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Jennifer 8 (1992)

Eine Kritik von Tool (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 19.01.2003, seitdem 331 Mal gelesen


Andy Garcia und Lance Henriksen begeben sich in diesem Film auf die Hatz auf einen Serienkiller, der es auf blinde Frauen abgesehen hat. Die Story verspricht Einiges an Spannung und genau dieses Versprechen hält sie auch, denn "Jennifer 8" ist ein durchaus gelungener Psychothriller, der zwar mit Meilensteinen wie "Sieben" oder "Das Schweigen der Lämmer" bei Weitem nicht mithalten kann, aber dennoch die meiste Zeit überzeugt. Vor allem der Atmosphäre, die sehr düster und dicht gehalten wird, ist es zu verdanken, dass der Film nicht im Einheitsbrei des Durchschnitts versinkt. Lediglich der Showdown kann als solcher fast nicht bezeichnet werden und enttäuscht ein wenig, in Anbetracht der vorherigen 110 Minuten kann da aber, etwas großzügig, hinweggesehen werden.
Wie oben bereits erwähnt, handelt "Jennifer 8" von einer Mordserie in einer Kleinstadt, die zunächst gar nicht als solche aussieht. Vor ein paar Jahren schon wurden ein paar Mädchen ermordet aufgefunden, keiner jedoch war in der Lage, sowohl Verbindungen der Morde untereinander noch den Mörder selber herauszufinden. Bis sich der Cop John Berlin (Andy Garcia) in diese Kleinstadt versetzen lässt, da er sich von seiner Frau getrennt hat und zudem sein bester Kumpel Freddy Ross (Lance Henriksen) bei der hiesigen Polizei arbeitet. Berlin agiert von Beginn hochmotiviert, während seine Kollegen bei dem neuesten Mordfall an einem weiteren blinden Mädchen nicht im geringsten Parallelen zu anderen ähnlichen Morden ziehen. Deswegen ist Berlin auch meist auf sich allein gestellt, nur Ross kann er immer mehr davon überzeugen, dass es sich immer um den selben Täter handelt. Zusammen mit der blinden Helena Robertson (Uma Thurman), die Berlin in einem Institut für Blinde kennenlernt, machen sich die beiden Cops auf die Suche nach dem Serientäter. Aber schreckliche Vorfälle überschlagen sich plötzlich...
Schon immer wollte ich "Jennifer 8" einmal sehen, komischerweise habe ich das bis vor Kurzem nie getan. Nun bin ich zwar nicht gerade begeistert, auch nicht überrascht, ich war aber recht gut unterhalten und der Mörder steht auch bis zum Schluss nicht fest, d.h. normalerweise ist es unmöglich für Konsumenten, beim erstmaligen Ansehen den Täter vorzeitig zu entlarven, ohne vorher irgendetwas über den Film gehört zu haben.
Die Schauspieler spielen solide, herausragt natürlich Uma Thurman, die in ihrer Rolle als Blinde wirklich hervorragend agiert und einen realistischen und nachvollziehbaren Eindruck macht. Andy Garcia spielt die Person, mit der sich der Zuschauer identifizieren soll, was auch gelingt, denn Garcia spielt sehr gefühlvoll, man kann wirklich enorm Sympathie für ihn aufbauen. Vor allem gegen Ende, wo es immer enger für Berlin zu werden scheint, hat der Zuschauer ein mulmiges Gefühl im Magen, ohne dass auf dem Bildschirm oder der Leinwand etwas Bedeutendes geschieht.
Seine Funktion als Psychothriller kommt "Jennifer 8" voll nach, sind doch teilweise extrem spannende Szenen vorhanden, ich erinnere nur an die Szene eines Nachts im Blindeninstitut oder gegen Ende, das Helena die Wendeltreppe hinunterrennt, der Killer hinter ihr her.
Ein paar Schwächen machen sich auch auf, ist hier und da doch die ein oder andere Länge zu erkennen, was aber den Gesamteindruck nur ein klein wenig schmälert. Im Gegensatz zu Genregrößen wie "Sieben" wird "Jennifer 8" beim mehrmaligen Ansehen wohl nicht mehr so unterhalten, denn der Film ist einfach zu gewöhnlich, um etwas Besonderes zu sein, auch wenn er meines Erachtens über dem Durchschnitt liegt. Dennoch, für spannende Unterhaltung ist bei diesem Film auf jeden Fall gesorgt und wer auf Serienkillerfilme steht, kommt um "Jennifer 8" nicht herum. 7/10 Punkte


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