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Requiem for a Dream (2000)

Eine Kritik von GhostShit (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 15.04.2005, seitdem 805 Mal gelesen


REQUIEM FOR A DREAM ist ein ziehmlich hart auf den Magen schlagender Anti-Drogenfilm.

Hier wird nicht auf bizarre und lustige Weise (wie in FEAR & LOATHING) dargestellt, wie die Wände schmelzen, wie "toll" Drogen doch sein können oder wie "ulkig" doch sogar ein Horror-Trip sein kann.
Nein, REQUIEM geht fast ausschließlich auf die Schattenseiten von Drogen ein:
Sucht, Abhängigkeit, Realitätsverlust, eiternde Einstichslöcher und der "Turkey" sind die Themen des Films.

Im Mittelpunkt des Geschehens stehen vier Charaktere, die alle auf ihre eigene Weise "süchtig" sind.
Keiner von den Vieren kommt aber dem Klischee des abgefuckten, versifften "U-Bahn-Mülltonnen-Schießbuden-Junkies" gleich, wie es zum Teil die Charaktere in TRAINSPOTTING oder JIM CARROLL tun.
Die zentralen Figuren kommen hier aus der gut bürgerlichen Mittelschicht, "08/15-Menschen" könnte man fast sagen, und alle zeigen sie Herz, Tiefgang und Verletzlichkeit auf und haben sie Sympathiewert.

Ihre Sucht bedeutet Realitätsflucht. Flucht vor der Langeweile. Flucht vor der bitteren Wahrheit. Flucht vor den eigenen Schwächen. Flucht vor dem Alltag.
Und alle haben sie Träume.
Die eine träumt davon Mode-Designerin zu werden. Die andere davon in einer Quiz-Show im Fernsehen aufzutreten...
Alle sind sie Verlorene, deren Träume in weite Ferne gerückt sind und dort unerfüllbar auf sie warten.

Besonders hervorragend dargestellt wird aber nicht nur die allgemeinbekannte jugendlichen Drogensucht,
sondern auch die einer alleinlebenden, verzweifelten Hausfrau, die außer den dämlichen, abgeschmackten TV-Sendungen und ihrem Schlankheitwahn keinen Sinn mehr im Leben sieht und sich daher mit Tabletten vollstopft.
Die gut bürgerliche, nach Außen nicht sichtbare und von der Gesellschaft akzeptierte Form der Drogensucht wurde noch nie so eindringlich und drastisch dargestellt wie hier.

Was gibt's noch zu sagen...
Darsteller sind alle top, die Optik ist berauschend (tolle Schnitte im Video-Clip-Style...), der Film unterhält und fasziniert auf seine abschreckende und schonungslose Art von Anfang bis Ende und die Schicksale der vier Protagonisten gehen durchaus zu Herz ...
Insgesamt also mehr als nur sehenswert!

Mein Fazit daher:
Runterziehender und nachdenklich stimmender Anti-Drogenfilm mit einer deftigen Prise Sozialkritik.
Definitiv kein Gute-Laune-Film für den sinnfreien Bierabend...


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