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Phenomena (1985)

Eine Kritik von Tool (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 27.10.2002, seitdem 968 Mal gelesen


Wieder einmal schaute ich mir einen Film meines absoluten Lieblingsregisseurs, Dario Argento, an. Auch von "Phenomena" wurde ich von der ersten Sekunde an überzeugt, es ist teilweise einfach nur noch Kunst, was der Regiegott in seinen Filmen zeigt. Egal, ob ausgefallene Optik oder allgemein ungewöhnliche Einfälle, so was sieht man nur in Argento-Filmen. Der Score ist wieder einmal genial, schon allein die ersten 7 Minuten sind atemberaubend, mal melancholische Töne, dann doch wieder härter, und dazu noch spannungsfördernd. Das alles endet dann auch noch in der genialen Mordsequenz der Studentin, deren Kopf eine Scheibe zerschlägt und man im Hintergrund den Wasserfall in all seiner Schönheit bewundern kann. Da wird Horror wahrlich zur Kunst.
Natürlich ist auch "Phenomena" fern des Mainstreams, Leute, die auf Killerfilme wie "Scream", "Düstere Legenden" und so weiter stehen, werden hier bitter enttäuscht sein, zu wenig passiert nach Meinung dieser. Argento lässt alles mal wieder sehr ruhig angehen, er verzichtet auf jegliche Art von Hektik. In ruhigen, farbenprächtigen Bildern erzählt er uns die geniale Story. Ein Killer geht um, der es hauptsächlich auf junge Studentinnen abgesehen hat, die das Richard Wagner Internat in der Schweiz besuchen. Jennifer, die gerade neu am Internat ist, schlafwandelt gleich in ihrer ersten Nacht und bekommt einen weiteren Mord zu sehen. Kurze Zeit später lernt sie den Insektenforscher McGregor kennen. Durch ihn und ihre Begabung, mit Insekten kommunizieren zu können, macht sich Jennifer auf die Suche nach dem Killer. Denn sie hat nach dem letzten Mord einen Handschuh des Killers gefunden, an dem ein paar komische Insekten herumgekrochen sind.
Von der ersten Sekunde an herrscht düstere, bedrohliche, ja sogar angsteinflößende Atmosphäre. Auch wenn gar Nichts geschieht, man hat stets ein komisches Gefühl im Magen. Die Morde sind zwar hart, für einen Argento-Film aber eher rar und harmlos. Darauf kommt es in "Phenomena" aber auch gar nicht an, hier steht die obengenannte Atmosphäre und die damit verbundene Spannung im Mittelpunkt.
Der Film hat mich zwar nicht ganz so überzeugt wie beispielsweise "Tenebrae", dennoch schafft es "Phenomena" mit spielerischer Leichtigkeit, so gut wie jeden anderen Horrorfilm zu toppen. Er wartet mit Spannung, Atmosphäre und der ein oder anderen Schockwirkung auf und ist zudem noch intelligent und tiefgängig. Das Alles wird noch dazu mit herrlichen, fast schon unwirklich schönen Bildern vermischt und fertig ist einer der genialsten Filme aller Zeiten. 10/10 Punkte


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