Ansicht eines Reviews

Wächter der Nacht (2004)

Eine Kritik von Der Pate (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 17.10.2005, seitdem 579 Mal gelesen


Gruselgrüße aus Moskau!

Vor tausend Jahren kämpften zwei Mächte auf Erden gegeneinander, die Krieger des Lichts und die Armee der Finsternis! Beide Gruppen waren sich so ebenbürtig, dass man übereinkam, diese Balance fortan zu halten, damit keine Seite das Übergewicht bekommen würde. Die Wächter der Nacht und die Wächter des Tages werden auf beiden Seiten ernannt, um die jeweils andere im Auge zu behalten …

Die Wächter der Nacht sind die Guten, die nach Einbruch der Dunkelheit, wenn das Böse die Regentschaft übernimmt, darauf achten, dass es auch wirklich in seinen selbst gewählten Grenzen bleibt. Die besten Wächter der Nacht sind begabte Gestaltwandler, und die bösesten Wesen der Nacht sind Vampire und Hexen. Beide Gruppen sind für nahezu alle gewöhnlichen Menschen unsichtbar. Aber es gibt auch ein paar "Andere", die mit den Unsterblichen Kontakt aufnehmen und sogar einer der ihren werden können, was die Balance empfindlich gefährden würde – zumal eine Prophezeiung ohnehin von einem Auserwählten berichtet, der das Gleichgewicht stören und die Welt in eine Richtung kippen wird: die des Lichtes oder die der Dunkelheit.

Zwei Millionen Dollar hat noch nie zuvor ein russischer Film eingespielt, und wenn in dem begierig westlichen Einflüsse aufsaugenden Land auch noch "Der Herr der Ringe 3" und "Spider-Man 2" starten, ist heimische Ware chancenlos. Aber dann kam der für 4 Millionen Dollar produzierte erste moderne russische Fantasy-Film "Nochnoi Dozor", so der russische Originaltitel, und spielte all die Konkurrenten an die hinweg, um ca. achtmal soviel einzuspielen wie der beste russische Film zuvor!

Regisseur Timur Bekmambetov wollte einerseits eine echt amerikanische Fantasie haben, andererseits aber die bittere russische Realität nicht außen vor lassen. Auch wenn im modernen Moskau hinter der irdischen Bühne ein phantastischer Kampf tobt, so verschweigt Bekmambetov doch nicht die Welt der schlechten Autos, schmutzigen Häuser und hungrigrn Mäuler, durch die sich das extreme soziale Gefälle zieht, an dessen Gipfel sich ein paar Ölbarone tummeln, während sich im Tal die Armen aneinanderquetschen.
In enger Zusammenarbeit mit dem Romanautor Lukyaneko erarbeitete Bekmambetov das Drehbuch, in das beide auch ganz neue Elemente einfügten wie das Subplot um Anton (Konstantin Khabensky) und dessen verlorenen Sohn Yegor (Dima Martynov), eine typisch russische Geschichte in ihrer emotionalen Dramatik. Durch bodenständigen Realismus und bedingungslose Glaubwürdigkeit auch in den phantastischen Gefilden sowie eine geschickte Kombination mythischer, sozialer und philosophischer Elemente wurde der Kampf zwischen Gut und Böse um die Seele eines Mannes zumindest auf ästhetischer Ebene erst mal gewonnen. Denn bei allem amerikanischen Hang zur Perfektion von Verfolgungsjagden, Explosionen, Kampfszenen und Special Effescts bekamen tatsächlich auch russischer Humor, russische Mythen, russische Philosophie, kurz: russisches Lebensgefühl, ihren Platz. Und natürlich reizte Bekmambetov ganz besonders die allegorische Seite dieses ewigen Kampfes zwischen Anarchie, Freiheitstrieb und Verantwortungslosigkeit auf der einen und den Kräften der Vernunft, des sozialen Zusammenhalts und der Rücksichtsnahme auf der anderen Seite.

Doch leider gelingt es dem Regisseur nicht ganz, die Actionszenen noch einen Tick besser darzustellen, was auf keinen Fall heißen das diese schlecht inszeniert sind, man hätte z.B. mehr mit dem Gebrauch von Schusswaffen investieren können und zuweilen sind auch die Tricks (die zwar richtig toll ausgefallen sind) ein wenig zu weit aufgerissen, wo man auch hätte eine Stufe runterschalten können.
Doch nichts desto trotz haben die Russen unter der Regie von Timur Bekmambetov zur internationalen Elite aufgeschlossen und haben mit "Wächter der Nacht" den Anfang einer düsteren Trilogie geschaffen, wo man zwei Millionen Dollar in fantastische Masken, Kostüme und Kulissen steckte, und der Streifen auch mit einer schicken Optik vollauf überzeugen kann, aber leider meiner Ansicht nach hätte etwas mehr spektakulärere Action vertragen können und die tollen aber leider etwas zu vielen und Teils auch gewöhnungsbedürftigen Effekte hätte man locker straffen können. Vielleicht ist meine Wertung auch nicht höher ausgefallen, weil ich mit ganz großen Erwartungen den Film angesehen habe, und letztendlich auch wohl deshalb ein wenig enttäuscht war.


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "Der Pate" lesen? Oder ein anderes Review zu "Wächter der Nacht (2004)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von Der Pate

Zurück





Copyright © 1999-2012 KI Media GbR
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

255 Besucher online





Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Ich spuck auf dein Grab (1978)
Paragraph 78: Punkt 1 (2007)
Traxx (1988)
Scorpion King 3 - Kampf um den Thron, The (2012)
Men Suddenly in Love (2011)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich