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Men of Honor (2000)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 26.09.2003, seitdem 570 Mal gelesen
Kurzweiliges, aber teilweise auch kitschiges und pathetisches Militärdrama nach einer wahren Geschichte.
Carl Brashear (Cuba Gooding Jr.) ist der Sohn eines hart arbeitenden Bauern, der sich in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg dazu entschließt zur Navy zur gehen. Doch auch hier werden Schwarze immer noch benachteiligt und müssen fast ausschließlich als Köche ackern – so auch Carl. Cuba Gooding Jr., der in „Pearl Harbor“ eine ähnliche Rolle spielte, ist hier mal wieder Sympathieträger Nr. 1, der allerdings etwas zu positiv dargestellt.
Als Carl sich zufällig als hervorragender Schwimmer herausstellt, wird er trotz er trotz seiner Hautfarbe zum Rettungsschwimmer befördert. Als er Tauchern bei der Arbeit zusieht, erwacht in Carl der Wunsch ebenfalls einer zu werden – so wie z.B. Leslie W. 'Billy' Sunday (Robert De Niro). Dieser hat allerdings Probleme mit Autorität und wird strafversetzt als er Befehle missachtet. Robert De Niro hat man schon öfter als menschenhassenden Querkopf gesehen, doch er beherrscht diese Rolle ziemlich gut.
Zwei Jahre später hat der ehrgeizige Carl es geschafft: Er ist als erster Schwarzer an der Tauchschule aufgenommen worden. Dort ist Sunday der Ausbilder – und wie die meisten anderen dort hat er etwas gegen Schwarzer und will Carl schnell wieder loswerden. Doch der zähe junge Mann kämpft mit Ehrgeiz und Geschick für sich...
Die Story von „Men of Honor“ beleuchtet einen interessanten und unverbrauchten Teil des US-Militärs und ist zudem auch ein recht ungewöhnlicher Taucherfilm, denn die Leute mussten damals noch in klobige, nahezu unbeweglichen Anzügen tauchen. So kann der Film auch einiges an Zuschauerinteresse gewinnen, auch wenn die Spannung gegen Ende nachlässt. Die ersten zwei Drittel sind allerdings spannungsmäßig recht ordentlich geraten.
Größter Kritikpunkt an „Men of Honor“ sind die teilweise schmalzigen Szenen und der Pathos, der Carl fast zum Übermenschen stilisiert. Denn auch wenn sein Ehrgeiz teilweise als fanatisch dargestellt wird, so kommt er doch übertrieben positiv und heldenhaft rüber. Dennoch wird das Thema Rassenhass ganz gut behandelt und verfällt nur ab und zu Klischees. Immerhin kann die Figur des Billy Sunday öfter die Klischees ausbügeln und den teilweise vorhandenen Überfluss an Kitsch und Pathos etwas übertünchen.
Optisch und handwerklich ist „Men of Honor“ an sich ziemlich ordentlich geraten und bietet an sich keinen Anlass zur Kritik. Vor allem die Tauchszenen sind atmosphärisch stimmig; nur die mit dem U-Boot ist etwas daneben und wirkt etwas comichaft. Die Spezialeffekte sind ganz gut und unaufdringlich, aber von geringer Zahl.
Cuba Gooding Jr. spielt seine Rolle routiniert und gut, kommt aber teilweise etwas zu gut und ehrenhaft daher. Der zweite Mann der Ehre ist Robert De Niro, der mal wieder herrlich den Widerling rauskehrt, wenn er auch nicht an seine Meisterleistungen heranreicht. Doch seine komplexere Rolle macht ihn auch interessanter als Cuba Gooding Jr. Die Nebendarsteller, darunter Michael Rapaport, Powers Boothe und Charlize Theron agieren auch alle recht gut.
Solides und gut inszeniertes Militärdrama mit ein paar Längen so wie einem leichten Überfluss an Pathos und Kitsch.
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