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Murder in the First (1995)

Eine Kritik von hellraiser76 (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 01.06.2004, seitdem 538 Mal gelesen


Dieser fantastische Film mit einem grandiosen Kevin Bacon und einem abgrundtief bösem Gary Oldman ist leider nie so richtig bekannt geworden. Und das ist wirklich schade, denn er hat alles, um einen zwei Stunden lang niemals zu enttäuschen, auch wenn es sehr harte Kost ist was einem hier vor Augen gehalten wird.

Kevin Bacon spielt den Häftling Henry Young, der in jungen Jahren in einem Krämerladen klaut und erwischt wird. Da dieser Laden aber auch eine kleine Postannahmestelle ist, wird er wegen Postraubes nach Alcatraz geschickt. Als ein Fluchtversuch von ihm durch einen Mitgefangenen verraten wird, kommt er in Einzelhaft und wird vom sadistischen Gefängnisdirektor über Jahre seelisch und körperlich zum totalen Krüppel gemacht. Als Young nach diesen Torturen wieder in den normalen Vollzug kommt, nutzt er die erste Gelegenheit, um seinen Verräter zu töten. Des Mordes angeklagt und mit der Todesstrafe bedroht, bekommt er den jungen Strafverteidiger Stamphill zugewiesen, der nun versucht, Alcatraz selbst und die unwürdigen Haftbedingungen dort anzuklagen und bloßzustellen.

Dies ist der Inhalt dieses mich wirklich bewegenden Filmes. Allen voran Kevin Bacon bringen die Schauspieler Hochstleistungen. Unterstützt durch eine hervorragende Maske kann man förmlich spüren, wie Henry Young dem Wahnsinn immer näher kommt, leidet bei jeder Tortur die einem gezeigt wird mit. Der Film begeht aber nicht den Fehler, die Folterungen plakativ als Selbstzweck zu zeigen, oftmals wird nur angedeutet und dann durch Musik und Ausblendungen weit mehr Emotionen erreicht.

Emotionen, die Oldman in seiner Rolle als Gefängnisdirektor total abgelegt hat. man ist als Zuschauer schockiert und mitgenommen, wie kaltblütig er Young systematisch zerstört, aus den 19 Tagen Isolationshaft, die erlaubt sind, am Ende 3 Jahre werden und immer perfidere Mittel eingesetzt werden, bis am Ende auch die körperliche Verstümmelung steht.
Auch Slater spielt in seinen Möglichkeiten den jungen engagierten Anwalt sehr überzeugend, aber gegen die grandios aufspielenden Oldman und Bacon hat er einfach keine Chance.

Die Optik des Films gerade am Anfang in den Gefängnisszenen passt perfekt zur Story, man ekelt sich allein vom Sehen schon vor dem dunklen und verdreckten kellerloch, in das der Protagonist immer wieder geschmissen wird. Die Gerichtszenen fangen sehr gut das Flair der dargestellten Zeit ein, die Ausstattung ist natürlich wie bei einem größeren Holywoodfilm üblich perfekt.
Scoretechnisch ist der Film auch perfekt untermalt, die Musik passt einfach in jeder Szene.

Unbedingt ansehen ist hier angesagt, wenn man auf anspruchsvolle Filme steht, die nicht nur von ihren Spezialeffekten dominiert werden.


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