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Herr der Ringe: Die Gefährten, Der (2001)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 22.07.2011, seitdem 391 Mal gelesen



Eigentlich interessiert mich das Fantasy-Genre überhaupt nicht, meist sind mir die Romane, Filme etc. in diesem Bereich einfach zu naiv, zu bunt oder zu kitschig. Eine absolute Ausnahme bietet da "Der Herr der Ringe" von J. R. R. Tolkien, die häufig beschriebene "Mutter aller Fantasy-Werke", welches die folgenden Generationen an Autoren und Fantasy-Schöpfern maßgeblich beeinflusst hat.

Die Story, die sich in drei Teilen wiederfindet, ist hinlänglich bekannt. Als der neuseeländische Regisseur Peter Jackson in den 90er Jahre des letzten Jahrhunderts die Kontrolle über das Projekt bekam, war die Skepsis groß. Der Mann stand bisher für ambitionierte Dramen oder krassen Fun-Splatter. Und nun eine Multi-Millionen-Dollar-Produktion zu einem literarischen Werk, das aufgrund seiner epischen Geschichte als unverfilmbar galt?! Der erste Versuch einer Adaption scheiterte in den 70er Jahren. Die Trickfilmversion von Ralph Bakshi war interessant, aber unfertig, und es zeigte sich vor allem, dass die Spezialeffekte für solch ein Mammutwerk noch nicht existierten.

Die Skepsis war also groß, und das Ergebnis? Einsame Klasse!

An der Realfilmadaption kann man einiges kritisieren, insbesondere die Tolkien-Puristen waren mit etlichen Kürzungen und Dramatisierungen unzufrieden. Und das Figuren wie Tom Bombadil fehlen, ist schade, aber nun mal dem Medium Film geschuldet, denn ansonsten wäre allein der erste Teil der Trilogie schon 10 Stunden lang gewesen. Jackson schneidert die Vorlage genial auf Filmniveau um, so dass das Wichtigste erhalten blieb und man sowohl als Kenner als auch als Neuling mit der Umsetzung vom Roman zum Film zufrieden sein kann.

Besonders gelungen ist die Inszenierung. Wie manche diese als langweilig abstempeln, mag ich nicht ganz verstehen, denn was will man denn sonst noch in einem Fantasyfilm erwarten. Die Kämpfe sind packend gefilmt und auch überraschend brutal. Generell gefällt die Entscheidung, den düsteren Grundtenor der Vorlage beizubehalten.
Weiteren Schub erhält der Film, und das gilt insbesondere für den ersten Teil, durch den häufigen Wechsel der Plätze und Orte. Beginnend im liebevoll gestalteten Auenland geht es zum wunderschönen Bruchtal, weiter durch die dunklen Minen von Moria bis hin zum Showdown am Anduin. Durch diesen Wechsel erhält die Geschichte eine hohe Dynamik, was sich auch darin zeigt, dass trotz der immense Länge des Filme keinerlei Langeweile aufkommt. Absolutes Highlight in meinen Augen sind, auch gestalterisch, die Minen von Moria, deren Darstellung an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten ist.

Gutes Geschick bewiesen die Macher auch beim Cast. Ausnahmslos alle Darsteller passen perfekt in ihre Rollen, selbst Liv Tyler, die bei den Fans ja nicht unbedingt beliebt ist. Aber dank grandioser Maske sehen Hobbits, Elfen, Zwerge und Zauberer fantastisch aus. Zusätzlich sind begnadete Schauspieler am Werk, allen voran Ian McKellen als Gandalf, Christopher Lee als Saruman und Cate Blanchett als Galadriel. Die Entscheidung, kurz vor der Produktion für die Rolle des Aragorn Stuart Townsend durch Viggo Mortensen zu ersetzen , war ein Glücksfall, denn Mortensen passt einfach perfekt.
Auch Elijah Wood kann als Ringträger Frodo, zweifelsohne die entscheidende Rolle im Film, gänzlich überzeugen.

Technisch ist der Film aller erste Güteklasse und wird auch in Zukunft, was Tricktechnik, Ausstattung und Kameraarbeit angeht, state of the art sein, obwohl der erste Teil schon ein Jahrzehnt zurückliegt. Peter Jacksons Heimat Neuseeland liefert die tolle Naturkulisse für die Welt Mittelerdes, dazu kommen eindrucksvolle Setdesigns und aufwendige Requisiten, was sich in den beiden Nachfolgern noch steigern wird.

Fazit: Der erste Teil der "Herr der Ringe"-Trilogie ist in meinen Augen auch gleichzeitig der beste Teil der Reihe, weil hier einfach so gut wie alles stimmt. Die Geschichte erlaubt sich keinerlei Längen, die Darsteller sind top, die Optik erlesen. Dazu arrangierte Howard Shore einen wunderschönen Soundtrack, der mit den beeindruckenden Szenen toll harmoniert.


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