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Mein Name ist Nobody (1973)

Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 01.02.2003, seitdem 879 Mal gelesen


Jack Beauregard (Henry Fonda) ist im Wilden Westen als Revolverheld eine echte Legende. Doch seine Lebensgeister werden langsam müder, sodass er sich entschließt, seine letzten Tage in Europa zu verbringen. Aber da kommt ihm der Herumtreiber Nobody (Terence Hill) dazwischen, ein junges, gewitztes Bürschchen dessen Schießkünste nicht ohne sind und der seit jeher große Bewunderung für Beauregard hegt. Sein Traum ist es, Beauregard als echte Legende in die Geschichte eingehen zu lassen, indem er sich mit der "Wilden Horde", einer schießwütigen Meute von 150 Mann duelliert. Beauregard zögert zunächst, doch ein Aufeinandertreffen scheint unausweichlich.

Zwei Ikonen des Westerns waren an "Mein Name ist Nobody" beteiligt. Sergio Leone führte Regie und Ennio Morricone komponierte die Musik. Bezeichnend, dass ausgerechnet diese beiden Größen an diesen Abgesang auf den klassischen Western teilhatten. Und das Dreamteam hat auch hier wieder einen Treffer gelandet. Schon die Eingangssequenz ist eine gelungene Hommage an die ruhmreichen Leone-Western. Kein Wort fällt, extreme Nahaufnahmen von Gesichtern und befremdliche Geräusche (Rasierklinge!) lassen einen an Meisterwerke wie "Spiel mir das Leid vom Tod" denken.

Doch am Anfang tauchen mit der Figur des Nobody gleich humoristische Elemente auf, von denen der ganze Film durchzogen wird. Terence Hill darf viel kalauern, coole Sprüche zum Besten geben und macht auch ohne seinen Standardpartner Bud Spencer eine gute Figur. Ein paar Gegner weich prügeln darf er ebenfalls, vor allem die Szene mit der Jahrmarktspuppe ist genial. Doch um ausgedehnte Schlägereien geht es in diesem Film sowieso nicht, er ist wie schon gesagt eine Liebeserklärung und ein Abgesang an das Genre zugleich.

Das Ganze wurde von Sergio Leone schwer unterhaltsam inszeniert, er lässt hier seine ganze Routine spielen und profitiert vom erstklassigen Soundtrack Morricones, der humorvolle, heldenhafte und sentimentale Stücke komponierte, die Ohrwurm-Charakter haben.

Unaufhaltsam rennt der Film so auf seinen Höhepunkt zu, besser gesagt zwei, wobei natürlich jeweils ein Duell die Rahmenbedingung bildet. Zunächst das spektakuläre, Beauregard gegen die wilde Horde und anschließend als Duell im klassischen Sinne Beauregard vs. Nobody.

Wie der Western Anfang der 70er sagt Jack Beauregard dann am Ende Lebewohl und wird von einem jungen Großmaul abgelöst, was den Übergang in eine neue Ära bedeutet. Der klassische Western war bei der Entstehung zu "Mein Name ist Nobody" schon nicht mehr gefragt, doch genau dieser Film vereint fast alle typischen Zutaten und nimmt mit selbstironischen, aber auch wehmütigen Untertönen Abschied vom Genre.


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