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Tiefseetaucher mit Steve Zissou, Die (2004)
Eine Kritik von Atoq (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 13.01.2009, seitdem 183 Mal gelesen
Zunächst mal vorneweg: Mir sagt Wes Anderson (Regie) überhaupt nichts. Die Besetzungsliste dieses Films weckte dagegen bei mir die Erwartung, von diesem Film gut und amüsant unterhalten zu werden. Bill Murray spielt die Titelrolle des Steve Zissou in gewohnter Manier zwischen glaubhaft real und völlig überdreht. Die anderen Rollen waren bis in die Nebenrollen nahezu perfekt besetzt, wenn mich auch Jeff Goldblum in anderen Rollen mehr anspricht. Dieses Lob für Casting und schauspielerische Leistung ist allerdings leider fast das einzige, was ich diesem Film zu Gute halten kann.
Die Handlung erzeugte bei mir am Ende des Films nur die Frage "Was sollte das denn jetzt ?" und läßt sich in zehn Sätzen folgendermaßen zusammenfassen:
- Der in die Jahre gekommene Titelheld präsentiert seinen letzten Film, in dem sein langjähriger Tauchpartner von einem ominösen Jaguarhai gefressen wurde, den noch nie jemand gesehen hat und schwört das Tier zu finden und zu töten, was beim Publikum Widerstand auslöst.
- Die Geldbeschaffung für diese Expedition gestaltet sich schwierig, da seine Frau, die bisher als "Kopf" der Unternehmungen fungierte, keine Lust auf eine Fortsetzung hat und so als Retter in der Not ein "verlorener Sohn" und langjähriger Fan des rotbemützten Titelhelden einspringt und fehlendes Material kurzerhand beim Konkurrenten (gespielt von Jeff Goldblum) geklaut werden muss.
- Komplettiert wird die Crew von einer schwangeren Reporterin (Cate Blanchet), die ein reales Portrait des Titelhelden zeichnen will und obwohl keiner die Jaguarhai-Art je gesichtet hat, wissen die Helden genau, wohin sie müssen...
- Während man sich an Bord so langsam näher und in die Haare bekommt, wird das Schiff von Piraten geentert und obwohl der Titelheld in einem absurden Alleingang die Piraten irgendwie vom Schiff vertreiben kann, nehmen sie den Aufpasser der Versicherung als Geisel, lassen dafür aber einen dreibeinigen Hund zurück ?!?!?!?
- An dieser Stelle war der Film schon befremdlich genug, um ihn einfach abzuschalten, aber man will ja doch wissen, wie's ausgeht...
- Die Geisel kann sich mit Hilfe eines "Einheimischen" auf einer unbewohnten oder besser verlassenen Insel (wundern oder nachdenken über solche Hintergründe bringt nix) mal kurz per Telefon (!) melden, worauf man in CSI oder Sherlock Holmes-Manier direkt schlussfolgert, wo man suchen muss und eine Befreiungsaktion a la Navy-Seals für Arme startet... ("Mein Gott, dauert's noch lange ?")
- Wieder vollzählig und um den zwischenzeitlich ebenfalls gekidnappten Konkurrenten (Goldblum) "bereichert", der trotz Herzschuss weiter fröhlich mitmischt, zeigt die Technik plötzlich den genauen Aufenthaltsort des Jaguarhais an und alle Mann (!!!) steigen ins Cover-zierende "Mini"-U-Boot was auf Harry-Potter-zauberhafte Weise innen viel größer ist, als es von außen aussieht und schwingt sich mit einem Thunfisch als Köder im Schlepp auf den Meeresgrund.
- Der Jaguarhai hat Erbarmen (mit dem Zuschauer), schnappt sich den Thunfisch, dreht noch ein paar Runden und präsentiert dabei seine lumineszierenden Jaguarflecken im Leukoplast-Kreuz-Pflaster-Design.
- "Oh, ist das schön" statt Dynamit (is eh alle) und schnell zurück und zu guter Letzt den Film präsentiert.
- Während der Präsentation sitzt der Titelheld nicht, wie üblich in der Mitte seiner Crew, sondern draussen vor der Tür und tapert am Schluß mit allen anderen eine mit Teelichtern illuminierte Gasse runter...
Weder mir noch meiner Frau hat sich der Sinn dieses Film beim ersten Ansehen erschlossen und obwohl manche Szenen, wie die Kamera-Fahrt durch den Schiffsquerschnitt durchaus sehenswert waren, fand ich ihn nicht annähernd unterhaltsam genug, um ihn mir nochmal anzuschauen...
Ich habe nicht nur den Film nicht verstanden, sondern mir ist nach der Widmung für Jacques-Ives Cousteau auch unklar, ob die Cousteau-Filme hier veralbert werden sollten oder das Ganze als Hommage gedacht war... ??!?!
Allein vom Unterhaltungswert gäbe ich nur 2 Punkte, aber im Rahmen des schwachen Plots waren die Rollen gut besetzt und gut gespielt und ein paar Ideen waren auch ganz nett, so daß es von mir immerhin 5 Punkte gibt !
So sei denn gewarnt, unbedarfter Filmreisender ... =;-)
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