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Wolpodzilla - Der Schrecken vom Tegernsee (1994)

Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 16.06.2011, seitdem 318 Mal gelesen


In diesem Amateurfilm aus Deutschland geht es um eine Mischung aus Godzilla und dem bayrischen Fabelwesen Wolpertinger, einem Mischwesen welches in seinen Zusammensetzungen nicht genauer definiert ist.
Folgerichtig sind in erster Linie Trash-Fans angesprochen, denn Tricks als auch Dramaturgie sind phasenweise unter aller Kanone.

Es landen nicht nur Außerirdische in München, um eine große Marihuana-Plantage aufzubauen, sondern sie erwecken auch den sagenumwobenen Wolpodzilla, der direkt dem Tegernsee entsteigt. Das Ungetüm steuert geradewegs aufs Oktoberfest zu, während sich der Bayer Toni und die japanische Godzilla-Expertin Mariko im Heli aufmachen, um eine Katastrophe zu verhindern…

Bei der Bildqualität sollte man sich auf massive Abstriche einstellen, denn bereits die Quelle der VHS war nicht sonderlich berauschend, so dass es zu starken Blockbildungen (besonders bei dunkleren Szenen) kommt.
Ansonsten geben die ersten Einstellungen gleich den Ton an, wenn man sich frappierend an „Meet the Feebles“ erinnert fühlt, als ein Hase mit Geweih unseren Toni beobachtet. Auch die Außerirdischen im Raumschiff sind Puppen mit etwas Schleim, langen Fühlern und viel Gekröse und während die sich in Menschengestalt verwandeln, muss auch mal eine Anschauungstafel ausreichen, um jene zu visualisieren.

Eine erwähnenswerte Geschichte gibt es im Prinzip nicht, denn das Vieh stapft im Bluescreen durch München, plättet ein paar Sachen und wird anschließend vom Heli eingeholt.
Allerdings sind auch bei der Gestaltung des Riesen-Wolpertingers die Spuren von Peter Jackson nicht ganz vorüber gegangen: Das Monster ist geschätzte 20 Meter hoch, umgeben mit Fell das wie Algen aussieht und ausgestattet mit Hasenzähnen, Fledermausflügeln, einem Rattenschwanz, Hörnern, Euter und weiblichen Brüsten, was im Gesamtbild frappierend an Moms Mutation aus „Braindead“ erinnert.
Die Erscheinung, ein Typ unter einem Kostüm, ist natürlich der maßgebliche Schauwert.

Nebenher gibt es noch ein wenig Slapstick, comichafte Einblendungen, die Gastauftritte von Elmar Wepper und Sissi Perlinger, selbstironische Ansätze, passable und manchmal auch witzige Situationskomik (Anspielung auf „Der weiße Hai“, Simultanübersetzer für den Bayer) und einen Main-Track, der von Thomas D. von den Fanta Vier gesungen wird.

Man merkt dem Stoff deutlich seine Spontaneinfälle an und so ein richtiges Konzept steckt kaum hinter der Handlung, doch anderweitig schafft die halbe Stunde einen netten Zeitvertreib mit bizarren Erscheinungen, hanebüchenen Abläufen und aberwitzigen Humbug am Rande.
Nur für ausgesprochene Trash-Freunde und Sammler ungewöhnlicher Monsterfilmchen geeignet.
5 von 10


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