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Collateral (2004)
Eine Kritik von Boooshido (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 28.02.2006, seitdem 303 Mal gelesen
Collateral
Sehr interessante Thriller um einen Auftragskiller (Tom Cruise) der in einer Nacht 5 Personen, allesamt Zeugen in einen großen Drogenfall, töten soll. Dabei beschreitet er den eher unorthodoxen Weg und lässt sich von einem Taxifahrer (Jamie Foxx) zu den jeweiligen Aufenthaltsorten der zu tötenden Personen fahren…
Das Aufeinanderprallen dieser zwei grundverschiedener Charaktere lässt sehr viele Handlungsverläufe zu. Man kann spekulieren und wird dann doch eines besseren belehrt. Sehr positiv hervorzuheben ist das zwar geradlinige aber doch komplexe Drehbuch. Es gibt viele wunderbare Dialoge zwischen den beiden Hauptprotagonisten und lässt den Zuschauer auch unbedingt daran teilhaben.
Die, vor allem am Anfang, ruhige Erzählweise gibt den Darstellern ausreichend Zeit ihre ausgefeilten Charaktere zu entfalten. Ihre, nicht nur berufsbedingten, verschiedenen Ansichten sollen mehr als einmal Grund für teils amüsante, teils wahre und auch nachvollziehbare Diskussionen bieten. So muss man schnell feststellen dass der Auftragskiller Vincent, trotz allen Selbstbewusstseins bei der Arbeit, auch ein Gewissen hat. Der Taxifahrer Max hingegen ist ein guter Mensch mit einem Traum. Diese Nacht wird ihm zeigen dass er diesen nicht nur hinterher jagen darf und Vincent bleibt da nicht ganz unschuldig. Somit wird der Zuschauer weiterhin Zeuge eines atmosphärischen Wandels, welcher sich im Verlauf des Films entwickelt. Erzielt die Konfrontation am Anfang nur Antisympathien beim Zuschauer so wird es später merklich schwerer diese auf nur einen der beiden Protagonisten zu projizieren. Ab der Hälfte der Laufzeit, genauer gesagt in einem Club, schlägt diese dann aber doch voll um. Hart und Brutal entwickeln sich die nun folgenden Situationen und Hart und Brutal agieren auch die involvierten Personen. Allen Voran nun auch Max, der nicht mehr den Chauffeur spielen will und natürlich auch versucht den Spieß umzudrehen. Dass sein Gegner sich mehr als ebenbürtig erweist ist dabei nur zu beklatschen, denn so kann der Film unter der Regie von Michael Mann das hohe Niveau bis zum Finalen Schluss aufrechterhalten.
Weiterhin ist die optische Präsentation sehr ansprechend, aber auch zweckmäßig gestaltet. Zum einen spielt sich der gesamte Handlungsverlauf in einer Nacht ab (im Prinzip ist es immer Dunkel) und zum anderen stellt das Taxi natürlich den Mittelpunkt der Aktionen dar. Diese auf fast nur einen Ort reduzierte Location -auch wenn Sie quasi immer in Bewegung ist- erinnert, genau wie die Rededuelle, an Joel Schuhmachers NICHT AUFLEGEN, ohne dabei wie ein billiges Plagiat zu wirken. Regisseur Mann weiss diese Situationen gekonnt zu dramatisieren und kann deshalb auch ein gehöriges Maß an Spannung erschaffen. Obwohl Mann ein Actionerprobter Filmemacher ist, setzt er diese nur zweitrangig bzw. zurückhaltend ein. Doch wenn es mal schneller und lauter zur Sache geht ist es umso erfreulicher dass sie dann nicht zum bombastischen Actionreigen verkommt, sondern vielmehr die Oldschool-Schiene zu fahren scheint. Ein sauberer und edler Look der Bilder gehört da natürlich auch dazu. Weiterhin positiv hebt sich der breit gefächerte Soundtrack hervor –von Jazz, Pop, Rock und Elektronik- gibt es Facettenreiches zu hören.
Kleine Fehler im Detail wie z.B. eine nicht zu Bruch gegangene Brille nach einem Autounfall samt Überschlag oder die viel zu schnelle Wandlung, des Taxifahrers, vom schwachen zum starken Helden, können das Filmvergnügen Schluss-, und Letztendlich auch nicht mehr schmälern.
Dafür bieten großartige Darsteller, allen voran Tom Cruise, ein twistreiches Drehbuch und die gewohnt solide Regie von Michael Mann, überdurchschnittlich gute Leistungen und machen Collateral zu einem echten Erlebnis.
Unbedingt anschauen!!!
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