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Höllenfahrt nach Santa Fé (1939)

Eine Kritik von Kiste (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 20.07.2010, seitdem 278 Mal gelesen


USA Ende des 19ten Jahrhunderts, der böse Apachenhäuptling Geronimo hat mal wieder den Klappstuhl ausgegraben und gibt den örtlichen Siedlern ordentlich saures. Dennoch muß eine Postkutsche mit einer bunten Schar zusammengewürfelter Charaktere mitten durch dieses unsichere Gebiet reisen. Warum der Film dabei Höllenfahrt nach Santa Fe heißt wissen nur Verleiher, das dieses Nest im Film mit keiner Silbe erwähnt, geschweige denn angefahren wird.
John Ford drehte seinen monumentalen Klassiker passenderwese im Monument Valley und ihm gelingen dabei sehr schöne Landschaftsaufnahmen der einzigartigen Felslandschaften, die auch in schwarz weiß noch beeindruckend aussehen. Die erzählte Geschichte ist dabei recht simpel, verschiedene Personen müssen sich mehr oder weniger zusammenraufen, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Der Fokus wird dabei zunächst auf die unterschiedlichen Charaktere gelegt, jeder hat so seine eigene Meinung was als nächstes unternommen werden soll. Bis der erste Indianer seine Kriegsbemalung ins Bild rückt sind dementsprechend auch bereits zwei Drittel des Films schon wieder vorbei. Manchmal wirds dabei etwas arg melodramatisch, teilweise sogar geschwätzig, wobei die Dialoge insgesamt gut gewählt worden sind. Dafür wirkt die Episode mit dem Geburt des Babys etwas over the top, hätte man auch weglassen können, da die Figuren eh schon genügend an Konfliktstoffen zum auspalavern haben. Lustig auch immer wieder die damaligen Moralvorstellungen, zu Damen ist man höflich bis zum steinerweichen und das minimale hochrutschen eines Rocks, reicht aus um Cowboys scharf wie Rettich werden zu lassen. Richtig furios wirds dazu im Gegensatz, wenn dann der Angriff auf die Postkutsche beginnt. Was da an Stuntaktionen losgelassen wird, ist vom allerfeinsten. Wie sich manche der Darsteller da in vollem Galopp auf den steinigen Boden werfen, tut heute noch allein vom anschauen weh, ehrliches Kompliment ans Stuntteam. Die Schauspieler leisten sonst auch gute Arbeit, manchmal wird etwas zu sehr overacted und nicht alle Comedy Charaktere sind wirklich comediisch, aber das ist wohl noch dem damaligen Zeitgeist geschuldet. Immerhin kann man sich über den dauerbesoffenen Doc amüsieren, der besonders dank seiner Krawatte ein wenig an Oliver Hardy erinnert. Auch John Wayne war offensichtlich mal jung und schaffte mit Ringo auch quasi seinen Durchbruch zu größeren Rollen und mit John Carradine ist sogar jemand dabei der sogar heute noch Filme dreht.
Insgesamt ein gelungener Film, dem jedoch eine etwas straffere Anfangsphase gut getan hätte, die eigentliche Bedrohung durch die Ureinwohner findet kaum statt, auch wenn sie nachher umso heftiger inszeniert wird. Für Westernfreunde aber allemal empfehlbar.
7/10


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