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Collateral (2004)

Eine Kritik von Dionysos (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 16.10.2004, seitdem 368 Mal gelesen


Vorsicht, Spoiler!

"Viel Spass in L.A."
Die ersten Worte, die in diesem Film von einem unbekannten Mann gesprochen werden, stellen für den Zuschauer einen bitter-ironischen Vorgeschmack auf die weiteren Geschehnisse dar.
Dabei beginnt die Nacht für Taxifahrer Max (Jamie Foxx) so schön: Er macht Bekanntschaft mit de reizenden Anwältin Annie (Jada Pinkett Smith). Schon in diesen ersten Minuten zeichnet sich die grossartige Erzähltechnik des Films ab: Der Dialog zwischen den beiden Figuren ist ein Hochgenuss, nicht unbedingt wegen des Gesprächsthemas, eher weil er vor allem dem Protagonisten Max eine unglaublich sympathische Aura verleiht, ein Träumer und Idealist, wie man ihn in einer Stadt wie L.A. kaum vermuten würde.
Sein zweiter und letzter Fahrgast in dieser Nacht ist Vincent (Tom Cruise), ein Mann, der das perfekte Gegenstück zu Max darstellt: arrogant, eiskalt und zynisch ("In Ruanda starben vor einigen Jahren 10.000 Menschen an einem Tag und sie weinen, weil ich EINEN Verbrecher erschiesse"?). Auch in dieser sich immer mehr zuspitzenden Situation geizt das Drehbuch nicht mit philosophisch anmutenden Gesprächen und wunderschönen Kamerafahrten durch die nächtliche Westküstenmetropole.
Ohne zuviel über den Handlungsablauf verraten zu wollen: Es gibt einige überraschende Wendungen und eine spektakuläre Schiesserei in einem Club, die optisch absolut perfekt in Szene gesetzt wurde - der hektische Stakkato-Schnitt passt sich wunderbar an das Szenario an und der wummernde Hintergrund-Soundtrack ist klasse gewählt.
Überhaupt spielt die Musik eine grosse Rolle: Viele verschiedene Genres werden hierbei abgedeckt: Von HipHop über Jazz bis hin zu mexikanischen Folksongs ist die Musik in "Collateral" mindestens genauso verschiedenartig wie die Bevölkerung von L.A.
Zu den Akteuren bleibt nur zu sagen : Hut ab! Jamie Foxx dürfte damit den Sprung in die Hollywood-Elite endgültig geschafft haben und Tom Cruise wurde hier gegen sein Sonnyboy-Image gecastet - eine weise Entscheidung, denn man nimmt ihm den eiskalten Killer ohne Zweifel ab. Der Rest der Besetzung kann da eigentlich nur verblassen, agiert aber trotzdem souverän.
Doch in Erinnerung bleiben letztenendes doch jene Szenen, die eindrucksvoll ein Bild der "Stadt der Engel" bei Nacht zeichnen, dass wohl bisher kaum jemand auf diese Art wahrgenommen hat - seien es menschenleere Strassen voller Lichter, Helikopterbilder oder einfach nur zwei verirrte Wölfe mir blitzenden Augen, die in Zeitlupenoptik über die Strasse huschen - pure Kinomagie!


Spannender Grosstadt-Thriller mit überraschenden Wendungen , zwei genialen Hauptdarstellern - und einer Stadt, die niemals schläft.


9/10


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