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Untergang, Der (2004)

Eine Kritik von Classic Videomaster (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 04.12.2005, seitdem 375 Mal gelesen


Dunkle Epoche mit Gänsehautfaktor

Kaum ein anderer Filmstoff wurde hierzulande in den letzten Jahren so ausgewalzt und ins Kino gebracht,wie das dritte Reich und der zweite Weltkrieg.Unter den Produktionen befanden sich hochwertige,aber keine war so suggestiv geraten wie Oliver Hirschbiegels Meilenstein "Der Untergang",der viel von sich reden machte und das Publikum in Scharen in die Kinos lockte.
Der Film befasst sich mit den letzten Tagen Hitlers,die er in seinem Führerbunker,der unter Berlin liegt,verbringt und dem psychologischen Tiefgang der einzelnen Mitglieder um ihn herum und verzichtet gänzlich auf immertypische Kriegsbilder,wie aus anderen Projekten bekannt.
Besser besetzt konnte der Streifen nicht werden.Lassen wir mal den überragenden Österreicher Bruno Glanz weg,der hochgratige Bühnenerfahrung hinter sich hat und auch schon mehrfach ausgezeichnet wurde,unter anderem auch für seine grandiose Darbietung des Führers in Ausdruck und Gestik.So finden wir auch deutsche Filmstars wie Heino Ferch,der den Ruf des deutschen Bruce Willis einmal mehr gerecht wird und Nachwuchstalent Alexandra Maria Lara als Traudl Junge.Jeder spielt seine Rolle bis ins Detail überzeugend und ergreifend.
Hauptszenario des ganzen ist der Bunker selbst,der seine eigene Sprache spricht und dem Zuschauer Horror auf seine Weise vermittelt.Schnell wird einem klar,das dies eine psychische Fessel wird,aus dem kaum ein Entrinnen scheint.
Brillant wurde das erstklassige Drehbuch in Bild umgesetzt und verdichtet die Atmosphäre der eingefangenen Sequenzen zu einem nie da gewesenen klaustrophobischen Höllentrip,der selbst "Das Boot" schmeichelhaft aussehen lässt.
Das wahrhaftige Grauen findet hier im Kopfe statt und nicht in einer Bilderflut blutiger Gewalt.Inszeniert wurde dieses eiskalte Drama nach den Augenzeugenberichten der echten Traudl Junge,die 2002 verstab,aber deren Dokumaterial in Form eines Interviews nach Ende des Films eingespielt wird,um noch mehr Authenzität und Eindruck zu schaffen.
Dieses Filmjuwel wird einem nicht mehr so schnell aus den Köpfen gehen und verdient Respekt in der Filmkunst.
Denn die düster-kalte Atmo,die hier erzeugt wird,mit dem Auftreten der Stars und den klasse ausgestatteten Kulissen,lässt hier keinen kalt.
Selbst Adolf Hitler wird personifiziert und als charmanter Privatmann dargestellt,um ihm doch noch Symphatien abzukaufen.Das Zeigen der Selbstmorde wurde weggelassen und nur andeutungsweise in Szene gesetzt,um noch mehr Kopfangst zu verbreiten.
Die klar ausgefeilten Dialoge regen zum Denken an,verleihen zusätzlich Glanz ins Geschehen.
Ein wahrhaftiger Gänsehautschocker seiner Art,der einem die Fingernägel vor lauter suggestiver Spannung in die Couch krallen lässt und in keiner guten Videosammlung fehlen darf.
Ein Mammutepos,das bildgewaltig brilliert und als perfektes Endzeitszenario funktioniert.Top!!!

Anmerkung:Ist die FSK-12 Freigabe gerechtfertigt?
Schwer zu sagen.es herrscht düstere Apokalypsestimmung
mit bizarr-rituellen Selbstmorden.FSK-16 wäre wahrscheinlicher!


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