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Tiefseetaucher mit Steve Zissou, Die (2004)
Eine Kritik von Kiste (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 30.06.2011, seitdem 185 Mal gelesen
Keiner kennt die Tiefen der sieben Meere besser als Steve Zissou, der das Leben unter Wasser im U-Boot erforscht. Aber Steve hat schon bessere Zeiten erlebt und setzt nun alles auf eine Karte, um sich mit einer Aufsehen erregenden und womöglich letzten Expedition einen Platz in der Geschichte zu sichern. Mit an Bord befinden sich der undurchschaubare Ned, der womöglich Zissous Sohn sein könnte, die hochschwangere Unterwasser-Journalistin Jane Winslett-Richardson und Steves ungerührte Ehefrau Eleanor, die als der wahre Kopf von "Team Zissou" gilt. Doch wie im Leben lässt sich auch bei Reisen nicht alles immer so genau planen. Und so sieht sich Steve Zissou bei seiner Jagd nach dem unfassbar seltenen Jaguar-Hai mit Meuterei, Angriffen und zahllosen anderen Überraschungen konfrontiert.
Nach Genuß des Films darf sich der geneigte Zuschauer anschließend fragen, was da jetzt genau an seinen Sehluken vorbeigezogen ist. Ein charmanter Ulk, ein Tiefsee Abenteuerfilm, eine Hommage an Frankreichs berühmtesten Aquanauten oder eine Geschichte einer gescheiterten Existenz. Irgendwie steckt von allem etwas darin, ohne das sich Regisseur Wes Anderson für eine Richtung entscheiden kann, so das nach Filmende ein doch etwas mulmiges Gefühl bleibt.
Das die Story mehr oder weniger auf der Geschichte von Jacques Cousteau aufbaut wird jedem offensichtlich, sobald man die Zipfelmützenparade präsentiert bekommen die sich wie sieben Zwerge auf hoher See benehmen. Denn alles, was Zissou seinen Zuschauern präsentieren kann sind gefakede Meereswunder, im wirklichen Leben ist er beinahe ein Scharlatan, seine technische Ausrüstung völlig kaputt und er selbst eigentlich ebenso ein Wrack wie sein marodes Schiff.
Allerdings lassen sich aus dieser Konstellation einige durchaus humorige Szenen basteln, die mit ganz trockenem, unaufdringlichem Sprüchen sehr oft punkten können. Seien es Dialoge wie "Mein Partner wurde gefressen" "Und? Ist er tot?" oder auch Kabbeleien mit der nicht wirklich professionellen Crew, der Witz ist hier gut ausgearbeitet. Besonders Willam Dafoe als Schwabenmatrose, ist für eine ganze Reihe an Sprachgags alleine zuständig.
Allerdings sind die Tiefseetaucher keine reinrassige Komödie, sehr oft werden auch melancholische Töne zwischen Vater und (vermeintlichem) Sohn, oder der schwangeren Journalistin, der es an einem familienkompatiblen Vater fehlt, sind im eigentlichen Sinne reine Drama Elemente, die im munteren Wechsel mit den Schabernacken über die Laufzeit abwechseln. Besonders Zissou selber ist ein völlig widersprüchlicher Charakter der wild zwischen Actionheld und abgehalftertem Tiefseehochstapler hin und herpendelt und zwischendurch völlig unerwartet zum Rambo wird und eine ganze Piratenhorde vom Schiff jagd.
Immerhin kann die Riege der aufgebotenen Stars allesamt überzeugen, wobei besonders Bill Murray in der Titelrolle eine Show für sich alleine darstellt. Die Tiefseetaucher lassen sich dabei nie in eine bestimmte Genrekiste stecken, allerdings verläuft sich dieses Prinzip mit zunehmender Laufzeit doch etwas im Sande. Das Konzept ist zwar innovativ und der Humor funktioniert gut, allerdings wird das Sehvergnügen auf Dauer etwas zäh.
6/10
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