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Collateral (2004)
Eine Kritik von edraymond (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 01.05.2005, seitdem 403 Mal gelesen
Michael Mann ist bekanntlich Perfektionist. Der Regisseur achtet auf kleinste Details, die dem normalen Zuschauer kaum auffallen. Er liebt Los Angeles, was er in vielen seiner Filme zeigt. „Collateral“ vereint all diese Eigenschaften. Der Film lockt den Zuschauer mit tollen Nachtbildern in die Weltmetropole und bietet Kino-Unterhaltung vom Feinsten. Erfreulich auch, dass „Collateral“ dem großen Druck, kein Flop zu werden (schließlich waren die letzen beiden Mann-Filme Kassengift !!) stand hielt und weltweit zum Kassenschlager wurde.
Tom Cruise als Killer ?? Viele seiner weiblichen Fans wird dies geschockt haben. Doch Tom Cruise, den ich persönlich noch nie wirklich leiden konnte, spielt seine Rolle als Auftragskiller ausgezeichnet. Sein Charakter ist zugleich abschreckend und bemitleidenswert, das Drehbuch ist clever und bietet viele trickreiche Wendungen. Hier prallen per Zufall zwei Menschen aufeinander, die sehr schnell wissen, dass nach dieser Nacht nichts mehr so sein wird wie vorher. Der Hintergrund für den Auftragsmord bleibt dabei Nebensache und wird kaum beleuchtet, vielmehr ist „Collateral“ eine ausgezeichnete Charakter-Studie eines perfekt scheinenden, aber gebrochenen Mannes. Die Charaktere des Taxifahrers und des Killers sind mehr als intelligent, die Dialoge sehr anspruchsvoll und ebenso wie die Optik kühl. Die Darsteller machen ihre Sache hervorragend, allen voran die beiden Protagonisten Cruise / Foxx, die das Duell Zyniker gegen Träumer toll ausspielen.
Mann liefert wie immer grandiose Bilder und entführt in die unbekanntesten Gassen. Der Film spielt komplett in der Dunkelheit und hat eine spannende Atmosphäre. Die Actionszenen sind sehr rar gesät, aber perfekt inszeniert. Die Musik passt sich der tollen Optik an, das emotionale Ende rüttelt wach. Klasse auch die Kameraarbeit, die neben Luftaufnahmen eine clevere Taxi-Einstellung der beiden Hauptcharaktere bietet.
Auch bei „Collateral“ achtete Mann auf kleinste Details. So lies er die Taxis mit einem speziellen Lack lackieren, um verschiedene Farb-Effekte zu erhalten und drehte die U-Bahn-Szene vor Green-Screen um einen speziellen Hintergrund einzufügen. Diese Details mögen den Meisten nicht auffallen, sie machen „Collateral“ jedoch zu einem (kleinen) Meisterwerk.
Fazit:
“Collateral“ ist ein genialer Mix aus Großstadt- und Psychothriller, bei dem alles stimmt. Die Spannung will sich zwar nur zum Teil einstellen und im Mittelteil herrscht einiger Leerlauf, die grandiose Optik, in der man in die entlegensten Ecken von L.A. entführt wird und die perfekte Musikuntermalung sind jedoch allein schon das Geld wert. Tom Cruise und Jamie Foxx harmonieren ausgezeichnet, die wenigen Actionszenen überzeugen.
Ein kühler, intelligenter Thriller mit toller Atmosphäre, der ohne Frage zu den besten Filmen 2004 gehört.
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