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L.A. Crash (2004)

Eine Kritik von Ebert (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 28.12.2005, seitdem 687 Mal gelesen


L.A. Crash (10/10)

Vorsicht: Spoiler!

L.A. Crash schildert den Lebensverlauf einiger Charaktere unterschiedlicher Herkunft und Status, die auf irgendweine Art miteinander verwoben sind.

Da ist der korrupte Polizist, der bei einer Kontrolle seine Machtbefugnisse überschreitet, und eine junge schwarze Frau und ihren Mann demütigt, indem er sie sexuell belästigt. Da ist die libanesische Familie, die einen kleinen Laden hat, und deren Vater des Englischen nicht gut mächtig ist, und auf missverstandene "Beleidigungen" schnell aufbrausend reagiert. Da ist die Frau des Staatsanwaltes, die den Schlüsselmann für ein mexikanisches Gangmitglied hält, und Angst hat, das er sie und ihren Mann überfällt und die Wohnung ausräumt.

In L.A. Crash gibt es keine Wendungen, die von vornherein zu bestimmen sind, oder voraussehbar sind. Alles ist und kommt anders als erwartet, so wie am Anfang des Films die beiden schwarzen Jungen den Staatsanwalt und seine Frau überfallen. Auf ihrer Flucht bekommen sie Hilfe, einserseits vom Kollegen des korrupten Polizisten, andererseits vom Ehemann der sexuell belästigten Frau.

Alles ist, wie gesagt, verwoben, und jeder trifft auf jeden, und bekommt seine Vorurteile und Ängste zu spüren.

Eine Szene des Films, ist so hervorragend menschlich, daß die Augen feucht werden. Da ist der libanesische Vater, der dem Schlüsseldienstmann (derselbe wie bei der Staatsanwältin) nicht traut, als er sein Schloß repariert. Als sein Laden verwüstet wird, mischen sich Hass und Wut, und der Vater kauft in einem Waffenladen einen Revolver und Munition, um den Schlüsseldienstmann zur Rechenschaft zu stellen.

Er möchte auf den Mann zielen, trifft aber seine kleine Tochter. Mehr verrate ich nicht, denn schon diese Szene ist oscarreif und zutiefst menschlich, da sie aufzeigt, wie mangelnde Kommunikation, Wut und Dummheit zu Gewalt und Trauer führen können.

Fazit: Ein hervorragender Film über Schuld und Sühne, Vergeben und Verstehen. Schon lange war kein Film so intensiv und menschlich.

Herausragend.


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