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Unglaublichen - The Incredibles, Die (2004)
Eine Kritik von Schlombie (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 02.08.2007, seitdem 278 Mal gelesen
Dank seiner guten und flotten Animation ist "Die Unglaublichen" ein Fest für die Augen. Der Film ist so witzig, dass man das ein oder andere Mal laut lachen muß und die Geschichte so gut, dass man den Film sehen möchte wenn man nur davon liest. Da haben Disney und Pixar etwas wunderbares gezaubert.
Die FSK 6 finde ich etwas übertrieben. In einer Geschichte, die Kinder unter 10 kaum verstehen, werden ohne dieses Verständnis ständig schlechte Vorbilder gegeben, die dann auch noch gelobt werden. Könnte Nachahmungen verursachen, wenn auch nicht in den Szenen, in denen die Tochter ein Kraftfeld verursacht *g.
Da der Film ohnehin für das Erwachsenen- und Teenagerpublikum gemacht wurde fragt man sich, warum eigentlich eeeeeewig in Amifilmen dieser und anderer Art so Pseudogefühlsgesudel kommen muß wie das Einsehen die Familie vernachlässigt zu haben obwohl sie das wichstigste in seinem Leben war. Es bremst die Story, es gehört nicht ansatzweise hinein und ernste Momente kann man auch anders einbauen, als auf derart ausgelatschten Pfaden, die gefühlstechnisch nicht einmal glaubhaft daherkommen. Typisch Disney! Ob Komödien oder Zeichentrick, ewig werden Filme verwässert und weniger sehenswert dank dieses Pflichtprogramms. Schreiben die Bosse das als KLausel in Verträgen für Drehbuchautoren vor? WÜRG! "Die Unglaublichen" hält sich da allerdings in Vergleichen zu einem "Inspektor Gadget 1 + 2" zurück. Das ist ein Anfang, aber ganz weg damit wäre erst das Ziel.
Zudem beginnt die Story als Parodie auf das ganze Gebiet der Superheldenkultur Amerikas, dann schwenkt der Film um und wird selber nur ein Teil davon, weil er "nur noch" satte Action bietet. Nun gut, das ist schon flott zu gucken, unterhaltsam ist es auch, aber das Niveau und die Klasse der ersten 30 - 45 Minuten gehen flöten. Im Normalfall wird diese Nonstop-Action doch ebenfalls für die jüngeren Zuschauer eingebaut? Wieso wollten die Macher diese ständig als Zuschauer mit einbinden? Der Film wäre viel konsequenter und somit viel besser als er es so ist. Die Drehbuchschreiber hätten sich noch mehr Mühe geben müssen weil man die Story dann hätte intelligenter schreiben müssen, oder besser gesagt: So intelligent wie im ersten Drittel des Films.
So böse und fies das nun klingen mag: Der Film ist gelungen. Es sind eher Verbesserungsvorschläge, die nun ja nichts mehr bringen. Der Film ist toll, das Drehbuch auch, also da darf man mich nicht falsch verstehen. Die wahre Stärke des Films liegt allerdings in der Charakterzeichnung. Ob es das Aussehen oder das Verhalten der Figuren ist, es ist astrein. Bis hin zu der kurz auftauchenden Oma ist jede Figur optisch gelungen und jeder ein Witzpotential für sich (nun ja, von Mutter und Tochter einmal abgesehen). Der Charakter des Gegners ist diesmal nicht ganz so typisch Disney-Bösewicht (war schon immer eine Stärke im Hause Disney) ist aber immer noch ein gelungener Gegenspieler. Und der Roboter der ihm zur Seite steht ist optisch eine Freude. Wie gerne sähe ich einen bösen Science-fiction (real gespielt versteht sich) mit solchen Robotern. Das wäre echt eine Wucht fürs Kinopublikum.
Die Synchronstimmen sind gut gewählt, nur der Gefriersuperheld fällt qualitativ geringer auf. Feuerstein trumpft mit seiner Stimme am meisten. Schade dass seine Rolle so klein war, dafür hilft sie dabei auf Satirebasis wunderbar Kritik zu üben am heutigen Versicherungssystem, oder noch besser: überhaupt am heutigen Rangehen kaufmännischer Arbeit. Diese Art Gesellschaftskritik wäre sicher auch mal eine tolle Grundlage für eine völlig neue Art Superheld, die die gesellschaftlichen Nöte aufgrund von Firmen und korrupter Politik aufhebt, ein Versuch wärs wert.
"Die Unglaublichen" jedenfalls schaffen es auf 110 Minuten (!!!) zu unterhalten. Mehr noch: Sie bringen einen wahrlich zum lachen und liefern flotte augenzwinkernde Action. Da ich als Zuschauer aber nicht wie ein Kind oder Idiot behandelt werden möchte, muss ich wegen der oben erwähnten Kritikpunkte nur 7/10 Punkten geben. Immerhin ist der Film nicht für die Kleinen gemacht, warum beleidigen uns die Macher dann mit sowas?
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