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L.A. Crash (2004)

Eine Kritik von Schlafzimmerbett (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 18.04.2006, seitdem 479 Mal gelesen


Hey, Schicksal, führ mich zusammen mit netten Menschen, lass mich neue Erfahrungen machen, negativ wie positiv, ich will die Welt entdecken! Dieser fromme Wunsch so manch eines Bewohners L.A.'s wird dank Paul Haggis erhört und prompt umgesetzt. Schicksale kreuzen sich, jeder hat eine eigene Geschichte, seinen eigenen Charakter, und durch verschiedenste Umstände werden nun die Geschehnisse miteinander verknüpft.

Dieses Genre des Realität-Schicksal-Abbildens mit verknüpften Handlungsfolgen und schlußendlicher Zusammenführung kam um die Jahrtausendwende auf, da ist "L.A. Crash" sicherlich nicht der erste Ableger. Aber bislang wohl einer der besten - denn hier drückt Dir die Ausweglosigkeit, die Unbestimmtheit des Verhaltens einzelner Menschen, deren gesellschaftliche und soziale Probleme gnadenlos auf die Brust. Ist man wirklich ein Individuum, bestimmt man tatsächlich über sein eigenes Schicksal? Oder ist alles letztlich vorherbestimmt, durch Zufälle miteinander verknüpft, dadurch das einzelne Leben vorprogrammiert und die eigene Zukunft unabänderlich?

Fragen, denen auch hier nachgegangen wird - und deren Auflösung auf sich warten lässt. Rassendiskriminierung wird hier genauso angesprochen wie persönliche Verzweiflung, Kriminalität ebenso wie Liebe und ihre Irrwege. Doch das alles geschieht sanft, ohne Vorschlaghammer, nachvollziehbar, peinlich realitätsnah und spiegelt dadurch in perfekter Weise die heutige Gesellschaft wider. Überflüssig zu erwähnen daß sich dies nicht nur auf "L.A." bezieht, eigentlich schade daß durch den Titel ein lokaler Bezug hergestellt wurde, der so gar nicht erforderlich ist und durch Weglassen dem Film mehr Tragweite verleihen könnte.

Matt Dillon, Sandra Bullock, Don Cheadle, Brendan Fraser und Ludacris (jahaa, der Mann ist richtig gut auf Leinwand!) bürgen für Qualität und schmücken mit ihren Namen den Abspann. Doch keine Sorge, schauspielerische Qualitäten sind bestens, doch überlagern keineswegs die eigentliche Aussage des Films. Keiner der prominenten Akteure versucht durch übersteigertes Selbstbewußtsein und Individualismus oder Geltungsbedürfnis den Film auf seine Linie zu ziehen, nein, L.A. Crash bleibt ausgewogen, unpersonifiziert, ohne Hauptdarsteller, gleichberechtigt allen gegenüber - und so hat die Kernaussage des Films Möglichkeiten genug sich immer und immer wieder zu entfalten.

Empfehlenswert, für die berühmt-berüchtigten Kopfkino-Genre-Liebhaber Pflichtprogramm.

(10/10)


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