dieses Mal noch ein kleines bisschen düsterer, was dem Film sehr zu Gute kommt. Jason sieht man im Verlauf des Films eigentlich eher wenig, in diesem Teil hat er etwas von einem leise herumschleichenden Schatten, der aus dem Hinterhalt zuschlägt. Auch der anfängliche Flashback stellt ein gelungenes Intro dar: er beleuchtet alle bisherigen drei Filme und wartet mit einer ganzen Reihe gut aneinander gereihter Schocks und Mordsequenzen auf, bevor die Anfangscredits zu Harry Manfredinis Score über den Bildschirm flackern. Auch die Musik ist wieder besser geworden – im Gegensatz zu den Discobeats aus UND WIEDER IST FREITAG DER 13. hört man hier eine weitere Variation des altbekannten Themas, die genauso überzeugend daherkommt wie die von Teil 1 und 2 und in meinen Augen immer noch am besten zu einem Film dieser Reihe passt.
Neben den positiven Aspekten gibt es natürlich auch wieder einen inzwischen fast zum Standart gewordenen Kritikpunkt: der Ablauf des Films wird wieder einmal mit teilweise unnötig langen Füllszenen gestreckt. Nachdem Jason aus der Pathologie ausgebüxt ist und noch eine Tramperin umgelegt hat, lässt er sich für die nächsten 20 Minuten erstmal gar nicht mehr sehen, und die müden ‚Charaktere’ werden erstmal ‚vorgestellt’: In einer Sequenz dürfen wir 6 Minuten lang (!) dem dämlichen Geschwafel der (obendrein auch noch ziemlich mies synchronisierten) Teenies zuhören, ihnen beim flirten, rumschmusen und tanzen zugucken, was teilweise schon eine ganze Menge Geduld erfordert; das Argument, diese Szenen seien nötig, um einem die Figuren näher zu bringen, konnte man ja – wenn wir ehrlich sind – eigentlich schon im Original knicken. Doch was will man denn schon, wenn man sich einen solchen Film anschaut? Es ist die immergleiche Gruselgeschichte um den grauenhaften Mann, der dich holen kommt, wenn du dich in die Wälder traust und der blutigen Legende keine Beachtung schenkst, es ist der Charme innerhalb solcher Geschichten, vor denen sich jeder als Kind mal gegruselt hat und von dem auch dieser FREITAG - Teil ganz schamlos profitiert. Also soll ich dem Film hierfür Minuspunkte geben? Einen gibt’s auf jeden Fall, da einige (oben genannte) Szenen einfach nur unnötig gestreckt worden sind. Aber auch hier gelten dieselben Regeln, wie schon in den Vorgängern: Jason kommt bestimmt und wird all die, die den Film unnötige Minuten zwecks Rummachen und Nacktbaden gekostet haben, kalt machen; und das tut er hier einmal mehr auf ganz schön brutale Art und Weise.
Obwohl CIC nach dem Verbot des dritten Teils DAS LETZTE KAPITEL von vornherein nur in einer geschnittenen FSK 18 – Fassung veröffentlichte, in der bereits Großteile des heftigsten Materials fehlten, wurde selbst die eingezogen. Die ungeschnittene Fassung (in Deutschland offiziell nie erschienen) haut da schon deutlich mehr rein und lässt den Gorefan auf seine Kosten kommen. Im Direktvergleich zu Teil 3 fällt auf, dass einige der Morde zwar noch etwas härter ausfallen, diese jedoch extrem schnell geschnitten sind, sodass man die harten Details bei der Ermordung des Arztes, der Tramperin und vor allem auch Jimmys nur kurz bis extrem kurz zu sehen bekommt. Das ist zum Glück nicht immer der Fall. Die Schlauchboot-Szene ist die inzwischen dritte und meiner Meinung nach gelungenste Hommage an Kevin Bacon’s Tod im ersten Part und auch die anderen Morde überzeugen größtenteils. Vor allem der abschließende Kill ist ein Augenschmaus: Tommy (gerade mal 12 Jahre alt und drei Käse hoch) fetzt Jason eine Machete in den monströs entstellten Kopf (Jasons Gesicht sieht dieses Mal echt verunstaltet und fies aus), Jason fällt mit dem Kopf voran zu Boden und die Machete schiebt sich immer weiter durch seinen Kopf. Hier liegen also mit die heftigsten Effekte der Reihe vor.
Tom Savini, der bereits die beachtlichen Make-up-Effekte des Originals schuf, legte hier zum zweiten Mal Hand an – und das kann sich sehen lassen. Auch wenn die Unterschiede gering ausfallen, da es auch vorher schon ziemlich blutig zuging: von den Effekten her ist DAS LETZTE KAPITEL (zusammen mit der Unrated version von JASON GOES TO HELL natürlich) der härteste Teil, sogar knapp vor Teil 3. Untermalt wird der Gorefaktor noch von einer Reihe sehr gut positionierter, teilweise perfekt zündender Jump-out-of-your-seat-shocks, die in einer größeren Anzahl vertreten sind als im Vorgänger.
Vom Ablauf her kann man nicht wirklich etwas bemängeln außer eben dem von mir bereits oben genannten Füllmaterial, das mit 20 Minuten doch arg lang daherkommt. Sobald es allerdings dunkel ist, muss man jede Sekunde darauf gefasst sein, dass Jason kommt und einen holt. Die klassische Finalhatz über Stock und Stein (natürlich wieder mit einer gut aussehenden jungen Dame als Gehetzte) ist einmal mehr unterhaltsam und knochenhart geraten. Da wird mit Messern und Äxten gehackt und geworfen, durchbohrte Leichen als Wurfgeschosse verwendet und noch so Einiges mehr, bis es dann zu der legendären Endsequenz mit der Machete kommt und Jason zum ersten Mal im diesem Teil die Maske ‚fallen’ lässt – schieße sieht er immer noch aus, keinen Deut hübscher isser geworden, aber eine echt fiese Visage hat er hier, besser als alles Vorangegangene, ich neige dazu zu sagen, das beste Jason Make-up der gesamten Reihe – sieht irgendwie verdorben und entstellt, aber gleichzeitig noch human und glaubwürdig aus.
Fazit: Der Film bleibt ein Slasher – Klassiker und hat nicht zu Unrecht hierzulande seinen berühmt – berüchtigten Ruf, wohl auch vor allem wegen der Beschlagnahmung. Für den damals offiziell als letzen Part angekündigten Teil der bis dato überzeugenden Crystal Lake - Saga bietet auch Runde 4 alles, was man als Horrorfan von einem solchen Film erwarten kann: Unterhaltung. Angesichts der harten, sehr gelungenen Effekte, coolen Schocks, einem sehenswerten Showdown und das alles vor altbewährter Backwood – Kulisse, kann man über die Längen und altbackenen Klischees hinwegsehen – das altbekannte Konzept geht zum vierten Mal auf. Mehr noch: hinter dem atmosphärisch unüberbotenen Erstling ist Teil 4 der vielleicht sogar beste FREITAG DER 13. der Reihe, obwohl bereits Teil 2 und 3 stark sind. Die ersten vier Filme sind aber ohnehin absoluter Kult und jeder vernünftige Horrorfreak muss sie einmal gesehen haben um sich ein Bild zu machen. Die schwedische/dänische/englische DVD ist für den Sammler eine Empfehlung, da sie alle deutsche Tonspuren haben und uncut sind. Sollte dennoch jemand auf das alte CIC – Tape stoßen und es nicht bunkern, hat er selber Schuld; der Sammlerwert ist nämlich inzwischen verdammt hoch.
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