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Herr der Ringe: Die Gefährten, Der (2001)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 10 / 10)
eingetragen am 12.12.2012, seitdem 467 Mal gelesen



Noch in diesem Monat kehren wir mit "Der Hobbit" nach Mittelerde zurück und das ist natürlich Grund genug, sich noch einmal die legendäre "Herr der Ringe" Trilogie anzuschauen, um die Vorfreude ein wenig zu steigern. 2001 war es für viele Literatur-Fans soweit, der erste Kinofilm von J.R.R. Tolkiens Meisterwerk erblickte im Kino das Licht der Welt. Als damals bekannt wurde, dass der eigenwillige Regisseur Peter Jackson auf dem Regiestuhl Platz nehmen wird, war die Skepsis natürlich groß, denn Peter Jackson war nicht gerade die Nummer 1 auf der Liste der Fans. Er war verantwortlich für den grauenhaften "Bad Taste", dem Zombie-Kultfilm "Braindead", der Trash-Puppenshow "Meet the Feebles" und weiteren, extravaganten Filmen, die aber Alle nicht mit sonderlich großem Budget ausgestattet waren. Doch was Mister Jackson hier geleistet hat, ist mit einem Wort : Kinogeschichte. Die Herr der Ringe Trilogie galt über Jahre als absolut unverfilmbar und schon im Vorfeld gab es eine Menge Unkenrufe. Doch Peter Jackson hat es allen Nörglern und Kritikern gezeigt und einen Film, bzw. eine Filmreihe, geschaffen, die bis heute für mich die beste Romanumsetzung aller Zeiten ist. Theoretisch müsste man diese Reihe, als ein Ganzes betrachten, denn hier zu definieren, welcher Teil nun der Beste ist, ist praktisch unmöglich. Für mich gab es nie eine perfektere Trilogie und Peter Jackson schuf mit dieser Reihe, die beste Filmtrilogie die ich jemals gesehen habe.

Um die komplette Geschichte von Herr der Ringe zu erzählen, bräuchte man mindesten 5 DIN A4 Seiten, deswegen hier eine Kurzform, da die Story von "Herr der Ringe" eh jeder kennen dürfte : Durch einige unerwartete Umstände fällt dem kleinen Hobbit Frodo einen seltsamen Ring in die Hände, der zuvor im Besitz seines Onkels, Bilbo, war. Durch den weisen Zauberer Gandalf erfährt Frodo, dass der Ring vom finsteren Herrscher Sauron erschaffen wurde, der einst ganz Mittelerde in Dunkelheit hüllen wollte. Sauron wurde zwar besiegt, doch ein Teil von ihm lebt im Ring und in Form eines feurigen großen Auges weiter und verfolgt nur noch 1 Ziel. Er will den Ring zurück haben, der eine unvorstellbare Macht hat. Wer den Ring über den Finger zieht wird zwar unsichtbar, kann aber dadurch auch von Sauron und seinen Gefolgsleuten, den Orks und den Nazgûl geortet werden. Zudem verändert er den Gemütszustand des aktuellen Trägers. Der Ring lockt sämtliche bösen Eigenschaften hervor und macht seinen Träger immer wahnsinniger und besessener. Ist der Ring mal nicht auffindbar, tickt der Träger vollkommen aus und den Ring einfach an jemand anderen zu geben, wird aufgrund der hervorgerufenen Machtbesessenheit fast unmöglich. Die Streitmächte von Sauron werden immer größer und bedrohen ganz Mittelerde und nur Frodo kann die Welt vor der Dunkelheit bewahren, indem er den Ring in die Lava von Mordo auf dem Schicksalsberg schmeißt und den Ring so endgültig vernichtet. Auf dieser langen und gefährlichen Reise zum Schicksalsberg begleiten ihn Sam, sein treuer Gärtner und die beiden Lausbuben Merry und Pippin. Später werden Frodos Begleiter bei einer Ratsversammlung ermittelt und so machen sich 4 Hobbits, 1 Zauberer, 1 Elb, 1 Zwerg und 2 Menschen auf den Weg nach Mordor, um den Ring und Sauron zu vernichten.

