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Garuda (2004)

Eine Kritik von sickBoy (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 05.09.2004, seitdem 815 Mal gelesen


Was für eine grandiose Definition für das Wort Trash! Garude kommt als thailändische Version von Emmerichs Godzilla daher setzt aber voll und ganz auf Tempo und Stilmittel eines typischen US-Actioners. Das Ergebnis dürfte jeden Fan von Monsterfilmen und rasanter hirnloser Effektgewitter zufrieden stellen.

Bei Tunnelarbeiten unter Bangkok wird eine seltsame Höhle entdeckt, in der ein prähistorischer Riesenvogel schlummert. Dieser ist von der unfreiwilligen Weckung wenig begeistert und knüpft sich die bunt gemischte Gruppe aus weltlich gefestigten Archäologen und religiös fanatischen Spezialeinheiten vor. Anfangs geschieht dies in den düsteren unterirdischen Tunneln, zum Finale darf das Monster dann aber noch ein wenig Bangkok verwüsten.

Der Film nimmt sich selbst sehr ernst, das funktioniert anfangs noch ganz gut, wenn man an den in Thailand vorherrschenden Disput zwischen Religion und Wissenschaft eingeführt wird. Beim Auftauschen des Monsters ist es mit der Ernsthaftigkeit aber vorbei, gewollt oder nicht und es beginnt ein nahezu pausenloses Actionfeuerwerk, in man besser nicht allzu sehr auf Logik und Realismus achtet. Technisch ist der Film brillant, wilde Kamerafahrten zu elektromusikalischen Klängen, Farbfilter, Bullettime-Sequenzen und wuchtige Soundeffekte lassen echt keinen Raum für Kritik. Das Monster selbst ist zwar klar als CGI erkennbar, sieht aber trotzdem verdammt gut aus und passt, bis auf wenige Ausnahmen, immer perfekt in die Umgebung. Vor allem muss man dem Film zugute halten das er wirklich viele Monstereffekte präsentiert und gar nicht erst versucht die Kreatur zu verstecken. Einige Effekttechnische Totalaussetzer wie die Riesenschlange in der Rückblende und die ultrabilligen digitalen Explosionen sorgen eher für ein lächeln, als dass sie stören würden.

Die Darsteller nehmen ihren Job ernst, sind aber eigentlich alle ziemlich mies. Von furchtbarem Overacting (Tim wird wohl nie den Oskar bekommen) über Standardrollenklischees (die ganze Spezialeinheit) ist einiges vertreten was ich einem ernsthaften Film um die Ohren hauen würde. Aber hier passt es einfach ins trashige Gesamtbild. Wenn wir schon mal bei den Darstellern sind, die weibliche Hauptrolle ist jederzeit eine absolute Augenweide, egal was für einen Müll sie gerade von sich gibt oder welche Dummheit sie gerade begeht. Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber ich schaue mir recht viele Filme im O-Ton mit Untertiteln an, bei Koreanisch, Japanisch oder Mandarin kein Problem, aber Thai find ich klingt extrem nervig und ist kein Vergnügen beim Zuhören.

Fazit: Unlogisch, schlecht gespielt, teilweise schlecht getrickst und von vorn bis hinten aus US-Filmen zusammengeklaut. Hmm, 7 von 10 Punkten! Hab mich lange nicht mehr so gut bei einem Monsterfilm amüsiert. Wenn man sich im Klaren ist, was man bekommt, sollte man sich den Film unbedingt mal anschauen. Für das was er ist, ein Trashfilm, macht er so ziemlich alles richtig. Ob das nun freiwillig oder für uns westliche Zuschauer unfreiwillig so ist, wage ich besser gar nicht erst zu fragen.


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