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Friedhof der Kuscheltiere 2 (1992)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 1/10)
eingetragen am 27.11.2002, seitdem 1780 Mal gelesen


Also wenn nicht "Friedhof der Kuscheltiere" draufstehen würde, könnte man glatt glauben, hier will einer Etikettenschwindel betreiben. Die (nur namentliche) Fortsetzung des King-Gruslers ist ein dermaßenes Fiasko, daß man nicht glauben kann, daß die gleiche Regisseurin das produziert hat.

King zog hier seinen Namen gegen Scheck zurück und ließ den Produzenten freie Hand. Die nahmen schließlich ein Drehbuch an, daß mit "grauenhaft schlecht" sicher noch nett behandelt wurde.
Es geht voran wie drei Jahre zuvor: Neue Familie im Ort, Vater, Sohn, Mutter bereits abgetreten, Krise groß. Nebenbei steht immer noch der falsch geschriebene Tierfriedhof und dahinter der große, böse Indianerfriedhof. Als der Grobiansheriff den Hund eines Freundes abschießt, wird der dort verbuddelt und die Chose geht von vorn los.

Die erste Hälfte ist noch nicht ganz so grottig, wie die zweite Hälfte. Trotzdem ergeht sich der Film in reichlich Zitaten über Teil 1, vornehmlich über die Creeds, was schon allein überflüssig ist. Dann hat man es nicht geschafft, sowohl Tier- als auch Indianerfriedhof halbwegs so zu rekonstruieren, daß sie sich wenigstens ähnlich sehen. Über den Tiergräbern hängen die Trockeneisnebel, die Baumbarriere ist plötzlich restwaldfrei und statt des rundum recht lebensbejahenden Totengrunds der Ureinwohner, steht man hier in einer kahlen Felswüste.

Das sind aber nur Marginalien im weiten Rund der Verfehlungen, die bei der Besetzung das größte Kopfschütteln hervorrufen. Die Berufung von Edward Furlong, dem T2-Kiddie ist schon eine Zumutung, da seine einzigen darstellerischen Künste offenbar im angepißt-genervt-depressiv-Aussehen liegen. Daddy Anthony Edwards, der vor seiner lukrativen Anstellung als ER-Arzt noch jede Rolle annehmen mußte, übt hier schon mal als Tierarzt, was nun ein totaler Schuß in den Ofen ist. Vollkommen verschwendet aber ist "Kurgan" Clancy Brown, der hier erst den miesen Sheriff und nach dem Fangbiß samt ultimativer Indianerverscharrung den grunzenden Gröhle-Zombie gibt und wie blöd durch den Reststreifen wackelt.

Aber langsam: erst mal verbuddeln wir den Hund und der kommt bissig wieder. Zumindest manchmal, manchmal auch nicht. Zwischendurch haben die Beteiligten aus unerfindlichen Gründen Träume von Wesen mit Hunde/Wolfskopf, was a) keinen Bezug, b) keine Folgen hat und c) schlecht gemacht ist.
Anschließend nuckelt Doggie dem Sheriff die Kehle durch und obschon komplett geistig umnachtet (oder gerade deshalb) buddeln die Kiddies den Kerl ein, damit "niemand was merkt". Wie sie den Giganten des Nachts durch die Butnik geschoben haben, erwähnt niemand.

Bald darauf ist Clancy fast der Alte, schlachtet alle seine Kaninchen ab und führt sich bei Tisch wie Pottsau auf. Außerdem ist er mal agressiv, mal lustig, mal hilfreich, mal abschlachtend. Wieso auch immer hilft er Furlong gegen einen fiesen Mitschüler, bringt den um die Ecke und, als er seinen Stiefsohn als Zeugen hat, macht er nach längerer Mühe auch noch den und die Mutti/Ehefrau platt.

Andererseits stört dieses unlogische Verhalten nur bedingt, denn die Mutter des Freundes von Furlong ist ein dermaßen defensiv-uneinsichtig-mentalzähes Blödchen, daß sich alle Frauen bei Mary Lambert beschweren müßten. Die Mutti-Nachfolgerin von Furlon ist allerdings auch nur ein naiv-blonder Kleiderständer, das ist kein guter Film für das schöne Geschlecht.
Der Rest des Films endet in einem konfusen Hickhack. Furlong tiltet endgültig aus und besorgt sich die Mutti wieder, die tatsächlich nicht mal Leichenflecken hat und gräbt auch die wieder ein. Dabei darf er debil grinsen, endlich mal ein neuer Gesichtsausdruck. Zum Glück riecht sein Vater noch rechtzeitig Lunte und hat als Tierarzt natürlich den Revolver in der Nachttischschublade. Damit legt er sich nacheinander mit dem Sheriff, dem Hund, einem angerösteten Teenager und dem Grund seiner Witwenschaft an und muß hinterher die Leichenansammlung (samt Lebensgefährtin) anscheinend nicht mal erklären.

Inweiweit die rabiate Schneiderei des deutschen Verleihs und des Fernsehens zu diesem konfusen Hickhack beigetragen haben, ist eigentlich nebensächlich, denn das ist so doof, das schwimmt sogar auf Teer. Immerhin können einige Metzelfans diesem Massaker vielleicht so etwas wie Effektreichtum abgewinnen, denn hier spritzt es im Original ganz ordentlich und es wird alles verhackstückt, was dazu taugt.
Daß aber Mrs.Lambert diesen Scheiß auch noch als besser als Teil 1 verkaufen wollte, drängt zu 20 Stockhieben. Hier ist definitiv alles schlecht, eine fast unvorstellbare Katastrophe. (1/10)


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