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King Arthur (2004)

Eine Kritik von Dickmann (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 04.10.2007, seitdem 261 Mal gelesen


Was mich an diesem Film stört, ist die Ankündigung im Vorspann, dass hier der "historische" Arthur dargestellt werden soll, und dies dann kläglich daneben geht.
Die Figur des Königs Arthur (oder auch Artus) basiert wohl in der Tat auf einigen historischen Gestalten im Britannien des 5. Jahrhunderts, ist vermutlich eine idealisierte Vermischung mehrerer davon. Tatsächlich hat auch eine Kolonisierung Britanniens durch die Sachsen und andere germanische Volksstämme nach dem Abzug der römischen Truppen stattgefunden. Ebenso hat sich die angestammte Bevölkerung in Britannien verbissen gegen deren Vordringen gewehrt, konnte dies aber nur etwas verlangsamen, nicht aber stoppen.
Immerhin spielt der Film auch in dem Zeitraum, in der die Artussage tatsächlich anzusiedeln ist (dem 5.Jahrhundert).

Allerdings wird jeder, der auch nur eine flüchtige Kenntnis des frühen Mittelalters/der Spätantike hat, hier arg irritiert sein durch die fortwährend falschen Darstellungen.
Einige Beispiele:

1.Der Film unterstellt, dass zu dieser Zeit die politische Macht im Römischen Reich bei der Kirche und dem Papst lag. Das ist Unsinn, zwar war das Reich weitgehend christlich aber die politische Macht lag nach wie vor beim Kaiser und seiner Regierung. Bischöfe hatten keine militärischen oder politischen Befugnisse.

2. In der Tat bestand die römische Armee zu diesem Zeitpunkt zum grössten Teil aus Angehörigen fremder Völker. Das aber Sarmaten aus der russischen Steppe über Generationen in Britannien Dienst in der römischen Armee tun und sich noch immer als Sarmaten fühlen ist ganz unglaubhaft.

3. Das römische Britannien war nach 500 Jahren römischer Herrschaft vollkommen romanisiert. Die Bevölkerung bestand aus weitgehend romanisierten, christlichen, Latein sprechenden Briten, die sich selbst als Römer betrachteten, und nicht wie im Film dargestellt aus einer keltischen Bevölkerung, die von einer kleinen römischen Oberschicht unterdrückt wurde.

4. Die Pikten waren keineswegs "britannische Patrioten", und nicht einmal Kelten, sondern Angehörige einer vorkeltischen Urbevölkerung, die in Schottland ansässig waren und nach dem Abzug der Römer den Hadrianswall nach Süden überschritten, um die nunmehr schutzlosen Romano-Briten zu bedrängen. Diese riefen dann die Sachsen und die ebenfalls germanischen Angeln und Jüten (die im heutigen Schleswig-Holstein lebten) zu Hilfe, um die Pikten zu bekämpfen, da von Rom keine Hilfe mehr zu erwarten war.

5. Einige der verwendeten Waffen existierten erst Jahrhunderte später. Die von den Sachsen im Film verwendeten Armbrüste gab es erst 500 Jahre später. Die von den Pikten (!) benutzten Katapulte (sog. Trébuchet) wurden erst um das Jahr 1200 erfunden.

Das alles mag ja angehen, wenn man einen Fantasy-Film machen will (an einen solchen erinnerten ohnehin einige der Rüstungen), aber wenn die Filmmacher von historischer Darstellung sprechen, gibt es keinen Grund mit der Historie derart schlampig umzugehen.


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