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Reservoir Dogs - Wilde Hunde (1992)

Eine Kritik von Hitmanski (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 07.12.2010, seitdem 232 Mal gelesen


Quentin Tarantinos hoffnungslos über Wert gehandeltes Spielfilmdebüt -

Angelegt als popkulturelles Zitatkino scheitert "Reservoir Dogs" mehr als einmal an den archetypischen Fehlern solcher Konzeptionen: Zusammengesetzt aus Paraphrase, Adaption und Plagiat eiert sich der verzweifelt auf Kult kalkulierte Erstling wie ein cineastischer Flickenteppich über seine gesamte Laufzeit, und lässt dabei sowohl Finesse als auch Homogenität weitestgehend vermissen.

Es sind viele kleine Szenen, die mal positiv, mal negativ im Gedächtnis verhaftet bleiben, aber viel zu oft überwiegt das Gefühl, dass "Reservoir Dogs" sich nur mit sich selbst beschäftigt, und Tarantino einen Großteil seines Publikums einfach außen vor lässt - narrative Belanglosigkeit par excellence, die nicht durch den Umstand aufgewertet wird, dass sie so offensiv vom Macher umworben wird.
Letztendlich kann auch der größtenteil ordentliche Cast nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Drehbuch und Regie für vieles interessieren, aber ganz sicher nicht für empathiefähige Charaktere. Ein Malus, der nicht weiter schlimm wäre, würde die Gangsterbande wirklich als die überzeichneten Schlablonen durchgehen, die man aus den späteren Werken kennt, und als die sie vielleicht sogar angelegt waren - aber das zentrale WischiWaschi-Gehabe hinterlässt auch an dieser Stelle seine markanten Spuren, und führt zu Abzügen in der B-Note.

Als weiteres Problemkind offenbart sich das Zelebrieren von Gewaltexzessen, welches sich zwar zweifelsohne wie ein roter Faden durch das Œuvre des Videothekars zieht, hier aber größtenteil jedwedes Augenzwinkern und Überspitzen außer Acht lässt, und sich oftmals als unangenehm zynisch und menschenverachtend herausstellt.

Sicherlich gilt es den Mut zu honorieren, denn es höchstwahrscheinlich gekostet hat, von Corbucci bis Kubrick, von Madonna bis Blues Brothers, die gesamte Film- und Musikgeschichte einmal durch den Mixer zu drehen - aber: Selbst wenn man dieses als Alleinstellungsmerkmal durchgehen lässt, ein Qualitätsbeweis wird daraus noch lange nicht, und letzendlich offenbart es nur eines: "Reservoir Dogs" ist die Alpha-Version vom besseren "Pulp Fiction".


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