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Herr der Ringe: Die Gefährten, Der (2001)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 8 / 10)
eingetragen am 22.12.2010, seitdem 298 Mal gelesen



J. R.R. Tolkiens berühmter Roman "Der Herr der Ringe" wurde bereits im Jahr 1978 als Zeichentrick verfilmt, doch Regisseur und Drehbuchautor Peter Jackson (Braindead, King Kong) wollte eine üppigere Version, der man auch ohne Probleme folgen kann, wenn man das Buch nicht gelesen hat. Mit den Gebrüdern Weinstein und Robert Shaye und seinen New Line Cinema Studios standen bald die Geldgeber fest, Walt Disney wurde dabei ausgeschlossen, weil Tolkien es in seinerm Testament wünschte. 109 Millionen Dollar kostete der Auftakt zur "Der Herr der Ringe" Trilogie, welche alle anderen Fantasyfilme locker in die Tasche steckt. Die Zuschauer waren begeistert, sonderlich weit von einer Milliarde Dollar war man mit den Einspielergebnissen nicht entfernt.

In den Schicksalsbergen schmiedete der dunkle Herrscher Sauron einen Ring, der durch seine magischen Kräfte eine unfassbare Macht besitzt. Letztenendes landet der Ring in den Händen des Hobbits Bilbo Baggins (Ian Holm) und lässt ihn von nun an nicht mehr altern. Doch der Ring will zu seinem Meister Sauron zurückkehren, nur der Zauberer Gandalf (Ian McKellen) erkennt die Gefahr. Nach einigen Jahrzehnten beginnt die Macht Saurons wieder zu wachsen, ganz Mittelerde schwebt in großer Gefahr. Der Ring muss in den Schicksalsbergen vernichtet werden. Bilbos Neffe Frodo (Elijah Wood), sein treuer Freund Sam (Sean Astin), die Hobbits Pippin (Billy Boyd) und Merry (Dominic Monaghan) machen sich auf den gefährlichen Weg in Saurons dunkles Land. Bald erhalten sie dringend benötigte Unterstützung durch den Kämpfer Aragorn (Viggo Mortensen), den Elfen Legolas (Orlando Bloom), den Zwerg Gimli (John Rhys-Davies) und Boromir (Sean Bean). Doch eine ganze Armee von Orks ist ihnen bereits auf den Fersen.

"Der Herr der Ringe" zählt zu den Romanen, die man einfach gelesen haben muss und selbst ich absolut kein Freund von Fantasy kann diesem Stoff etwas abgewinnen. Genauso Jacksons Verfilmung, die trotz einiger Veränderungen in jeder Hinsicht gelungen ist. Da mag man sich jetzt über den Ausbau von Arwens (Liv Tyler) Rolle ärgern, dass Pippin und Merry hier humorvoller angelegt sind, oder dass Frodo hier alle Entscheidungen alleine trägt. Doch im Endeffekt sind alle Änderungen zweckmäßig und dienen dem logischen Aufbau der Geschichte. Jedoch muss uns Jackson erstmal alle Charaktere vorstellen, weswegen "Die Gefährten" in der ersten Filmhälfte sehr ruhig daherkommt. Zu Beginn gibt es eine kleine Zusammenfassung über Sauron und wie er den Ring verlor, Gollum (Andy Serkis) spielt vorerst nur eine kleine Rolle. So setzt Jackson anfänglich sogar auf Humor, um so die heile Welt der Hobbits im Auenland zu präsentieren. Es gibt eine große Geburtstagsparty, anlässlich Bilbos 111. Geburtstags und Jackson nimmt sich einfach die Zeit, um dabei die wichtigsten Figuren vorzustellen. Natürlich rückt dabei der neue Ringträger Frodo in den Fokus. Lange muss man nicht warten, bevor sich Frodo und seine getreuen Helfer aufmachen, um den Ring zu vernichten. Dabei gelingt Jackson der Kontrast zwischen den bunt-poppigen Welt der Hobbits und dem dunklen Land Saurons besonders gut. Dsbei wurde überall sichtlich mit Liebe zum Detail gearbeitet. Gedreht wurde größtenteils in Jacksons Heimatland Neuseeland, viele Orte sind heute beliebte Touristenattracktionen. Völlig zu Recht, denn in unvergesslichen Bildern werden uns Wälder, Wiesenlandschaften, die verschneiten Berg oder dunkle Höhlen näher gebracht. Die Optik ist eine Wucht, obwohl man oft mit CGI nachhelfen musste. In Verbindung mit dem klassischen Score von Howard Shore, mangelt es dem Film in keinster Weise an Atmosphäre. Shore hält für jede Art von Geschehen die richtigen Melodien parat, selbst gruselige Sequenzen wie das Auftauchen der schwarzen Reiter sind somit optimal untermalt.

Jedoch hätte man manchen Dialog etwas kürzen können und das Verhalten von Frodo vermag in manchen Sequenzen zu stören. Besonders wenn er selbst seinen Freund Sam zurücklassen will, um den Ring alleine zu den Schicksalsbergen zu bringen. Aber gerade tolle Charaktere wie Aragorn oder Elfe Legolas machen das wieder wett, vielle Gefechte mit den Orks sollte man allerdings nicht erwarten. Wenn es dann zur Sache geht, dann auch richtig, obwohl es den Konfrontationen an Härten mangelt. Trotzdem haben es die Schlachten in sich, es kommen nicht nur zahlreiche Waffen zum Einsatz, sondern dank der nicht allzu schnellen Schnitte und der gut positionierten Kamera ist man oft mittendrin im Getümmel. Für den nötigen Humor ist auch gesorgt, nicht nur die tollpatschigen Hobbits Pippin und Merry, sondern auch durch den grummeligen Zwerg Gimli und seine Onliner. Nur Kreaturen wie diesen übergroßen Feuerdämon in den Minen von Moria fand ich jetzt nicht so toll, vor allem da gerade hier übermäßig viel CGI zum Einsatz kommt. Aber Jackson setzt auch oft auf Handarbeit, zum Beispiel bei den furchteinflößenden Masken der Orks. So heimsten auch die zahlreichen Effekte einen der vier Oscars sein, leider gingen die großartigen Darsteller leer aus.
Besonders Orlando Bloom und Viggo Mortensen machen ihre Sache toll, ihre verkörperten Figuren gehören für mich zu dem sympathischsten in der ganzen Trilogie. In weiteren Rollen die beiden Altstars Ian McKellen und Christopher Lee, der Tolkien sogar noch persönlich kannte. John Rhys-Davies, Sean Bean, Elijah Wood, Sean Astin, Cate Blanchett, Ian Holm und Liv Tyler komplettieren diese hochrangige Riege.

Selbst wer dieses Genre normalerweise meidet, wird hier zum großen Fan, denn üppiger hätte man das Geschehen nicht in Szene setzen können. Selbst die lange Laufzeit wird zu keiner Teit zum Problem, dafür sorgen toll choreographierte Kampfszenen, Charaktere die genügend Platz bekommen und großartige Effekte. Für meinen Geschmack übertreibt man es manchmal mit den Fantasyelementen, zuviel CGI fließt mit ein und in einigen Szenen hätte man sich kürzer fassen dürfen, doch im Endeffekt bin auch ich begeistert von diesem Auftakt.


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