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Rosenkrieg, Der (1989)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 09.08.2007, seitdem 528 Mal gelesen


Nachdem das Duo Michael Douglas/Kathleen Turner zweimal auf Schatzjagd gegangen war, war ihre dritte Zusammenarbeit kein weiteres Sequel, sondern die Scheidungskomödie „Der Rosenkrieg“.
Die Geschichte von Oliver (Michael Douglas) und Barbara Rose (Kathleen Turner) wird allerdings rückblickend erzählt, von ihrem Freund und Scheidungsanwalt Gavin D’Amato (Danny DeVito). Damit wäre eine weitere Konstante zu den beiden Schatzjagdfilmen geschaffen, was eine nette Trilogie ergibt: In „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ ging es um das Kennenlernen eines Paares, in „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ um den ersten großen Krach und hier um das bittere Ende einer Beziehung.
Dabei sieht die Ehe der Roses anfangs harmonisch aus, man zieht zwei Kinder gemeinsam groß, doch als diese aufs College gehen, will Barbara die Scheidung. Statt einer Abfindung möchte sie das Eigenheim, doch das will Oliver nicht hergeben und der Rosenkrieg kann beginnen...

Für eine Komödie mit nicht unbedingt vertrackter Handlung ist „Der Rosenkrieg“ mit seinen rund 110 Minuten recht lang geraten, doch Danny DeVitos Regiearbeit ist durch die Bank weg kurzweilig. Langsam erzählt er die Geschichte von der scheiternden Ehe, vom ersten Treffen bis zum Schluss, wobei die Rahmenhandlung mit Gavin und einem neuen Klienten im Büro immer wieder als amüsanter Kommentar zur eigentlichen Handlung dient und gleichzeitig Gavin als Off-Erzähler fungieren lässt.
Dabei ist „Der Rosenkrieg“ von zurückhaltendem, gut getimten und teilweise hundsgemeinem Humor. Nur langsam kriegen sich Katzenmensch Barbara und Hundemensch Oliver in die Haare, es fängt mit dem Ärgern des jeweils ungeliebten Haustieres an und schaukelt sich immer weiter hoch. Im letzten Drittel läuft „Der Rosenkrieg“ dann zu Hochform, wenn beide zu immer härteren Bandagen kämpfen; vor allem jener Part, in dem Oliver erst Barbaras Abendessen sabotiert und man sich anschließend richtig in die Haare bekommt, ist ein echter Brüller.
Doch selbst bei den sich immer weiter steigernden Gemeinheiten bleibt „Der Rosenkrieg“ auf dem Teppich, dem Witz zuliebe zeigt man die Chose teilweise überspitzt, doch auf satirisch-böse Weise bleibt man nahe an der Realität. So hat der Krieg des Roses auch seine nachdenklichen Seiten, vor allem wenn Oliver die Ehe retten will und Barbara einfach nur noch ausbrechen möchte, so zeigen sich beide Ehepartner als nachvollziehbare Charaktere. Der Film ergreift auch nie Partei, sondern zeigt seine Hauptfiguren einfach so wie sind.

Insgesamt lässt „Der Rosenkrieg“ nur wenig Raum für Kritik und dann nur in geringem Maße. Er ist sicher recht langsam erzählt, hat aber so gut wie nie Hänger, allenfalls im Mittelteil wäre vielleicht die eine oder andere Minute wünschenswert gewesen. Eine Dauerattacke auf die Lachmuskeln sollte man freilich nicht erwarten, die Gags sind wohlplatziert, aber auch von nicht übermäßiger Anzahl, was jedoch kein großes Manko ist.
Erlesen ist die Besetzung, gerade der Besetzungscoup mit Michael Douglas und Kathleen Turner trifft genau ins Schwarze. Treffend verkörpern sie ihre Rollen, die Chemie stimmt und sie können immer gut zwischen sympathisch und gemein umschalten. Danny DeVito macht als erzählender Sidekick einen ebenso guten Job, Marianne Sägebrecht als Haushälterin ist OK, aber weitaus schwächer. Als jugendlicher Sohn der Familie ist dann Sean Astin (Sam aus der „Herr der Ringe“-Trilogie) in einer kleinen Rolle zu sehen.

Alles in allem ist „Der Rosenkrieg“ eine langsam erzählte, aber treffsichere Satire auf das Ende einer Ehe. Witzig, stilsicher und trotzdem nie realitätsfern überzeugt der Film trotz seiner wenig überzogenen Art und Weise.


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