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Bande des Captain Clegg, Die (1962)

Eine Kritik von filmhund (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 05.06.2007, seitdem 342 Mal gelesen


Gleich zu Begin wird gezeigt, dass man es sich mit "Captain Clegg" nicht verscherzen sollte, nicht mal als tumber Seebär! Der wird einfach an einen Baum gefesselt, nachdem ihm die Zunge entfernt worden ist, auf einer Südseeinsel ausgesetzt, wenn das mal nicht arg fies ist!

Captain Clegg ist Pirat und mausedood und schnell zur üblen Legende geworden. Das Ganze spielt sich um 17-Irgendwas ab und zeigt ein wirklich saugruseliges Kapitel des britischen Spätmittelalters. Da werden harmlose Penner von Knochenmänern und Vogelscheuchen gejagt und dem Sumpf der laichenden Frösche vermacht. Naja, ein trauriger Einzelfall mag man denken, doch wenn man erstmal Peter Cushing als Priester und Oliver Reed als bösartigen Scharmör, äh Charmeur erkennt, weiß man, dass da etwas im Argen liegt.

Seemänner sind ja sonst recht ungewöhnliche Akteure in Horrorfilmen, doch glaubt mir, ihr seid hier nicht in "Geisterschiff der laichenden Schwimmer" oder wie D'Ossorios Schlafmittel noch gleich hieß! Diese See-Lackaffen führen übles im Schilde und schon bald sehnt man sich wieder die vermummten Knochenmänner herbei.

Während der Regisseur nicht so oft für Hammer tätig war, sind die Schauspieler ein Traum für Fans der Briten-Schmiede und Drehbuch von John Elder und Masken von Roy Ashton lassen nicht zu wünschen übrig. Das Drehbuch macht sich aus einem recht geschickten Mix aus altmodischer Piraten-Romantik (viel Sauferei und Lieder) und außergewöhnlich gelungenen Gruselelementen. Zum Beispiel waren Vogelscheuchen danach nie mehr so düster, selbst in Filmen, wo es um düstere Vogelscheuchen ging!

Und dass gerade Cushing eine besonders verschlagene Rolle abbekommen hat, passt natürlich ganz gut. Natürlich hat diese Produktion zudem den Vorteil, dass sie mit einigem finanziellen Aufwand arbeiten konnte.

Dass der Film dennoch einige Durchhänger hat, mag an meinem geringen Interesse für das Seefahrer-Zeitalter liegen, oder daran, dass der Streifen mehr "Krimi"-, als Horrorelemente hat.

Sehr gut gelungen fand ich die Szene mit den signalisierenden Vogelscheuchen, die wirklich wunderschön gefilmt ist. Auch die Actionreichen Zweikämpfe zwischen Cushing und dem stummen Riesen (Cushing mit Stuntdouble!) sind wirklich reizvoll.

Weniger gelungen findet der Horrorfan natürlich das etwas wenig Horrormäßige Finale.

Fazit: Insgesamt ein unterhaltsamer, gut gemachter Cross-over, altmodisch, jedoch mit interessanten Szenen. Überdurchschnittlich!


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