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Men of Honor (2000)
Eine Kritik von Der Mann mit dem Plan (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 04.11.2002, seitdem 1361 Mal gelesen
Wenn Navy-Männer stramm stehen, salutieren, nur weil sie von ihrer eigenen Leistung so sehr Respekt haben, wenn Gänsehaut-Szenen penetrant mit Streicher-Musik und Brian McKnight-Schnulzen unterlegt werden, wenn die Unfehlbarkeit der Vereinigten Staaten auf's patriotistischste gefeiert wird, dann haben wir einen besonders harten Fall eines "Stars and Stripes forever"-Biopics.
Vorsicht ist ja schon während des Vorspanns geboten. Als Produzent wird hier der ewig familientaugliche Bill Cosby angegeben. So muss sich der Zuschauer auf 123 Min. pathetischen Ami-Quark vorbereiten, bei dem löblicherweise mit dem Rassenhass gebrochen wird, aber blindes Gruppengehorsam verherrlicht. Das egozentrische Leben des Carl Brashear (es handelt sich hier ja um eine wahre Begebenheit), der nicht nur der erste schwarze Marinetaucher, sondern auch der erste Amputierte unter diesen war, wird romantisiert, ausgeschmückt, versympathisiert. Der Zuschauer wird geblendet, von der rechthaberischen Erfolgsdruck-Gesellschaft Amerikas, die natürlich über jede Anklage erhaben ist. Die wenigen kritischen Untertöne treffen nur verkappte, spießige Navy-Vorgesetzte, die an selber geschriebenen Gesetzesbüchern festhalten; reflektieren dummerweise nie sich selbst, stellen die eigene Position verheerenderweise nie in Frage.
Davon mal abgesehen ist "Men of Honor" gute Unterhaltung. Wenn man die zwei Stunden moralinsaure Gehorsam- und Standhaftigkeits-Gehabe übersteht, der wird zwar wissen, dass er gerade einen unglaublich reaktionären Film sehen musste, aber auch sicherlich einen technisch schönes Period-Drama sehen konnte. Regisseur George Tillman jr. gibt sein bestes, um seine guten Darsteller in stimmige Sets zu bringen. Doch weder Cuba Gooding jr, noch Robert De Niro können das schwere Rührstück auffangen.
Eine mutigere Regie hätte als "Rettungstaucher" fungieren sollen, ausgestattet mit einem mehr kritischen, als in den Himmel lobenden, und ausschmückenderen Drehbuch. So hätte man den vorhersehbaren Kitsch vorm Absaufen retten können...
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