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Riddick - Chroniken eines Kriegers (2004)
Eine Kritik von Chili Palmer (Bewertung des Films: 3/10) eingetragen am 14.03.2005, seitdem 472 Mal gelesen
PITCH BLACK war damals für mich eine nette kleine Überraschung: Ein Low-Budget-Film, der mit vergleichsweise erstaunlichen Effekten und einer schnörkellos erzählten Geschichte zu unterhalten wusste, und mit dem quasi unbekannten Vin Diesel alias Riddick wirklich mal wieder eine erinnerungswürdige Figur bot, die den Zuschauer zweifeln ließ, ob denn die Monster das Gefährlichste auf dem abgelegenen Planeten waren. Doch das Allerwichtigste war: Der Film gab nicht vor, mehr zu sein, als er war.
Das bringt mich nun zu RIDDICK - CHRONIKEN EINES KRIEGERS, der, ursprünglich als Prequel zu PITCH BLACK geplant (warum wird diese prinzipiell interessante Idee immer wieder fallen gelassen? Z.B. auch bei Matrix?) nun die Geschichte des meistgejagten Mannes des Universums weitererzählt. Denn dieser Film plustert sich schon von der ersten Minute an zum Sternenepos schlechthin auf und lässt damit den minimalistischen Reiz seines Vorgängers hinter sich. Aber, okay, so lange er gut ist, ist das ja auch völlig egal. Der selbe Regisseur, der selbe Hauptdarsteller, ist doch schön, wenn sie diesmal ordentlich Geld für ihr Baby zur Verfügung haben. Sogleich malte ich mir aus, wie der Film denn werden würde; vielleicht so eine Art Dr. Kimble im Weltall? Tausende von Kopfgeldjägern auf der Spur von Riddick, wilde Verfolgungsjagden über diverse Planeten? Warum nicht.
Als dann die ersten Trailer auftauchten, wurde bestätigt, das optisch diesmal ordentlichst geklotzt wurde. Dune, Star Wars, Starship Troopers... es gibt schlechtere Vorbilder.
Schien ganz reizvoll, so eine Art prolliges Star Wars, nach dem Motto "Scheiß auf die Macht, ich hab doch Fäuste".
Zudem war das ja nun die Möglichkeit, einen interessanten Charakter auszubauen und endgültig zur Kultfigur zu machen. Immerhin hieß der Film wie der Typ.
Tja, nun habe ich ihn endlich gesehen, bin ziemlich verwirrt, und wenn jemand anderes an diesem Film herumgefummelt hätte, und Vin Diesel nicht selbst produziert hätte, hätte ich das sicherlich auf diese Tatsache abwälzen können. Aber nein! Das sind die Leute, die PITCH BLACK gemacht haben! Die sich doch eigentlich mit dieser Figur auskennen sollten. Ihm einen Rahmen für seine lässigen Oneliner und seine Spezialfähigkeiten geben sollten. Stattdessen mutiert der Film nach Diesel-mäßigem Anfang zu einer galaktischen Seifenoper. Ich meine, es würde doch genügen, die Nekromonger brav ihre Aufgabe als absolut gnadenlose Planetenvernichter erfüllen zu lassen, wer braucht denn da noch diese völlig aufgesetzten Intrigen in ihren Rängen? Nicht, dass ich etwas gegen Nebenhandlungen hätte, aber diese bösen Charaktere sind einem doch alle so herzlich egal, da hätte man Zeit sparen können, die die Hauptfigur gut hätte brauchen können. Denn: Für einen Film, der RIDDICK heißt, ist entschieden zuwenig Riddick drin. Seine Spezialfähigkeiten? Größtenteils ungenutzt. Spektakuläre Aktionen? Überschaubar. Ich meine, er könnte doch hier wie weiland Arnie durch den Film walzen, sprich: der Mittelpunkt des Ganzen sein. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, man hätte irgend einen beliebigen Haudegen in die Handlung setzen können, es hätte keinen Unterschied gemacht. Wer ist Riddick? Was treibt ihn an? Wann wurde er "Verbrecher"? Das Geschehen spült um die Hauptfigur herum, die vager bleibt als in dem Film, in dem sie noch Nebenfigur war. Riddick reagiert nur, er agiert nie. Der einzige Hintergrund zu seiner Figur: Er ist der letzte Furianer. Donnerwetter.
Auch die anderen Figuren sind gänzlich uninteressant: Thandie Newton ist ganz furchtbar böse, warum, erfährt man nicht, Eomer ist auch ganz böse, weil er eine blöde Frisur tragen muss, und Judi Dench darf fröhlich durch den Raum schweben und weise gucken, mehr ist nicht. Sie hätte doch quasi ein weibliches Pendant zu Obi-Wan werden können, eine vergeistigte Mentorin als Konterpart zu dem handfesten Riddick, das hätte bestimmt ein paar lustige Szenen abgegeben.
Apropos lustig. Underverse, Crematoria, Furianer (fast and the furians?), als ich diese Namen das erste Mal in einer Zeitschrift las, dachte ich noch: Prima, das wird jetzt so ein Edeltrash, schön laut mit permanentem Augenzwinkern. War wohl nichts. Der Film nimmt sich und sein Universum so ernst, dass er sich der Chance beraubt, der böse Bruder von STAR WARS zu werden. Wobei es dafür schon an Bezügen zum ersten Teil mangelt: Entweder die Charaktere werden flink entsorgt (Priester), oder sie werden komplett auf den Kopf gestellt (Jack), und dann doch umgebracht. Ordentliche Charakterentwicklung ist was anderes, aber das begann ja schon mit der Hauptfigur...
Vielleicht hatte ich einfach nur völlig falsche Erwartungen, ich kenne nämlich durchaus Leute, die sich wie Bolle amüsiert haben. Insofern will ich nicht komplett von diesem Film abraten: Wer auf gigantische Special Effects steht und eher zweitrangige Handlungen gütig abnickt, könnte mit diesem Film glücklich werden. Ansonsten soll ja auch noch Teil Drei kommen...
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