Zunächst würde ich allen Filmfans empfehlen, zur Special Extended Version zu greifen, da in der Kinofassung meiner Meinung nach viel zu viele wichtige Ereignisse weggelassen wurden. Ansonsten kann ich über die Story nur 1 sagen : Unerreicht. Obwohl der Film in der besagten Version 4 Stunden geht, kommt es einem so vor, als würde man einen gewöhnlichen 120 Minuten Film schauen. Es wird zwar Sitzfleisch gefordert, doch jede einzelne Minute ist so detailliert, so liebevoll und so unglaublich spannend gefüllt, dass diese 4 Stunden wie im Flug vergehen. Die Herr der Ringe Trilogie ist für mich nicht nur einfach ein Film, es ist eine ganz eigene Welt in der man eintaucht und in der man sich, trotz der hohen Gefahren, geborgen fühlt. Man schließt alle Charaktere sofort ins Herz, störende oder gar nervige Charaktere sucht man hier zum Glück vergeblich. Der erste Teil, "Die Gefährten", ist eine absolut perfekte Einleitung, alle Charaktere werden würdevoll vorgestellt und besonders der unfassbar starke Hauptcharakter Frodo bekommt eine sehr interessante Einleitung verpasst. Die Bildaufnahmen erschlagen einen förmlich, denn was hier optisch geboten wird, stellt Vieles was man vorher kannte weit weit in den Schatten. Sogar noch heute, im Jahre 2012, sehen die Effekte noch bombastisch aus und auch viele Fantasyfilme von heute können da nicht mithalten. Es fängt schon bei der idyllischen Auenland Landschaft an, die ein perfektes Gefühl an Fröhlichkeit übermittelt und geht bis hin zur düsteren Mine, wo uns der atemberaubende Balrog erwartet. Allein diese grandiose Szene zwischen Gandalf und dem Balrog ist einer der ganz ganz vielen Höhepunkte in diesem Film und sie wurde sogar im zweiten Teil nochmal getoppt. Einziger kleiner bitterer Beigeschmack ist hier die deutsche Synchronisation, die hier leider einen Totalausfall erlitten hat. Es muss wirklich seltsam für die Buchfans gewesen sein, wie hier der Name von Frodos bestem Freund Sam ausgesprochen wurde. Im englischen wird er ganz ordnungsgemäß Sam (Säm) ausgesprochen während er in der deutschen Synchronisation ganz plump "Samm" ausgesprochen wird. Aber zum Glück leben wir im Zeitalter der DVD und der BluRay, wo wir den Film auf englisch und somit in seiner tollsten Pracht erleben können.

