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Unglaublichen - The Incredibles, Die (2004)

Eine Kritik von anno nym (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 14.12.2004, seitdem 2938 Mal gelesen


So ein Superheld hat es schwer – besonders wenn er seinen Job nicht mehr ausüben darf. Denn der wurde „Mr. Incredible“ und all seinen Superheldenfreunden vor 16 Jahren von der Regierung verboten, die sich vor Schadensersatzklagen der Bevölkerung nicht mehr retten konnte.
So ist der einst muskulöse Mr. Incredible heute ein fetter, miesgelaunter Versicherungsangestellter, verheiratet mit dem einstigen „Elastigirl“ und versucht mehr schlecht als recht mit seinen drei Kindern und dem Leben als „Normalo“ zurecht zu kommen.
Doch eines Tages bekommt er von einer mysteriösen Frau das Angebot, undercover seinen Job als Weltenretter wieder aufzunehmen. Für seine ahnungslos Familie immer noch der langweilige Versicherungsvertreter, blüht Mr. Incredible bei seiner Arbeit wieder auf. Doch schon bald stellt er fest, dass er Teil einer großen Intrige eines neuen Superbösewichts ist und – tata – wieder mal die Welt retten muss.
„Die Unglaublichen“ wirkt wie ein Mix aus „True Lies“, „James Bond“ und den ganzen Comicverfilmungen aus dem Fernsehen und den Kinos. Im 70er Jahre Stil gehalten, sieht man den Superhelden neben der „normalen“ Arbeit auch bei seinem kompliziertes Privatleben zu. Dieser Teil nimmt fast komplett die erste Hälfte des Films ein und ist sicher der humorvollste. So gibt es die üblichen Familienstreitigkeiten, die aber aufgrund den massiven Einsatz der Superkräfte der einzelnen Familienmitgliedern immer zu einem handfesten Chaos führen. Auch einen Superhelden, der in einem viel zu kleinem Auto im Berufsverkehr stecken bleibt hat man vorher so noch nicht gesehen.
Besonders in dieser ersten Hälfte zeigt sich auch, dass „Die Unglaublichen“ Pixars erwachsenster Film ist. Hatte zum Beispiel „Findet Nemo“ immer noch den erhobenen Zeigefinger im Hintergrund und war besonders auf das junge Publikum zugeschnitten, richten sich der größte Teil der Witze in „Die Unglaublichen“ an Erwachsene.
Erst im zweiten Teil der Films werden auch die Jüngeren wieder mehr angesprochen, denn hier erleben wir die spektakulärsten Action-Szenen, denen man je in einem Animationsfilm beiwohnen durfte. Was vor wenigen Jahren noch als unmöglich galt, bringt die Produktionsfirma Pixar hier scheinbar spielend fertig.
So kämpft sich die Familie Incredible mit vereinter Kraft über die Insel des Oberbösewichts und gegen seine zahllosen Schergen, bis hin zum längsten und furiosesten Finale der Animationsfilm Geschichte, welches die Tür weit für eine Fortsetzung offen lässt.
Bei der Synchronisation hat man sich wieder besondere Mühe gegeben, wodurch wir die bekannten (und sehr passenden) Stimmen von Markus Maria Profitlich, Kai Pflaume, Barbara Schöneberger und Norbert Gastell (spricht sonst Homer Simpson) hören dürfen.
Insgesamt ein sehr empfehlenswerter Film, Pixars sowohl auf technischen als auch auf inhaltlichen Niveau Bester bisher, für den sich ein Kinogang auf alle Fälle lohnt.

9/10


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