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Freitag der 13. - Jason im Blutrausch (1988)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 10.02.2006, seitdem 753 Mal gelesen


Im Vorgänger hatte man Jason nur versenkt, da war „Freitag, der 13te – Jason im Blutrausch“ nur eine Frage der Zeit.
Zu einer vernünftigen Einführung ließ man sich hier erst gar nicht hinreißen, stattdessen werden in schneller Abfolge diverse Szenen der Vorgänger aneinandergereiht, die allen Unkundigen noch mal erklären, was genau passiert ist. Dabei blinkt hier erstmals das überarbeitete Paramount-Logo vor einem „Freitag, der 13te“-Film; ein Indikator, dass Paramount ein größeres Studio geworden war – doch von der stärkeren Finanzkraft merkt man in diesem Film nichts.
Weil Hauptfiguren mit psychischem Knacks seit Tommy Jarvis aus den Vorgängern wohl der große Renner waren, hat die Heldin TinaShepard (Lar Park-Lincoln) auch hier eine Behandlung nötig, weil ihr Vater vor Jahren im Crystal Lake ersoff. Dazu hat sie die übernatürliche Fähigkeit zur Telekinese, mit der sie Papi damals im See versenkte, die sie aber nur in emotional bewegenden Momenten einsetzen und kaum kontrollieren kann. Klingt bekannt? Genau, diese Heldin ist „Carrie“ für die ganz Armen.

Der Psychodoc führt Tina und ihre Mutter also zwecks Behandlung zurück an den See, wo Tina versehentlich Jasons Fesseln mit ihrer Kraft löst. Der macht sich daran alle Anwesenden durch den Wolf zu drehen...
Das Rezept ist immer noch das gleiche, aber bei den „Freitag, der 13te“-Filmen erwartet man ja auch keine sonderlichen Innovationen, doch der hier ist eine ziemlich maue Variation. Die Laufzeit ist noch kürzer geworden (nur rund 84 Minuten inklusive Abspann), der Bodycount merklich niedriger (das erste Opfer gibt es bei ca. 20 Minuten – also ungefähr einem Viertel der Laufzeit). So ist die Zeit zwischen den Morden länger und das ist schlecht, denn auch hier laufen wieder nur feierwütige Klischeeteenies herum, deren einziger Lebensinhalt dieser Typ oder jene Tussi ist. Zwar nicht ganz so überzeichnet wie in diversen anderen Slashern, aber immer noch maßlos unrealistisch als Charaktere.
Um den Zuschauer dann ganz noch mehr zu langweilen, widmet Freitag Nummer 7 viel Zeit auf den Knacks von Ersatz-Carrie und ihre in Rekordzeit keimende Liebe zu einem der Feiernden von nebenan. Mangels Glaubwürdigkeit reißt das jedoch kaum mit und sorgt für diverse Hänger in der Handlung, in der eh es nur darum geht, dass Jason häckselt und schnetzelt bis er gestoppt wird, vom Humor des direkten Vorgängers ist leider nichts mehr zu merken. Dafür wird’s stellenweise extrem peinlich, vor allem wenn zum Schluss der Geist oder die (seltsamerweise nicht vermoderte) Leiche von Papi noch mal zu Hilfe gegen Jason eilt.

Dafür hat man sich bei den Mordszenen hier etwas mehr Mühe gegeben. Zum einen wird recht kreativ gekillt (Sägen, Haken, Äxte und was die Werkzeugkammer noch hergibt), gelegentlich wird durch das Spiel mit Zuschauererwartungen sogar etwas Spannung erzeugt. Fürs R-Rating musste wieder einiges weichen (die Szene mit dem Schlafsack war z.B. ursprünglich länger), dabei sind die Effekte die einzigen Szenen, in denen man das Mehr an Geld bei Paramount merken kann. Beispiel wäre die offenliegende Wirbelsäule mit der Jason rumtrottet oder der Blick auf das verrottete Gesicht unter der Maske (was leider die Atmosphäre eher killt als gruseliger macht).
Darstellerisch darf man auch von diesem „Freitag, der 13te“-Teil nichts anderes als erwarten als wenig talentierte, meist kreischende Jungdarsteller. Vor allem Hauptdarstellerin Lar Park-Lincoln hat viel zu wenig Ausstrahlung, um irgendwen überzeugen zu können.

Nur kreatives Killen und Anflüge von Spannung in den Mordszenen machen noch keinen guten „Freitag, der 13te“-Teil. Bei diesem öden, klischeehaften und leider auch humorlosen Plot ist „Freitag, der 13te – Jason im Blutrausch“ unter dem Durchschnitt anzusiedeln.


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