Eine Kritik von Dr. Till (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 04.01.2007, seitdem 225 Mal gelesen
Im Universum herrscht reger Aufruhr: Die Knilche der Necromonger machen nach und nach zahlreiche Planeten platt. Nur ein Furianer kann dem Morden Einhalt gebieten. Wie es der Zufall so will, ist Riddick (Vin Diesel), Schlüsselfigur aus dem Vorgänger "Pitch Black", der letzte Furianer. Also hängt jetzt alles von diesem Antihelden ab.
Im Vergleich zum Vorgänger wird gleich eine ganz andere Richtung angeschlagen: Im Jahre 2000 stand man ja noch mit einem Bein im Horrorgenre, jetzt jedoch artet das Ganze eher in Richtung Space Opera aus - zumindest am Anfang. Eine ganze Rasse, die das Universum unterjocht und gleich eine Hand voll Individuen, die dabei eine Rolle spielt; es wirkt fast so, als wollte man den Film mit Story so richtig vollpumpen. Eine gehaltvolle Story erreicht man aber bestimmt nicht mit einer Vielzahl an Charakteren. So leicht macht es sich "Riddick" aber glücklicherweise nicht, dezent störend ist einzig die Tatsache, dass die Geschichte um die Necromonger schon echt ziemlich abgehoben ist und weit weniger bodenständig, als es ein Protagonist wie Riddick vermuten ließe. Man muss sich gerade als Kenner der Vorgänger erstmal durchbeißen und wer meint, mit "Riddick - Krieger der Finsternis" gut auf diesen Film vorbereitet zu sein, der irrt gewaltig, denn eigentlich wird nur bewiesen, wie überflüssig jenes Kurzfilmchen ist.
Nach und nach lichtet sich das Feld und man beginnt sich mit den Charakteren anzufreunden. Vin Diesel kommt als Riddick natürlich obercool daher und eigentlich wurde der gesamte Film nur um hin herum aufgebaut. Dass kann man auch leicht aus der Linearität der Geschichte, die fast ausschließlich aus Riddicks Blickwinkel präsentiert wird, schließen. Daneben gibt es zwar noch viele andere tragende Figuren, die auch mal eigene Szenen bekommen, so wie der aufstrebende Vaako (Karl Urban) und dessen manipulative Frau (Thandie Newton), die Story wird trotzdem nur geringfügig in die Breite gezerrt. Macht aber auch nichts, den die kleine Odyssee des Riddick kommt später auf Hochturen.
Highlight ist wohl der Aufenthalt im Gefängnis des Planeten Krematoria. Riddick lässt sich praktisch hierhin "eskortieren", da er die gealterte Jack (Alexa Davalos), die auch schon im Vorgänger eine Rolle spielte und sich jetzt Kyra nennt, wiedersehen möchte. Der Knast ist schön dreckig und voller Gefahren und erinnert deshalb an den tatsächlichen Serienhöhepunkt. Dieser fand sich nicht etwa in Filmform, sondern als Videospiel auf der X-Box unter dem Namen "Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay" und behandelte auf extrem unterhaltsame Weise den berüchtigten Gefängnisausbruch Riddicks, also dessen Vorgeschichte. Auch für Nicht-Kenner sollte diese Phase dem Film zu mehr Tiefe verhelfen, wird doch die übertakelte Space Opera-phase eingemottet. Ab hier fällt aber auch die arge Linearität des Films immer stärker ins Gewicht und bildet damit doch tatsächlich neben dem Protagonisten eine zweite, konkrete Gemeinsamkeit mit dem Vorgänger. Die Auflösung am Schluss kommt dann schließlich noch etwas aufgesetzt daher, befriedigt aber mit einem denkwürdigem Ende.
Visuell spiegelt sich das hohe Budget wieder: Tolle Effekte, beeindruckende, wenn auch harmlose Kämpfe und wirklich atemberaubend gestaltete Sets, Kostüme und Landschaften. Der Score ist auch etwas mehr in Richtung Großprodunktion ausgefallen, muss sich aber in diesem Genre mit übermächtigen Vergleichsthemen herumschlagen - und verliert. Die Symbiose stimmt aber: "Riddick - Chroniken eines Kriegers" ist voll auf der Höhe der Zeit.
Die Fortsetzung ist entartet, pompös und audiovisuell wirklich gelungen; zahlreiche Figuren, mit dabei zwei gutaussehende Mädels, und eine abwechslungsreiche, jedoch auch lineare Geschichte sprechen eigentlich für sich. Leider ist das in all seinen Facetten manchmal etwas zu viel des Guten. Und tragendes Element bleibt ja sowieso der coole Protagonist. Meiner Meinung hätte dem Film etwas mehr Bodenständigkeit zum richtigen Hit gefehlt, doch auch so ist dieser Streifen ziemlich sehenswert.