Autumn Tale, eines der vielen berühmten TV-Dramen aus Korea. Dass diese ziemlich beliebt sind, kann ich nur allzugut verstehen. Es fügt sich aus 16 Episoden zusammen, sofern man diese (und das mein ich im positiven Sinne) zu Ende sehen kann. Eine Episode geht etwa 50 - 60 Minuten.
Worum es in der Serie geht wird sofort in den ersten 5 Minuten gezeigt: Der kleine Joon-Suh läuft im Krankenhaus unbeobachtet in den Raum, in dem seine neugeborene Schwester liegt. Natürlich völlig unwissend nimmt er die Namensschilder ab und wirft sie auf den Boden. Als eine Krankenschwester ihn dort herausholt, vertauscht sie die Namensschilder beim Zurückstecken. Die Geschichte beginnt. Joon-Suh und Eun-Suh sind inzwischen Schüler und wissen noch immer nicht, dass sie keine richtigen Geschwister sind. Plötzlich aber wird Eun-Suh von einem Lastwagen angefahren und benötigt eine Bluttransfusion, an der festgestellt wird, dass die Eltern nicht die gleiche Blutgruppe haben, wie ihre Tochter.
Um das Drama in Gang zu bekommen wird am Anfang absolut keine Zeit verloren. Ich habe bisher noch nie einen Film oder eine Serie gesehen, die ihren Verlauf so dramatisch und echt wirken lässt wie diese hier. Lediglich in der Mitte hat die Serie einen kleinen Hänger.
In den ersten drei Episoden wird die Geschichte von Joon-Suh und Eun-Suh während der Schulzeit erzählt, an dem auch festgestellt wird, dass sie vertauscht wurden. Da die Eltern in die Staaten ziehen wollen, entschließt sich Eun-Suh letztendlich zu ihrer leiblichen Mutter zu gehen, die ein sehr heruntergekommenes eigenes Restaurante betreibt um sich über Wasser zu halten. Shin-ae, die leibliche Tochter und Schwester von Joon-Suh ist heilfroh in eine wohlhabende Familie zu kommen und nutzt dies auch prächtig aus.
Zugegeben, an dieser Stelle kamen auch mir die Tränen. Und obwohl das wirklich sehr sehr schwer ist, blieb mir hier fast keine andere Wahl. Es ist eine Geschichte, die ohne Übertreibungen genauso stattfinden könnte, da hier Klischee und Fantasie vollkommen außer Betracht gezogen werden.
So viel zur Vorgeschichte. Jahre später kehrt Joon-Suh nach Korea zurück und möchte Eun-Suh wieder sehen. Die beiden haben sich innerlich immer geliebt. Joon-Suh ist verlobt und auch Eun-Suh hat einen Verehrer, der zugleich (ok, so einen Zufall würde es vermutlich nie geben) Joon-Suhs bester Freund ist.
Der Übergang war schwierig gestaltet, sehr schwierig sogar.
Erst waren sie noch Schüler und plötzlich sind sie erwachsen. Sich hier schnell reinzufinden ist keine leichte Aufgabe, da alles sehr wirr gestaltet ist. Aber nach kurzer Zeit tritt man bereits wieder in das Geschehen mit ein.
An dieser Stelle ist die Entwicklung der Charaktere interessant, da sie wirklich fast gleich geblieben sind. Benachteiligt sind hier aber Joon-Suhs verlobte Yumi und Tae-Suhk, der sich in Eun-Suh verliebt hat. Die beiden wissen noch nichts von der heimlichen Liebe und obwohl es immer klarer wird geben sie nicht auf. Mit der Zeit weist sich hier allerdings in der Serie ein Hänger auf, da es manchmal immer bloß ein Hin und Her ist. Als aber alle von der Liebe erfahren stößt das völlige Chaos aus. Wieder ganz ohne Übertreibungen und meiner Meinung nach gut umgesetzte Streitigkeiten werden hier geboten.
Alles in Ordnung ist es letztendlich aber dennoch nicht. Denn schon bald wird bei Eun-Suh etwas festgestellt, was ihr Leben verändert. Das Drama ist kurz vor dem Höhepunkt. Hier habe ich oft Kommentare mitgelesen, in denen behauptet wurde, sie können die Serie nicht mehr weitersehen. Mir ging es fast genauso. Ein Happy End bekommt man jedenfalls nicht. Und die Lage spitzt sich auf das Ende immer mehr zu. Diese Vorahnung bekommt man ohnehin. Verdammt traurig ist es definitiv. Und die letzten Minuten bleiben sicher im Gedächtnis.
Mit Autumn Tale wurde ein Drama geschaffen, dass völlig ohne Witz und Übertreibungen funktioniert. Die Charaktere sind alles sehr gut gewählt.
Und ich gebe mein Wort: Sogar Hartgesottenen können hier durchaus die Tränen kommen.