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Maya (1988)

Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 26.12.2010, seitdem 320 Mal gelesen


"Maya" ist schon ein sehr seltsamer Streifen, irgendwo angesiedelt zwischen Mystik, Horror und Slasher nur das eigentlich Ziel ist unklar. Diese italienische Produktion wurde von Marcello Avallone (Specters - Mächte des Bösen, Meine drei Cousinen) in Szene gesetzt. Von den Drehbuchautoren ist Andrea Purgatori recht bekannt, welcher das Skript zu zahlreichen italienischen TV-Produktionen lieferte.

Lisa Slivak (Marielle Valentini) will den mysteriösen Tod ihres Vaters aufklären, welcher hinter das Geheimnis des Maya-Gottes Xibalbay kommen wollte. Etwas seltsames scheint in dem kleinen Dorf in der Nähe des Opfertempels vor sich zu gehen. Das merkt auch der Abenteurer Peter (Peter Phelps) dessen Freundin plötzlich grausam ermordet vorgefunden wird. Irgendeine unheimliche Macht scheint hier am Werke zu sein, eine ganze Mordserie sucht plötzlich das Dorf heim. Peter und Lisa sind sich sicher, dass es mit dem jährlichen Ritual vor dem Maya-Tempel zusammenhängt. Ist Xibalbay etwa von den Toten auferstanden und übet nun blutige Rache ?

Es ist wirklich schwer zu definieren, auf was Avallone hier hinaus will, vielleicht mangelt es auch nur an Informationen, denn gerade über die Bräuche und Riten der Mayas hätte es mehr Aufklärung bedarft. So erfährt man nur sehr schleierhaft was Lisas Vater Salomon eigentlich herausgefunden hatte und in wie fern dies mit dem bösen Maya-Fürsten Xibalbay zu tun hatte. Aber statt Erklärungen zu liefern, lernen wir Figuren wie Peter kennen, der sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält, jede Frau pimpert die bei drei nicht auf dem Baum ist und überall im Dorf Schulden hat. Dann diese zwei vertrottelten Rowdies, welche nur als Opfer dienen. Weiter geht es mit Peters Love Interest, dem Barbesitzer und seine komische Frau die gern fremdgeht und schließlich Lisa. So artet "Maya" gerne in sinnloses Gequatsche aus und ist zwischen den Morden meist langweilig. Auch will sich niemand recht als Hauptfigur herauskristallisieren, einen richtigen Sympathieträger gibt es auch nicht. Immerhin hat Avallone seine Kulissen im Griff, denn hier vermag in Verbindung mit einem guten Score wirklich Atmosphäre aufkommen. Hier erinnert "Maya" sogar teilweise an "Angel Heart" oder "Die Schlange im Regenbogen" und kann optisch auch mit diesen Werken konkurrieren.

Aber im Endeffekt hat Avallone nur einige Morde zu bieten, die dann recht unterschiedlich gestaltet wurden. Das sind dann auch einige Brutalitäten auszumachen, wenn der eine Teenie beispielsweise eine Stange durch den Mund gerammt bekommt, oder die Frau an den Angelhaken aufgehängt wird. Bei der Vorbereitung hat Avallone auch gute Arbeit geleistet, erwähnenswert ist auch noch das mittige Ritual, wo das Menschenopfer plötzlich ganze Schwälle von Würmern auskotzt. Dagegen fällt die Informationsbeschaffung von Lisa sehr uninteressant aus und sie hat auch nichts anderes zu tun, als sich mit Peter einzulassen. Eine gehörige Portion Erotik gibt es kostenlos dazu. So dümpelt dieser Film zwischen ein paar gelungenen Szenen vor sich hin, ganz kurios wird es dann im Finale. Wer sich hier einen Höhepunkt erhofft oder eine plausible Erklärung, der ist schief gewickelt. Auch die Darsteller sind nicht das Gelbe vom Ei, besonders Peter Phelps (Zone 39, Spur in den Tod) wirkt über die gesamte Distanz gelangweilt. Ansonsten darf sich das männliche Geschlecht an knapp bekleideten Frauen erfreuen, wobei die einzelnen Leistungen höchst durchschnittlich ausfallen. Ein Totalausfall sind die zwei Rowdies.

Eigentlich ist die hier aufgegriffene Thematik sehr interessant, aber Avallone liefert zu wenig Informationen und stellt eine äußerst seltsamen Plot auf die Beine, welcher am Ende einige Erklärungen schuldig bleibt. Nur die Optik ist durchweg gelungen, doch zwischen den teilweise blutigen Morden herrscht pure Langeweile. Ehrlich gesagt verliert man sehr schnell das Interesse, wobei "Maya" mit seinen 94 Minuten Laufzeit auch zu lang geraten ist.


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