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Requiem for a Dream (2000)

Eine Kritik von Schlafzimmerbett (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 11.10.2004, seitdem 518 Mal gelesen


Sarah Goldfarb (Ellen Burstyn), ihr Sohn Harry (Jared Leto), dessen Freundin Marion (Jennifer Connelly) und ein Dealerkumpan Tyrone (Marlon Wayans) - vier Menschen, vier Schicksale, deren Leben synchron abläuft. Regisseur Darren Aronofsky beginnt mit der Darstellung der Charaktere zu einem Zeitpunkt, als deren Leben noch in halbwegs geordneten Bahnen verläuft. Man merkt aber auch hier schon: hinter der Fassade köchelts, alles ist nicht in Ordnung. Das Verhältnis von "Leben im Griff haben" und "kleine Störfaktoren" kippt nun langsam aber sicher und unaufhatsam ins Gegenteil, immer größer wird der desaströse Anteil, immer kaputter die Persönlichkeit - bis am Ende völlige Zerstörung steht.

Sarah Goldfarb ist eine ältliche Dame, deren Leben vorbei ist. Sie siecht einsam vor sich hin, der einzige Lebensinhalt sind die täglichen immergleichen Fernsehshows. In deren Welt verliert sie sich, und als sie auf ein Lockvogelangebot hereinfällt glaubt sie ernsthaft, sie wäre auserwählt in solch einer Show aufzutreten. Immer tiefer steigert sie sich in diesen Wahn hinein, unterstützt von dubiosen Medikamenten, mit deren Hilfe sie eigentlich abnehmen sollte, stattdessen aber beginnt durchzudrehen.

Ihrem Sohn Harry geht es noch schlechter, der drogenabhängige Jugendliche verfängt sich mit seinem Kumpel Tyrone immer tiefer im Drogensumpf, aus den ursprünglichen Plänen vom erfolgreichen Drogendealer bleibt nicht viel übrig. Er erkennt nicht, welcher Gedankengang dahinter steht, daß diese Träume von jedem Drogensüchtigen geträumt werden und alle daran scheiterten.

So kommt das unvermeidliche: Auch Harry steht vor dem Abgrund, zusammen mit seiner Freundin Marion. Immer tiefer sinken sie in diesem Alptraum, immer schrecklicher werden die Schicksale. Aronofsky zeigt uns traumatische Bilder, nicht vom Drogenkonsum - sondern von den Menschen. Er porträtiert den menschlichen Verfall, zeigt den Leidensweg, die Gefühle der Menschen. Wir blicken in die Gesichter der Protagonisten und wissen, was passiert - auch ohne daß uns die genauen Bilder geliefert werden. Diese zeigt uns Aronofsky als harte schnell aufeinandergeschnittene Bildfolgen in immer gleichem Ablauf, Zwischensequenzen die mehr Aussagekraft haben, als die detaillierte Schilderung.

Die Kamera richtet sich auf die Seele dieser Menschen, auf das Innenleben und die Zerstörung des eigenen Charakters, den Verlust der Persönlichkeit. Das Ende ist grausam, schockierend und zeigt nochmals deutlich die Ausweglosigkeit aller Beteiligten. Ein Teufelskreis, von Anfang an, aus dem keiner heraus kann, so sehr er sich auch mühen mag.

(9/10)


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