Als der Film heraus kam, waren mir einige Schauspieler vorher überhaupt kein Begriff. Nur Ian McKellen, Hugo Weaving und Christopher Lee waren mir hier bekannt und Hauptdarsteller Elijah Wood kannte ich nur als Streberjungen aus "The Faculty". Doch viele wurden durch diese einzigartige Filmreihe über Nacht zum Star. Der fantastische und vielseitige Elijah Wood (siehe Sin City) hat hier die Ehre den Hauptdarsteller Frodo zu verkörpern und macht dabei einen fantastischen Job. Kein Charakter macht eine derart interessante und tiefsinnige Entwicklung durch wie er und ich hätte mir Niemand besseren als Elijah Wood in dieser Rolle vorstellen können. Sean Astin spielt den besten Freund und treuen Begleiter Sam, der Frodo niemals von der Seite weicht. Für mich entpuppt sich Sam im Verlaufe der Trilogie als der wahre Held der Geschichte und war eigentlich schon immer, zusammen mit Gollum, mein Lieblingscharakter. Zwar übertreibt er es manchmal ein wenig mit seiner weinerlichen Fürsorge, doch er steht stets für das, was er sein möchte und kommt nie von seinem eigenen Kurs ab und solche Charaktere liebe ich. Der großartige Ian McKellen darf hier den Zauberer Gandalf spielen, der ebenfalls eine großartig ausgedachte Figur ist. Obwohl er äußerlich sehr weise und alt wirkt, hat er stets einen rauen und herrlich trockenen Spruch parat. Viggo Mortensen spielt hier Aragorn, der hier noch total unscheinbar wirkt, doch auch er entpuppt sich später als eine der wichtigsten Figuren im gesamten HdR Universum. Orlando Bloom als Legolas, ein flinker Elb, ist ebenfalls perfekt besetzt, auch wenn Bloom hier so feminin wie noch nie aussah. Doch besonders in Kombination mit Gimli dem Zwerg, der von John Rhys-Davies verkörpert wird, ist er nahezu perfekt. Diese Beiden werden im weiteren Verlauf der Geschichte für die meisten Lacher sorgen. Dann haben wir da noch die beiden Hobbits Merry und Pippin, wo ich anfangs echte Schwierigkeiten hatte, die Beiden auseinander zu halten (Wer war nochmal Merry, wer war nochmal Pippin?). Auch diese Beiden kann man sich einfach nicht weg denken, auch wenn sie ihre großen Höhepunkte erst im dritten Teil bekommen. Der britische Superstar Sean Bean darf hier den Krieger Boromir spielen, der ebenfalls in meinen erweiterten Favoritenkreis gehört. Sean Bean ist einfach eine perfekte Besetzung für Filme, mit mittelalterlichem Touch und man darf ganz klar die Frage stellen, ob es Game of Thrones mit ihm wohl je gegeben hätte, wenn er nie in die Rolle des Boromirs geschlüpft wäre. Dann haben wir noch Christopher Lee als böser Zauberer Saruman. Über Mister Lee wage ich es nicht mal etwas Negatives zu sagen. Dieser Mann ist inzwischen 90 Jahre alt und immer noch voll im Geschäft. Zudem kann auch nur eine Legende wie er von sich behaupten, sowohl in Herr der Ringe, als auch in der legendären Star Wars Saga mitgespielt zu haben. Als Saruman ist er selbstverständlich perfekt, niemand kann so weise und gleichzeitig so bedrohlich spielen wie er. Zu guter Letzt haben wir noch Liv Tyler und Hugo Weaving die Beide Elben spielen, die eine besondere Verbindung zu Aragorn haben, worauf aber auch erst im späteren Verlauf der Trilogie eingegangen wird. Und ich habe Liv Tyler noch nie in einer so ruhigen und erholsamen Rolle gesehen, immer wenn eine Szene mit ihr kommt, heißt es für die Zuschauer erst mal Entspannung und sie kommt jedes mal genau zur richtigen Zeit.

Wer mit Herr der Ringe nichts anfangen kann, kann wohl kein Fantasy-Fan sein. Der Auftakt dieser großartigen Trilogie ist, wie die beiden Vorgänger, die Perfektion in Fantasy-Form und obwohl das Epische hier noch lange nicht zum Vorschein kommt, zeigt sich hier aufgrund der überragenden Effekte, der spannenden Story und den liebevollen Charakteren, wieso es sich hier um dem Auftakt der wohl besten Trilogie ever handelt. Wer die Reihe noch nicht gesehen hat, muss das ganz dringend nachholen, denn sonst verpasst man wahrlich ein Stück Kinogeschichte.



Fazit : Der erste Teil der Herr der Ringe Trilogie überzeugt durch eine perfekte Einleitung und einer würdevollen Charaktereinführung. Peter Jackson hat sich mit diesem Film zurecht in die Filmgeschichte eingraviert.


10/10


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