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Riddick - Chroniken eines Kriegers (2004)

Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 01.02.2005, seitdem 400 Mal gelesen


Der gemeinhin größte Proll Hollywoods - es ist derzeit wohl ohne Zweifel Vin Diesel. Wo Arnie und Sly mit Schlagkraft und treuen Kugeln einst ihre Widersacher ins Jenseits schickten, ist es heute eben jener Vin Diesel, der, im Dienste einer moderneren Popcorn-Generation stehend, in "Riddick - Chroniken eines Kriegers" irgendwo in einer unüberschaubaren Science-Fiction-Welt herumtobt. Die Zeiten haben sich geändert, das äußere Gewand sich verändert, aber der Kern ist der gleiche geblieben.

Seine Konsistenz besteht nach wie vor aus einem üblicherweise kaum nennenswerten Plot, der hier allerdings noch vorzugeben versucht, hochtrabend episch zu sein. Wenn sich jedoch Hollywoods bereits actionerfahrener Muskelprotz die Hauptrolle einverleibt hat, dann liegt es beinahe in der Natur der Sache, dass mit dem Endergebnis kein Anspruch in Verbindung zu bringen sein wird. Da mag das zwar nicht innovative, aber zuweilen auch nicht uninteressante, hier präsentierte Filmuniversum noch so vielversprechend sein, am Ende bleibt es wie so oft bei marginaler Phrasendrescherei und vor allem Logiklöchern, so weit das Auge reicht. Die dicksten Dinger spielen sich auf dem Planeten Crematoria ab. Zwischen Schattenseite und dem einer Sonne zugewandten Teil herrscht dort ein feiner Temperaturunterschied von mehreren Hundert Grad Celsius. Unter diesen äußerst lebensfeindlichen Bedingungen existiert erstaunlicherweise nicht nur eine Atmosphäre, Riddick und Konsorten sind außerdem noch imstande, sich in schlichten schattigen Felsnischen vor der gigantischen Hitze zu schützen. Mit einigen Tröpfchen Wasser vermag man da sogar, das Sonnenbad ungebräunt zu überstehen.

Sieht man einmal davon ab, beweist Regisseur David Twohy eindrucksvoll, wie man zeitgemäße 08/15-Action dreht. Da ragt gänzlich nichts heraus. Der Schnitt ist oftmals schrecklich unübersichtlich und der Härtegrad strikt jugendkonform - im Gegensatz zu den guten alten, markanten Schwarzenegger- und Stallone-Schinken. Einzig und allein die generelle Optik kann sich sehen lassen. Wie schon im Überraschungserfolg "Pitch Black", der mit seinem Sci-Fi-Horror einen wesentlich reizvolleren Weg einschlug, wurde auch hier unter anderem wieder mit schönen Farbfiltern gearbeitet.

Vin Diesel mimt den emotionskargen, nur allzu gerne Oneliner schwingenden Antihelden Riddick übrigens routiniert wie im Vorgänger. Diesen muss man, um der Geschichte folgen zu können, gar nicht einmal gesehen haben. Es lohnt sich dennoch, falls man es noch nicht getan hat, für den kurzweiligen "Pitch Black" einen Blick zu riskieren, denn im direkten Vergleich mit dem durch und durch unmotiviert heruntergekurbelt wirkenden "Riddick - Chroniken eines Kriegers" ist man damit sichtlich besser bedient.


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