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Riddick - Chroniken eines Kriegers (2004)

Eine Kritik von DasGrendel (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 01.10.2006, seitdem 325 Mal gelesen


Hai Leute!

Dies wird eine geteilte Kritik, denn einmal bewerte ich die Kinoversion und anschließend den Directors Cut.

Vor langer langer Zeit in einer Filmgalaxis weit weit entfernt, waren Kindergeburtstage im Kino, wenn es um Action ging nicht erlaubt. Und natürlich auch nicht auf VHS. Im Seitenarm dieser Filmgalaxis gab es einen einzelnen Planeten, den drei Sonnen umkreisten und auf dem ein Frachter notlanden musste. Pitch Black nannte man diese Geschichte, eine glorreiche Geschichte von Coolness, Härte und einem absolut unanfechtbaren Richard B. Riddick.

Nach diesem Ereignis, dieser Offenbahrung des Flimmerschirmhimmels, wurde bekannt gegeben, dass es einen zweiten Teil geben wird. Halleluja. (oder so ähnlich)

Riddick - Chroniken eines Kriegers, oder auch bekannt unter Chronische Aneinanderreihung von Pseudocoolszenen und dem Kriegspfad der Synchronisation.

Nun, um den letzten Punkt schnell abzuhandeln, Filme in Deutschland schauen ist nicht immer ein Vergnügen, und wenn möglich sollte man sich schon das Original anschauen. Also war das mein Fehler. Aber was die Synchronisation da an Namensgebungen heraus gehauen hat, grenzt schon ans Lächerliche.

Nunja, ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig, endlich eine Fortsetzung, mehr Budget, andere Story, mehr aus dem Universum usw. Leider kann ich diese Punkte alle nicht negieren, denn im Prinzip kam auch alles so wie sie sagten, nur halt nicht meinen Erwartungen entsprechend. Sicherlich soll man einen Film nicht verurteilen, der nicht den eigenen Erwartungen entspricht, aber man muss sich trotzdem gut unterhalten fühlen, und genau dies ist nicht eingetreten. Die Story war greifbar, jedoch völlig aus dem Zusammenhang gerissen, man hat nahezu nichts über Riddicks Vergangenheit oder seine Welt erfahren. Aus dem Nichts kommt eine dunkle Armee und ausser ein paar lapidaren Sätzen, dass sie eine düstere Religion haben und dieser bis zum letzten Mann folgen, weiß man selbst am Ende nichts darüber. Nur weil sie konvertieren werden es Krieger? Alles klar.

Die Effekte selbst sind einfach gut, es hat alles einen eigenen Stil und diesen in sich aufzunehmen macht schon Laune. Aber nebenher den Rest eines Filmes so zu vernachlässigen halte ich für einen kapitalen Fehler, und die allgemeinen Kritiken geben mir da Recht. Im Prinzip ist Riddick eine Aneinanderreihung von Actionszenen, die jedoch dann auch noch sehr schnell geschnitten sind, und scheinbar im Vollzoommodus gedreht wurden. Man erkennt rein gar nicht was passiert. Und das nimmt dem Film selbst Spannung, denn ein SiFiActioner mit unverfolgbaren Kampfszenen macht einfach schon mal zur Hälfte keinen Spaß mehr. Von den Logiklücken mal ganz abgesehen, denn die Episode auf dem tollen Planeten Crematoria (wer auch immer sich diesen bekloppten Namen ausgedacht hat) ist nahezu hanebüschen. Also so ganz spontan fallen mir drei andere Schauplätze ein, die viel cooler und sinniger gewesen wären als eine total tranige Rennerei über eine Planetenoberfläche die aberwitzige Temperaturen zu bieten hat.

Was dann kommt hat auch nicht mehr viel mit einem durchdachten Plot zu tun. Die anderen Rollen bleiben mehr als blass, der frühe Tod von Iman ist ungeschickt, die Rolle von Cara beschränkt sich auf athletische Einlagen und das bei der Vorgeschichte ist einfach die Höhe. Eine leider sehr miese One Man Show, und auch wenn die Oneliner immer ganz trocken kommen und Vin Diesel eine gute Figur macht, braucht es doch auch charismatische Widersacher um erst das Tier, sorry den Furianer zu wecken. Was es mit denen auf sich hat, bleibt sowieso im Dunkeln. Was nicht minder ungeschickt ist. Ergo bleiben wirklich alle anderen Leute blass, wenn nicht gar total unwichtig zurück.

Als Nachfolger von Pitch Black hat Riddick versagt. 3/10

Als SciFi Unterhaltungsfilm ist er ganz unterhaltsam aber nicht fesselnd oder befriedigend. 6/10

Die Effekte sind gut, die Story eher mau. 5/10

(3+6+5)/3 = 4,667/10

Aber nun kommt die Überraschung, zwei Jahre nach dem Kinofilm bringen die geldgeilen Studios eine überarbeitete Directors Cut Fassung heraus.

Nun, leider ist auch hier Crematoria dabei, aber die angekündigten und auch realisierten 15 Minuten mehr Filmmaterial lohnen sich absolut. Da ich die Filme gerne habe, wurde der auch gleich bestellt, aber sicherlich ist auch ein Gang in die Videothek möglich.

Viele Dinge werden klarer, und auch die Story kommt ein wenig unverworrener daher, was sich absolut positiv auf die Bewertung äussern wird. Die einzelnen Charaktere zeichnen sich besser ab, zwar bleibt Iman früh auf der Strecke, aber weil die Bösewichte, um es so auszudrücken, mehr heraus gestellt werden, kann man das verschmerzen. Ein Karl Urban wirkt dann nicht mehr wie ein hölzerner und finsterer Lakai, sondern wie ein Commander der dunklen Armee. Und vor allem sieht man, was die Furianer sind. Zwar könnte es noch immer eindeutiger sein, aber man kann nicht alles haben. Als simples Fazit... der Directors Cut hätte eigentlich im Kino laufen sollen, auch die Kampfszenen sind nicht mehr so drastisch kurz geschnitten und der Kindergeburtstag ist auch vorbei.

Als neue Verfilmung von Pitch Black, bin ich weit aus mehr überzeugt. 7/10

Als SciFi Unterhaltungsfilm funktioniert er nun weitaus besser. 8/10

Die Story hinkt noch immer hinterher, aber wird klarer und die Effekte bleiben ja erhalten. 7/10

(7+8+7)/3 = 7,333/10

Da ich nicht vergessen kann, was mir vor zwei Jahren angetan wurde, werden die beiden Bewertungen zusammen gelegt.
(7,33 + 4,667)/2 = 6/10


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