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Assault - Anschlag bei Nacht (1976)

Eine Kritik von Ebert (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 09.06.2004, seitdem 750 Mal gelesen


Assault

Assault on precinct 13 ist ein Beweis dafür, dass John Carpenter mit Recht König des B-Kinos genannt werden kann. Denn was er hier mit billigen Mitteln schafft, ist Spannung pur, allerdings auf niedrigem Niveau.

Die Idee, dass Bandenmitglieder sich an einer Polizeiwache rächen wollen, und mit den Insassen dieser sich ein Katz-und Mausspiel liefern, ist alt, aber Carpenter macht daraus gleichzeitig auch eine Studie über Sozialverhalten in extremen Situationen.

Wie auch in „Night of the Living Dead” ist es hier ein schwarzer Polizist, der die Gruppe zusammenhält, und der, wenn nötig, auch mal einem frechen Weißen was auf’s Maul gibt. Das erzeugt zwar alles mehr Belustigung als Spannung, tut dem aber Film keinen Abbruch.

Spannung erzeugt der Film immer dann, wenn er Ausbruchsversuche schildert, und dabei den leeren Parkplatz zeigt, auf dem das rettende Auto steht. Der Zuschauer weiß, dass die Gewalt jederzeit ausbrechen kann, und das erzeugt ein dauerhaftes Gefühl der Unsicherheit.

Carpenter versucht den ganzen Film lang nicht, die Gewalt seiner Charaktere zu ergründen. Seine Personen bleiben eindimensional: die Schlechten sind brutal und ohne Moral (und töten sogar Kinder, wie das Mädchen beim Eisholen), die Guten müssen sich verteidigen und handeln instinktiv. Auch hier drängt sich wieder der Vergleich mit Romero’s „Night of the living dead“auf, in dem die lebenden Toten ohne Grund wieder aufstehen. Die Interpretation wird dem Zuschauer überlassen.

Am Ende des Films macht sich dennoch wieder ein Pathos breit, der dem ganzen Film jedoch negativ aufstößt. „Es wäre mir eine Ehre, mit Ihnen gemeinsam nach das Gebäude zu verlassen“ meint der Polizist, und die Männerfreundschaft ist geschlossen. Das ist menscheln auf Amerikanisch pur, und eine Hymne auf das Überleben der Guten.

Fazit: Spannende, wenn auch fragwürdige B-Trash Abhandlung über ein durch Bandemitglieder belagertes Polizeirevier, in dem sich eine Gruppe Menschen gegen die Angreifenden Asozialen wehren muss. An George A. Romero’s NOLD erinnernd, diesem thematisch jedoch in keiner Sekunde auch nur ähnlich werdend. Kritikloses Actionkino ohne Tiefgang.


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